Medizinische Versorgung verweigert

Der inhaftierte Robert San Aung, der sich in der Demokratiebewegung engagiert, benötigt dringend medizinische Versorgung. Seit er Ende 2008 in das Gefängnis von Kale in der nordwestlichen Region Sagaing verlegt wurde, hat er auf einem Auge seine Sehkraft verloren. Er durfte jedoch bislang nicht von einem Augenarzt behandelt werden.

Appell an

INNENMINISTER
Maung Oo
Minister for Home Affairs
Ministry of Home Affairs
Office No. 10, Naypyitaw
MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 95) 67 412 439

INFORMATIONSMINISTER
Brigadier-General Kyaw Hsan
Ministry of Information
Bldg. (7), Naypyitaw,
MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister)

AUSSENMINISTER
Nyan Win
Minister of Foreign Affairs
Ministry of Foreign Affairs, Naypyitaw,
MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister)

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER UNION MYANMAR
S.E. Herrn U Tin Win
Thielallee 19, 14195 Berlin
Fax: 030-2061 5720
E-Mail: info@botschaft-myanmar.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Birmanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. November 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • die Behörden auffordern, Robert San Aung umgehend die erforderliche fachärztliche Behandlung seines Augenleidens und jegliche weitere benötigte medizinische Betreuung zu gewähren;

  • an die Behörden appellieren, Robert San Aung bedingungslos freizulassen, sobald er die dringend benötigte medizinische Behandlung erhalten hat;

  • die Behörden daran erinnern, dass jede Regierung dazu verpflichtet ist, sicherzustellen, dass alle Gefangenen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und jeglicher erforderlicher Behandlung haben.

Sachlage

Am 19. Juni 2008 wurde Robert San Aung festgenommen, weil er an einer friedlichen Demonstration vor dem Domizil der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi teilgenommen hatte. Wegen seiner Beteiligung an dieser friedlichen Protestkundgebung verurteilte ein Gericht ihn zu zweieinhalb Jahren Haft. Er wurde am 24. November 2008 vom Insein-Gefängnis in seiner Heimatstadt Yangong, der größten Stadt Myanmars, in das 1090 km weit entfernte Gefängnis von Kale verlegt.

Nach Aussagen einer verlässlichen Quelle, die in regelmäßigem Kontakt zu Robert San Aung steht, hat er vor Kurzem auf einem Auge seine Sehkraft verloren. Das Gefängnispersonal verweigerte ihm jedoch eine fachärztliche Behandlung. Jede Regierung ist verpflichtet, sicherzustellen, dass alle Gefangenen Zugang zu angemessener medizinischer Behandlung erhalten. Seit Robert San Aung in das Gefängnis von Kale verlegt wurde, soll er bisher nur ein einziges Mal, am 25. Juni 2009, von einem Arzt untersucht worden sein. Der Arzt gab ihm zehn Schmerztabletten. Seitdem hat Robert San Aung keine medizinische Behandlung mehr erhalten.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Robert San Aung ist ein Rechtsanwalt, der 1993 seine Zulassung verlor, weil er AktivistInnen, die sich in der Demokratiebewegung engagierten, vertreten und das Rechtssystem von Myanmar kritisiert hatte. Er befand sich wegen seines Engagements für die Demokratie von 1997 bis 2003 schon einmal in Haft (siehe UA-27/2009 vom 26. Januar 2009).

Gegenwärtig sind in Myanmar über 2000 politische Gefangene inhaftiert. Sie alle sind in Gefahr, gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden. Am 17. September wurden im Rahmen einer von der Regierung bekannt gegebenen Amnestie 7114 Gefangene aus "humanitären Gründen" freigelassen. Lediglich 127 von ihnen waren politische Gefangene. RegimekritikerInnen und AktivistInnen, die sich für die Demokratie einsetzen, werden in Myanmar regelmäßig schikaniert und inhaftiert.

Die schlechten Haftbedingungen und der fehlende Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung in den Gefängnissen führen dazu, dass Gefangene oft krank werden. Amnesty International erhält regelmäßig Berichte darüber, dass die Gefängnisbehörden den politischen Gefangenen Medikamente oder medizinische Behandlung verweigern. Ein weiterer politischer Gefangener, Hla Myo Naung, ist in Gefahr, sein Augenlicht zu verlieren, weil ihm eine fachgerechte Behandlung verweigert wird (siehe UA-83/2009 vom 26. März 2009). Seit fast vier Jahren hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz keinen Zugang mehr zu Gefängnissen in Myanmar.