Umweltschützer angeschossen

Der Umweltschützer Jesús Sánchez de la Barquera ist vor seinem Haus im Bundesstaat Mexiko unweit der Hauptstadt Mexiko-Stadt angeschossen und verletzt worden. Bereits im Vorfeld war er bedroht und aufgefordert worden, sein Engagement einzustellen. Jesús Sánchez tritt ein für den Schutz der Wälder und das Recht der AnwohnerInnen, in die Planung der Nutzung ihres Landes einbezogen und darüber informiert zu werden.

Appell an

INNENMINISTER
Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont
Secretario de Gobernación
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister / Señor Secretario)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES MEXIKO
Lic. Enrique Peña Nieto
Gobernador del Estado de México
Lerdo Poniente Número 300
Palacio Del Poder Ejecutivo
Col. Centro, Toluca 50000
Estado de México
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/ Señor Gobernador)
Fax: (0052) 722 276 0046
E-Mail: gob@gem.gob.mx

GENERALSTAATSANWALT DES BUNDESSTAATES MEXIKO
Lic. Alberto Bazbaz Sacal
Procurador del Estado de México
Av. Morelos Ote. No. 1300, Piso 6
Centro Estatal de Justicia
Col. San Sebastián, Toluca 50090
Estado de México
MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney/ Señor Procurador)
Fax: (0052) 722 226 1600 oder 3297
E-Mail: gemcpgj@mail.edomex.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSZENTRUM
"Fray Francisco de Vitoria O.P."
E-Mail: juridico@derechoshumanos.org.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. November 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • die Behörden auffordern, die Drohungen und den Angriff auf Jesús Sánchez de la Barquera zu untersuchen und die TäterInnen zur Verantwortung zu ziehen;

  • darauf dringen, dass in Absprache mit Jesús Sánchez und seiner Familie für ihren effektiven Schutz gesorgt wird;

  • die Behörden aufrufen, umgehend eine vollständige und unparteiische Aufklärung des Todes von Fernando Mayén Sánchez in die Wege zu leiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen;

  • die Behörden daran erinnern, dass die UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern die Rechtmäßigkeit der Aktivitäten von MenschenrechtlerInnen und ihr Recht, ohne Behinderung, Angst oder Repressalien ihrer Arbeit nachzugehen, anerkennt.

Sachlage

Als Jesús Sánchez am Morgen des 29. September 2009 seine Tochter zu einer nahegelegenen Bushaltestelle bringen wollte, wurde er von einem Mann angeschossen, der in einem Auto vor dem Haus des Umweltschützers im Bezirk Jilotzingo gewartet hatte. Die Kugel durchdrang seine Schulter. Mittlerweile ist Jesús Sánchez genesen und nun aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sein Leben und das seiner Familie ist jedoch immer noch in Gefahr, denn sie haben mehrfach Morddrohungen erhalten.

Jesús Sánchez ist ein bekannter Umweltschützer und tritt mit seiner Gemeinde zum Schutz der Wälder der Region vor illegalem und unmäßigem Bau von Wohn- und Geschäftsgebäuden ein. Er hat mehrfach mit öffentlichen Aktionen die mangelnde Einbeziehung der BewohnerInnen und die rechtswidrige Landnutzung durch GemeindevertreterInnen kritisiert und verschiedene Klagen gegen sie angestrengt. In mehreren Fällen fiel das Gerichtsurteil zu seinen Gunsten aus, seither werden er und seine Familie bedroht. Am 12. Oktober wurde die Tochter von Jesús Sánchez von UnterstützerInnen der Behörden angeschrieen: "Seid ihr immer noch da? Kapiert ihr es nicht? Fahrt zur Hölle!"

Bereits im März 2008 war der Umweltschützer und Anwalt Fernando Mayén Sánchez angeschossen worden, nachdem er Drohungen erhalten hatte. Er starb an den Verletzungen. Fernando Mayén Sánchez hatte eine Gruppe von EinwohnerInnen des Bezirks Jilotzingo (unter ihnen Jesús Sánchez und seine Familie) vor Gericht vertreten, als sie sich gegen den Bau einer Mülldeponie auf Gemeindeland neben einer Quelle und einem Damm zur Wehr setzten. Bisher wurde niemand für den Tod des Umweltschützers zur Verantwortung gezogen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

MenschenrechtlerInnen sind in Mexiko oft Drohungen und Übergriffen ausgesetzt. Häufig kommt es auch zu politisch motivierten strafrechtlichen Anklagen und Inhaftierungen, wenn die Betroffenen Proteste organisiert oder die Achtung der Menschenrechte gefordert haben. Menschen, die sich für wirtschaftliche und soziale Rechte und den Umweltschutz engagieren, haben es noch schwerer, da ihre Arbeit oft nicht anerkannt wird und ihnen Eigeninteressen starker Lobbys entgegenstehen.

Die mexikanische Regierung hat zugestimmt, für den Schutz mehrerer MenschenrechtlerInnen zu sorgen, wie dies die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR) angeordnet hat. Einige der Betroffenen berichten jedoch, dass keine effektiven Maßnahmen zu ihrem Schutz getroffen wurden. Auch wurden keine wesentlichen Bemühungen unternommen, um die Fälle von Misshandlungen von MenschenrechtlerInnen zu untersuchen. Straffreiheit ist hier die Regel, somit ist es möglich, dass es zu weiteren Angriffen kommt.