Kein Kontakt zur Außenwelt
Syrien: Hunderte Protestierende weiter in Haft
© Jasmine Syria/Demotix
Der junge Syrer Mohamad Nooh wurde am 5. Oktober 2011 während einer Demonstration in Daraya, einem Stadtteil von Damaskus, festgenommen. Seitdem befindet er sich ohne Kontakt zur Außenwelt unter Bedingungen in Haft, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Amnesty International fürchtet um die Gesundheit des jungen Mannes, der an einer Leberzirrhose leidet und deshalb medizinische Behandlung benötigt.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 62 51
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de,
press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. November 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Mohamad Nooh ohne Kontakt zur Außenwelt unter Bedingungen in Haft gehalten wird, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Ich bitte um Bekanntgabe seines rechtlichen Status sowie seines Aufenthaltsorts und der Gründe für seine Festnahme.
-
Ich fordere Sie auf, Mohamad Nooh vor Folter und Misshandlungen zu schützen und dafür zu sorgen, dass er Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand eigener Wahl aufnehmen darf sowie regelmäßig und ausreichend medizinisch versorgt wird.
-
Ich möchte außerdem meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Mohamad Nooh offenbar nur deshalb verhaftet worden ist, weil er seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit in friedlicher Weise wahrgenommen hat. Er wäre somit als gewaltloser politischer Gefangener inhaftiert und müsste unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.
- Ich bitte um Mitteilung der Namen und Haftorte aller politischen Gefangenen in Syrien. Stellen Sie bitte sicher, dass aus politischen Gründen in Haft befindliche Menschen unverzüglich Zugang zu RechtsanwältInnen eigener Wahl und zu ihren Familien erhalten. Sorgen Sie dafür, dass die Gefangenen vor Folter und anderweitigen Misshandlungen geschützt werden.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Expressing concern that Mohamad Nooh is held incommunicado in conditions amounting to an enforced disappearance and asking for information on his whereabouts, the reason for his arrest and his legal status.
-
Calling for him to be protected from torture and other ill-treatment, allowed contact with his family and a lawyer of his choice, and provided with regular medication and any medical care he requires.
-
Expressing concern that Mohamad Nooh may be detained solely for peacefully exercising his rights to freedom of expression and assembly and noting that, if this is the case, Amnesty International would considers him to be a prisoner of conscience and call for his immediate and unconditional release.
- Urging the Syrian authorities to take immediate steps to name and disclose the whereabouts of all political detainees and to give them immediate access to lawyers of their chossing and their families, and to safeguard them from torture and other ill-treatment.
Sachlage
Der 1992 geborene Mohamad Nooh wurde in seiner Heimatstadt Daraya während einer Demonstration für Reformen festgenommen. Amnesty International liegen Informationen vor, denen zufolge Angehörige des Luftwaffengeheimdienstes die Verhaftung vorgenommen haben. Über den derzeitigen Aufenthaltsort von Mohamad Nooh herrscht Ungewissheit. Seine Familie hat Angst, beim Luftwaffengeheimdienst Erkundigungen über den Verbleib ihres Angehörigen einzuholen. Sie geht zudem davon aus, dass man ihr ohnehin keine Auskunft erteilen wird.
Amnesty International ist in großer Sorge um Mohamad Nooh, der wegen seiner Leberzirrhose regelmäßig Medikamente einnehmen muss und auch einer besonderen Ernährung bedarf. Bei seiner Festnahme hatte er nach Auskunft von Freunden keine Medikamente bei sich. Ob der junge Mann in der Haft angemessen medizinisch versorgt wird, lässt sich derzeit nicht mit Gewissheit feststellen. Um sein Wohlergehen muss zweifellos gebangt werden, da die Sicherheitskräfte nach Angaben mehrerer inzwischen wieder freigelassener Personen häufig Häftlinge foltern und anderweitig misshandeln.
Die genauen Gründe für die Festnahme von Mohamad Nooh sind nicht bekannt. Möglicherweise ist er festgenommen worden, weil er an den Demonstrationen in Saraya regelmäßig teilgenommen hat. Eine führende Rolle bei den Protesten hat er aber nicht innegehabt. Sollte Mohamad Nooh aufgrund seiner Teilnahme an den Demonstrationen festgenommen worden sein, würde es sich bei ihm um einen gewaltlosen politischen Gefangenen handeln, der nur deshalb in Haft gehalten wird, weil er seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit in friedlicher Weise wahrgenommen hat.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Mohamad Nooh ohne Kontakt zur Außenwelt unter Bedingungen in Haft gehalten wird, die dem Verschwindenlassen gleichkommen. Ich bitte um Bekanntgabe seines rechtlichen Status sowie seines Aufenthaltsorts und der Gründe für seine Festnahme.
-
Ich fordere Sie auf, Mohamad Nooh vor Folter und Misshandlungen zu schützen und dafür zu sorgen, dass er Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand eigener Wahl aufnehmen darf sowie regelmäßig und ausreichend medizinisch versorgt wird.
-
Ich möchte außerdem meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Mohamad Nooh offenbar nur deshalb verhaftet worden ist, weil er seine Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit in friedlicher Weise wahrgenommen hat. Er wäre somit als gewaltloser politischer Gefangener inhaftiert und müsste unverzüglich und bedingungslos freigelassen werden.
- Ich bitte um Mitteilung der Namen und Haftorte aller politischen Gefangenen in Syrien. Stellen Sie bitte sicher, dass aus politischen Gründen in Haft befindliche Menschen unverzüglich Zugang zu RechtsanwältInnen eigener Wahl und zu ihren Familien erhalten. Sorgen Sie dafür, dass die Gefangenen vor Folter und anderweitigen Misshandlungen geschützt werden.
[APPELLE AN]
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 214 62 51
KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de,
press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. November 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Seit den Massenprotesten Mitte März haben die Sicherheitskräfte landesweit mehrere tausend Menschen festgenommen. Amnesty International liegen unzählige Berichte von Gefangenen vor, die gefoltert oder anderweitig misshandelt worden sind. Mehr als 130 Menschen sind Meldungen zufolge in der Haft gestorben, viele von ihnen offenbar an den Folgen von Misshandlungen.
MenschenrechtsaktivistInnen berichteten Amnesty International, dass in Daraya, einem Stadtteil von Damaskus, vorgenommene Festnahmen vom Geheimdienst der Luftwaffe koordiniert werden. Gemeinsam mit anderen Sicherheitsdiensten des Landes sorgt er dafür, dass vermeintliche RegierungskritikerInnen festgenommen und über lange Zeiträume hinweg ohne Kontakt zur Außenwelt in Hafteinrichtungen festgehalten werden, die berüchtigt dafür sind, dass die dortigen Insassen gefoltert oder anderweitig misshandelt werden. Derartige Praktiken dienen dem Ziel, "Geständnisse" zu erpressen oder Menschen zu bestrafen, um diese Weise Dritte von der Teilnahme an Protestveranstaltungen abzuhalten.
Ein anderer Aktivist, Ghayarg Mattar, war am 6. September gemeinsam mit mehreren anderen an den Protesten in Daraya beteiligten jungen Menschen verhaftet worden. Vier Tage später übergaben die Behörden seiner Familie die Leiche von Ghayarg Mattar und erklärten, er sei von "bewaffneten Banden" erschossen worden. Aussagen von Augenzeugen und Videoaufnahmen, die Amnesty International hat anschauen können, belegen jedoch, dass der Körper von Ghayarg Mattar Spuren von Schlägen und anderweitigen Misshandlungen aufwies (siehe UA-268/2011)