Schriftsteller "verschwunden"
Traum von einer freien Presse
© Carsten Stormer
Der syrische Journalist und Schriftsteller Jihad As’ad Mohamed ist vermutlich am 10. August festgenommen worden, als er auf dem Weg zu seiner Familie in Dummar, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, war. Seitdem hat niemand etwas von ihm gehört oder ihn gesehen.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
(Bitte sagen Sie "Fax")
(Briefe werden derzeit nicht zugestellt. Bitte nur Faxe schicken!)
INNENMINISTER
Major General Mohamad Ibrahim al-Shaar
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 311 0554
(Bitte sagen Sie "Fax")
(Briefe werden derzeit nicht zugestellt. Bitte nur Faxe schicken!)
STÄNDIGER VERTRETER DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN BEI DEN VEREINTEN NATIONEN
Bashar Ja’afari
Ambassador Extraordinary and Plenipotentiary,
820 Second Avenue, 15th Floor
New York, NY 10017, USA
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 1 212) 983 4439
E-Mail: exesec.syria@gmail.com oder syrianmission@verizonmail.com
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de
press@syrianembassy.de
secretary@syrianembassy.de
BOTSCHAFT DER RUSSISCHEN FÖDERATION
S. E. Herrn Vladimir M. Grinin
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
Fax: 030-2299 397
E-Mail: info@Russische-Botschaft.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 09. Dezember 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
FAXE, E-MAILS UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich über den Verbleib von Jihad As’ad Mohamed aufzuklären. Sollte sich Jihad As’ad Mohamed in staatlichem Gewahrsam befinden und nur wegen der friedlichen Wahrnehmung seiner Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert sein, so fordere ich Sie auf, ihn umgehend und bedingungslos freizulassen.
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Sorgen Sie bitte dafür, dass Jihad As’ad Mohamed vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt und dass ihm umgehend Zugang zu seinen Familienangehörigen und zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl gewährt wird.
- Bitte sorgen Sie zudem dafür, dass Jihad As’ad Mohamed Zugang zu jeder benötigten medizinischen Versorgung erhält.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Calling on the Syrian authorities to immediately disclose Jihad As’ad Mohamed’s whereabouts, and release him immediately and unconditionally if he has been detained solely for the peaceful exercise of his rights to freedom of expression, association and assembly.
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Urging them to ensure that he is protected from torture and other ill-treatment and allowed immediate contact with his family and lawyers of his choice.
- Urging them to grant Jihad As’ad Mohamed access to any medical attention he may require.
Sachlage
Einem engen Freund von Jihad As’ad Mohamed zufolge wurde dieser zuletzt am 10. August 2013 bei einer Familienfeier im Bezirk Barzeh in Damaskus gesehen. Er wollte von dort aus in den Vorort Dummar, nordwestlich von Damaskus, fahren, wo er weitere Familienangehörige besuchen wollte. Kurz nach seiner Abfahrt wurde sein Mobiltelefon ausgeschaltet und Jihad As’ad Mohamed kam auch nicht in Dummar an. Seitdem er Barzeh verlassen hat, hat niemand etwas von ihm gehört. Die Gesundheit von Jihad As’ad Mohamed ist gefährdet, denn er leidet an verschiedenen Lebensmittelunverträglichkeiten. Aufgrund dessen kann er sich nur eingeschränkt ernähren und muss zudem Medikamente nehmen, um allergische Reaktionen zu verhindern.
Es ist davon auszugehen, dass Jihad As’ad Mohamed auf dem Weg nach Dummar festgenommen worden ist, da sowohl die Gegend um das Haus seiner Familie in Barzeh als auch die Gegend um Dummar zu der Zeit offenbar unter der Kontrolle der syrischen Regierungstruppen standen. Um nach Dummar zu gelangen, hätte Jihad As’ad Mohamed zumindest ein Gebäude des Geheimdienstes der syrischen Luftwaffe passieren müssen. Inoffiziellen Angaben zufolge wurde er dort später gesehen, ist aber möglicherweise in die Abteilung 285 der syrischen Staatssicherheit verlegt worden.
Jihad As’ad Mohamed ist Schriftsteller und hat sich in der Vergangenheit in seinen Werken öffentlich für Reformen in Syrien ausgesprochen. Er wurde nach einem Interview mit einem russischen Nachrichtensender von Angehörigen der syrischen Staatssicherheit zu einer Befragung vorgeladen. Sein im Ausland lebender Freund berichtete, Jihad As’ad Mohamed habe seitdem das Gefühl gehabt, überwacht zu werden, und zudem befürchtet, festgenommen zu werden.
Hintergrundinformation
Jihad As’ad Mohamed arbeitet seit mehreren Jahren als Journalist und Schriftsteller in Syrien. Er war Herausgeber der kommunistischen Zeitschrift Kassiun, die vom syrischen Nationalkomitee für die Einheit syrischer Kommunisten gegründet wurde. Nach Beginn der Unruhen in Syrien im März 2011 hat Jihad As’ad Mohamed eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, in denen er friedliche Reformen fordert und sich gegen das gewaltsame Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte gegen friedlich Demonstrierende ausspricht. Sein Interview mit Russia Today, aufgrund dessen er von den Sicherheitskräften befragt wurde, kann unter folgendem Link auf Arabisch angesehen werden: http://www.youtube.com/watch?v=YkPAldu0E4o. Weitere Artikel in arabischer Sprache finden Sie hier: http://www.aleftoday.info/author.php?id=60.
Amnesty International hat die Menschenrechtsverletzungen gegen Journalisten und Schriftsteller durch die syrische Regierung sowie bewaffnete Oppositionsgruppen dokumentiert. Lesen Sie hierzu den englischsprachigen Bericht: Shooting the messenger: Journalists targeted by all sides in Syria (http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/014/2013/en).
Weiterführende Informationen über Folter und andere Misshandlungen in syrischen Hafteinrichtungen finden Sie in dem englischsprachigen Artikel von März 2012: 'I wanted to die': Syria's torture survivors speak out (http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/016/2012/en). Hunderte sind seit Beginn der Unruhen im Gewahrsam der syrischen Sicherheitskräfte gestorben. Amnesty International hat dieses Vorgehen im August 2011 in einem englischsprachigen Bericht dokumentiert: Deadly detention: Deaths in custody amid popular protest in Syria (http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/035/2011/en).
Die Mehrzahl der von Amnesty International dokumentierten Menschenrechtsverletzungen wurde von den syrischen Streitkräften und Milizen der als Shabiha bekannten regierungstreuen Gruppierungen begangen. Doch auch bewaffnete Oppositionskräfte haben sich Menschenrechtsverstößen schuldig gemacht, darunter der Folterung und Tötung gefangengenommener Angehöriger der Armee und der Shabiha sowie auch der Entführung und Tötung tatsächlicher und vermeintlicher RegierungsanhängerInnen und -unterstützerInnen. Außerdem versuchten sie durch die Geiselnahme von Zivilpersonen Gefangenenaustausche herbeizuführen. Amnesty International verurteilt diese Menschenrechtsverstöße scharf und hat die Führungsebene sämtlicher in Syrien operierender bewaffneter Oppositionsgruppen dazu aufgerufen, derartige Handlungen in einer öffentlichen Bekanntmachung zu verbieten und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit oppositionelle Gruppen keine Menschenrechtsverstöße mehr begehen. Lesen Sie hierzu den englischsprachigen Bericht Syria: Summary killings and other abuses by armed opposition groups vom 14. März 2013 (Index: MDE 24/008/2013, http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE24/008/2013/en).