Gesundheit gefährdet
Syrien: Hunderte Protestierende weiter in Haft
© Jasmine Syria/Demotix
Mohammed Hasan al-Labwani wird seit seiner Festnahme durch den Geheimdienst, auch Staatssicherheit genannt, am 18. August ohne Kontakt zur Außenwelt in der Stadt al-Zabadani nahe Damaskus festgehalten. Seine Familie sorgt sich um seine Gesundheit, da er an einer schwerwiegenden Erkrankung leidet. Ihm drohen außerdem Folter und anderweitige Misshandlungen.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/ Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
INNENMINISTER
Major General Mohamad Ibrahim al-Shaar
Minister of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/ Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 311 0554
Sende eine Kopie an
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 62-512 / -3
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de,
press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. Oktober 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Mohammed Hasan al-Labwani seit dem 18. August ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird und deshalb von Folter und anderweitigen Misshandlungen bedroht ist. Ich bitte Sie um eine unverzügliche Untersuchung und darum, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
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Ich fordere Sie auf, Mohammed Hasan al-Labwani vor weiterer Folter und Misshandlungen zu schützen und dafür zu sorgen, dass er ausreichend medizinisch versorgt wird und Kontakt zu seiner Familie und Rechtsbeiständen seiner Wahl aufnehmen darf.
- Stellen Sie sicher, dass der Gefangene freigelassen wird, sofern er nicht einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt wird und ein faires Gerichtsverfahren erhält, das internationalen Standards entspricht.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Expressing concern that Mohammed Hasan al-Labwani has been held incommunicado since 18 August and has allegedly been subjected to torture or other ill-treatment, and calling for these allegations to be investigated promptly and for anyone responsible to be brought to justice.
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Urging the Syrian authorities to ensure that Mohammed Hasan al-Labwani is protected against further torture and other ill-treatment, provided with any medical attention he requires and allowed immediate contact with his family and a lawyer of his choice.
- Calling for him to be released unless he is to be charged with a recognizable criminal offence and brought promptly to trial in accordance with international standards for fair trial.
Sachlage
Laut einem Menschenrechtler aus al-Zabadani gab es keine Informationen über den 47-jährigen Mohammed Hasan al-Labwani, bis der Vorsitzende des örtlichen Rates sich bei der Staatssicherheit vor Ort über seinen Verbleib erkundigte. Der Vorsitzende des Rates wurde darüber informiert, dass "Mohammed Hasan al-Labwani von der Staatssicherheit in Damaskus gesucht wurde und sich in deren Gewahrsam befindet". Über den Grund der Festnahme wurde er allerdings nicht informiert.
Mohammed Hasan al-Labwani leidet an einem Gehirntumor und laut einem medizinischen Bericht, der Amnesty International vorliegt, ist seine Gesundheit durch die Festnahme stark gefährdet, da er wahrscheinlich weder eine ausreichende medizinische Versorgung noch die notwendigen Medikamente erhält.
Soweit Amnesty International bekannt ist, haben die syrischen Behörden bislang keine Angaben über rechtliche Maßnahmen gegen Mohammed Hasan al-Labwani oder seinen Gesundheitszustand gemacht. Ein Mitgefangener, der am 24. August freigelassen worden war, berichtete aber, dass Mohammed Hasan al-Labwani einmal geschlagen wurde. Der ehemalige Gefangene wusste nicht, ob Mohammed Hasan al-Labwani Zugriff auf die Medikamente hatte, die die Familie am 18. August über Kontakte an die Staatssicherheitskräfte in Damaskus weitergegeben hatte.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Mohammed Hasan al-Labwani seit dem 18. August ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird und deshalb von Folter und anderweitigen Misshandlungen bedroht ist. Ich bitte Sie um eine unverzügliche Untersuchung und darum, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
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Ich fordere Sie auf, Mohammed Hasan al-Labwani vor weiterer Folter und Misshandlungen zu schützen und dafür zu sorgen, dass er ausreichend medizinisch versorgt wird und Kontakt zu seiner Familie und Rechtsbeiständen seiner Wahl aufnehmen darf.
- Stellen Sie sicher, dass der Gefangene freigelassen wird, sofern er nicht einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt wird und ein faires Gerichtsverfahren erhält, das internationalen Standards entspricht.
[APPELLE AN]
STAATSPRÄSIDENT
Bashar al-Assad
Presidential Palace
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/ Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 332 3410
INNENMINISTER
Major General Mohamad Ibrahim al-Shaar
Minister of Interior
'Abd al-Rahman Shahbandar Street
Damascus, SYRIEN
(korrekte Anrede: Your Excellency/ Exzellenz)
Fax: (00 963) 11 311 0554
KOPIEN AN
AUßENMINISTER
Walid al-Mu’allim
Ministry of Foreign Affairs
al-Rashid Street, Damascus, SYRIEN
Fax: (00 963) 11 214 62-512 / -3
BOTSCHAFT DER ARABISCHEN REPUBLIK SYRIEN
S.E. Herrn Radwan Loutfi
Rauchstr. 25
10787 Berlin
Fax: 030-5017 7311
E-Mail: info@syrianembassy.de,
press@syrianembassy.de, secretary@syrianembassy.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. Oktober 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Die Demonstrationen für Reformen in Syrien begannen im Februar 2011 und entwickelten sich Mitte März zu Massenprotesten. Seitdem hat sich diese erstmalige Demonstrationswelle mit einer derartigen Wucht im gesamten Land verbreitet, dass trotz der Unterdrückung seitens der Regierung und der daraus resultierenden Hunderten von Toten kein Ende in Sicht ist. Die Demonstrierenden fordern mehr Rechte und Freiheiten und das Ende des Regimes von Präsident Bashar-al Assad. Obwohl die Demonstrationen größtenteils friedlich verlaufen, reagieren die syrischen Behörden in ihrem Bestreben, die Demonstrationen niederzuschlagen, mit großer Brutalität. Die Sicherheitskräfte haben wiederholt übermäßige Gewalt angewendet. Sie lassen Scharfschützen in eine Menge von friedlichen Demonstrierenden schießen und setzen Armeepanzer ein, um Wohngegenden zu bombardieren, während sie sich damit rechtfertigen, dass die Regierung von bewaffneten Banden angegriffen wird. Amnesty International verfügt über die Namen von mehr als 1.900 Menschen, die laut Berichten im Zusammenhang mit den Demonstrationen seit Mitte März starben oder getötet wurden. Vermutlich sind viele von ihnen unter Einsatz von scharfer Munition von Sicherheitskräften getötet worden, während sie an friedlichen Demonstrationen oder Beerdigungen der Opfer teilnahmen.
Tausende weitere Menschen wurden festgenommen. Viele von ihnen haben keinen Kontakt zur Außenwelt und werden an unbekannten Orten festgehalten, wo Berichten zufolge Folter und anderweitige Misshandlungen angewendet werden. Laut einem örtlichen Menschenrechtler wurden seit Beginn der Massenproteste im März mindestens 450 Menschen zwischen 13 und 74 Jahren in al-Zabadani und der näheren Umgebung festgenommen. Der Menschenrechtler gab Amnesty International gegenüber an, dass die Festgenommenen während Hausdurchsuchungen, bei Sicherheitskontrollen oder bei einzelnen Festnahmen am Arbeitsplatz sowie willkürlichen Festnahmen auf den Straßen inhaftiert worden seien. Laut dem Menschenrechtsaktivisten nahm Mohammed Hasan al-Labwani seit seiner Freilassung am 12. Mai nicht mehr an den Demonstrationen teil. Er wurde zuvor im Zusammenhang mit den massiven Protesten ungefähr zehn Tage lang von Staatssicherheitskräften gefangen gehalten und laut Berichten in dieser Zeit gefoltert (siehe UA-87/2011).