Oppositionsführer freigelassen
Graffito an einer Häuserwand in der Mohamed-Mahmoud-Straße in Kairo
© Amnesty International
Farouk Abu Issa und Dr. Amin Maki Madani wurden am 9. April nach 124 Tagen Haft bedingungslos freigelassen. Der Justizminister stellte gemäß Artikel 58 der sudanesischen Strafprozessordnung von 1991 das Verfahren gegen die beiden Männer ein.
Sachlage
Am 6. Dezember 2014 nahmen Angehörige des sudanesischen Geheim- und Sicherheitsdienstes (NISS) Farouk Abu Issa, den Vorsitzenden des Oppositionsbündnisses National Consensus Forces (NCF), und Dr. Amin Maki Madani, den Leiter des Zusammenschlusses sudanesischer zivilgesellschaftlicher Organisationen, fest. Ihre Festnahme erfolgte drei Tage nachdem sie das Übereinkommen "Sudan Call" in Addis Ababa unterschrieben hatten. Das Dokument wurde zusätzlich von bewaffneten Gruppierungen und anderen oppositionellen Parteien unterschrieben. Sie fordern darin ein Ende des bewaffneten Konflikts, eine Auflösung des "Einparteienstaats", ein umfassendes Friedensabkommen sowie einen demokratischen Wandel im Sudan.
Den Männern wurden Straftaten gemäß dem Strafgesetzbuch von 1991 vorgeworfen, unter anderem "Beihilfe zur Ausführung eines kriminellen Übereinkommens", "Untergrabung der Verfassungsordnung" und Auffordern zu "Widerstand gegen die Staatsgewalt durch Gewalt oder strafbare Handlungen". Das Gerichtsverfahren begann im Februar 2015.
Der Gesundheitszustand der Männer verschlechterte sich zunehmend während ihres Gefängnisaufenthaltes. Amnesty International veröffentlichte im Dezember 2014 und im Februar 2015 zwei Urgent Actions, in denen die sudanischen Behörden zur Freilassung der Männer aufgefordert wurden.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.