Todesurteil vollstreckt

Ergebnis dieser Urgent Action

Paul Goodwin wurde am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, im US-Bundesstaat Missouri hingerichtet. Dies ist die zehnte Hinrichtung in Missouri innerhalb eines Jahres und für den Bundesstaat ein neuer trauriger Rekord seit 1899.

"Nein" zur Todesstrafe: Mahnwache vor der US-Botschaft in Berlin am 10.10.2010

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Paul Goodwin wurde am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, im US-Bundesstaat Missouri hingerichtet. Dies ist die zehnte Hinrichtung in Missouri innerhalb eines Jahres und für den Bundesstaat ein neuer trauriger Rekord seit 1899.

Sachlage

Die Hinrichtung von Paul Goodwin fand am 10. Dezember statt. Sie verzögerte sich um etwa 75 Minuten, während man die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA über einen möglichen Hinrichtungsaufschub abwartete. Das Gericht entschied letztlich mit sieben zu zwei Stimmen, die Hinrichtung nicht auszusetzen.

Gouverneur Jay Nixon lehnte das Gnadengesuch ab. In seiner Stellungnahme erklärte er: "Goodwin ist ohne Frage schuldig, und meine Ablehnung des Gnadengesuchs bestätigt die Entscheidung des Gerichts, die Todesstrafe zu verhängen. Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger von Missouri, Joan Crotts in Erinnerung zu behalten, an ihre Familie zu denken und für sie zu beten."

Paul Goodwin musste sich 1999 wegen des mutmaßlichen Mordes an der 63-jährigen Joan Crotts im St. Louis County am 1. März 1998 vor Gericht verantworten. Bei dem Gerichtsverfahren sagten zwei Psychologen und ein Psychiater aus, dass Paul Goodwin an einer leichten geistigen Behinderung, einer Lernschwäche, einer Persönlichkeitsstörung und starken Depressionen leidet. Sie gaben an, dass der Angeklagte nicht für sein Handeln zum Zeitpunkt der ihm zur Last gelegten Tat verantwortlich gemacht werden kann, oder dass zumindest seine Fähigkeit, sein Verhalten an den gesetzlichen Bestimmungen auszurichten, stark eingeschränkt war. Die Geschworenen sprachen sich jedoch für die Todesstrafe aus. Am 2. Dezember 1999 wurde Paul Goodwin zum Tode verurteilt. Die Rechtsbeistände von Paul Goodwin hatten auf Grundlage eines neuen Expertengutachtens über die geistige Behinderung ihres Mandanten um eine Begnadigung gebeten.

Für 2014 sind in den USA keine weiteren Hinrichtungen angesetzt. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA im Jahr 1976 sind 1.394 Personen hingerichtet worden, 80 davon im Bundesstaat Missouri. Bisher sind im Jahr 2014 landesweit 35 Todesurteile vollstreckt worden, davon zehn in Missouri. Das letzte Mal, dass in Missouri zehn Hinrichtungen in einem Jahr durchgeführt wurden, war im Jahr 1899. Nur in den Bundesstaaten Texas, Oklahoma, Virginia und Florida werden mehr Hinrichtungen vollzogen. Im Jahr 2014 wurden in den USA 35 Hinrichtungen vollzogen, so wenige wie seit 1994 nicht mehr (damals waren es 31). Achtzig Prozent der Hinrichtungen entfallen auf nur drei Bundesstaaten: Missouri (zehn), Texas (zehn) und Florida (acht). Die übrigen sieben Todesurteile wurden in Oklahoma (drei), Georgia (zwei), Arizona (eine) und Ohio (eine) vollstreckt.

Amnesty International wendet sich in allen Fällen ausnahmslos gegen die Todesstrafe, ungeachtet der Schwere und der Umstände einer Tat, der Schuld, Unschuld oder besonderen Eigenschaften des Verurteilten, oder der vom Staat gewählten Hinrichtungsmethode, da sie das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschriebene Recht auf Leben verletzt und die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste aller Strafen darstellt.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.