Freilassung

Mohammad Maleki

Mohammad Maleki

Der Wissenschaftler Dr. Mohammad Maleki ist am 1. März auf Kaution freigelassen worden. Er war 191 Tage im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Man hatte ihn offenbar aufgrund seiner Kritik am Ablauf der umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 festgenommen. Ihm könnten nach wie vor Anklagen und eine Verurteilung bevorstehen.

Sachlage

Mohammad Maleki leidet an Diabetes, Herzrhythmusstörungen und Prostatakrebs. Er kann nicht mehr ohne Hilfe gehen. Seine Familie hatte sich am 20. Februar 2010 öffentlich besorgt darüber geäußert, dass man ihr seit 20 Tagen keinen Besuch bei Mohammad Maleki gestattet hatte, und gesagt, dass sie um sein Leben fürchte.

Mohammad Maleki war am 22. August 2009 im Zuge der Massenproteste gegen das umstrittene Ergebnis der Präsidentschaftswahlen vom 12. Juni von fünf Angehörigen des Geheimdienstministeriums in seinem Haus festgenommen worden. Die Geheimdienstmitarbeiter durchsuchten das Haus und konfiszierten persönliche Gegenstände, darunter ein Computer, ein Mobiltelefon, Laptops und bis zu 80 Bücher. Sie filmten die Hausdurchsuchung und nahmen Dr. Mohammad Maleki anschließend fest. Dann brachte man ihn in den Trakt 209 des Evin-Gefängnisses in Teheran, der dem Geheimdienstministerium untersteht.

Der 76-jährige Mohammad Maleki war früher Kanzler der Teheraner Universität. Er ist in keiner politischen Partei aktiv und soll auch nicht an der umstrittenen Präsidentenwahl teilgenommen haben. Zwar kritisierte er das Vorgehen bei den Wahlen, er äußerte sich in der Öffentlichkeit jedoch über keinen der vier aufgestellten Präsidentschaftskandidaten. Am 25. Mai, kurz vor der Wahl, hatte er den Aufbau der neuen Menschenrechtsorganisation Solidarity for Democracy and Human Rights in Iran unterstützt. Wenn Mohammad Maleki vor Gericht gestellt und verurteilt wird, so ist er nach Ansicht von Amnesty International als ein gewaltloser politischer Gefangener zu betrachten.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.