Zwangsräumung ausgesetzt

Blick auf Lubango, Angola 2007

Blick auf Lubango, Angola 2007

Die für den 25. August 2011 angekündigte Zwangsräumung des im Zentrum der Stadt Lubango gelegenen Viertels Arco Iris hat nicht stattgefunden. Nach Einschätzung der BewohnerInnen des Viertels ist die rechtswidrige Zwangsräumung nicht zuletzt dank des Einsatzes von Amnesty International und der örtlichen Nichtregierungsorganisation Associação Construindo Comunidades ausgesetzt worden.

Sachlage

Der Gouverneur der Provinz Huila gab am oder um den 22. August herum auf einer Pressekonferenz bekannt, dass die geplante Zwangsräumung des Viertels Arco Iris nicht stattfinden werde. Die Stadtverwaltung, so der Gouverneur, habe ihre Arbeiten an der Zuteilung der Grundstücke an die BewohnerInnen des Viertels noch nicht abgeschlossen. Außerdem fehle es in dem Gebiet, in das sie umgesiedelt werden sollten, an Grundversorgungseinrichtungen. Der Abriss der Häuser in Arco Iris sei deshalb "abgesagt" worden.

Derzeit ist noch unklar, ob die Zwangsräumung nur vorübergehend oder dauerhaft abgesagt worden ist. Die BewohnerInnen von Arco Iris vermuten, dass zumindest in naher Zukunft keine Räumungen stattfinden werden, da für das zweite Halbjahr 2011 Parlamentswahlen anberaumt worden sind.

Die Stadtverwaltung von Lubango hatte den BewohnerInnen des Viertels Arco Iris (auch unter dem Namen Dr. António Agostinho Neto bekannt) am 29. Juni auf schriftlichem Wege mitgeteilt, dass ihre Häuser abgerissen werden sollen, um einer neuen Straße Platz zu machen. Den rund 750 Familien war eine Frist von 30 Tagen eingeräumt worden, um den Stadtteil zu verlassen. Die Stadtverwaltung bot ihnen ein Stück Land 14 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt an, auf dem sie neue Häuser bauen könnten. Entschädigung oder eine andere Art der Unterstützung war den betroffenen Familien nicht in Aussicht gestellt worden. In der Mitteilung hatten die BewohnerInnen des Viertels zum ersten Mal von den Abrissplänen der städtischen Behörden erfahren.

Einer der BewohnerInnen teilte Amnesty International mit, seit der Ankündigung des Provinzgouverneurs seien weder weitere Landparzellen zugeteilt worden noch hätten Gespräche zwischen den BewohnerInnen und den städtischen Behörden stattgefunden.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Appelle der TeilnehmerInnen am Eilaktionsnetz sind nicht erforderlich.