ROMA-FAMILIEN OBDACHLOS

Informelle Roma-Siedlung in Seine-Saint-Denis im Nordosten von Paris, Frankreich

Informelle Roma-Siedlung in Seine-Saint-Denis im Nordosten von Paris, Frankreich

Eine Gruppe von 150 Menschen, größtenteils Roma-Migrant_innen aus Rumänien, darunter Schwangere und Kinder, kampieren seit September vor dem Rathaus der französischen Stadt La Courneuve. Am 27. August waren sie aus der informellen Siedlung "Le Samaritain" vertrieben worden. Angesichts des anstehenden Wintereinbruchs benötigen die Männer, Frauen und Kinder sofort eine alternative Unterkunft.

Appell an

PRÄFEKT VON SEINE SAINT DENIS
Mr Philippe Galli
Préfecture de Seine Saint Denis
1, Esplanade Jean Moulin
93 700 Bobigny cedex
FRANKREICH
(Anrede: Monsieur Le Préfet /
Sehr geehrter Herr Präfekt)
Fax: (00 33) 1 48 30 22 88
E-Mail: prefecture@seine-saint-denis.gouv.fr oder
philippe.galli@seine-saint-denis.gouv.fr

Sende eine Kopie an

BEAUFTRAGTER FÜR CHANCENGLEICHHEIT
Mr Didier Leschi
Délégué à l’égalité des chances
Préfecture de Seine Saint Denis
1 esplanade Jean Moulin
93 007 Bobigny cedex
FRANKREICH
Fax: (00 33) 1 48 30 22 88
E-Mail: didier.leschi@seine-saint-denis.gouv.fr

BÜRGERMEISTER VON LA COURNEUVE
Mr Gilles Poux
Mairie de la Courneuve
Avenue de la République
93120 La Courneuve
FRANKREICH
E-Mail: gilles.poux@ville-la-courneuve.fr

BOTSCHAFT DER FRANZÖSISCHEN REPUBLIK
S. E. Herrn Philippe Noël Marie Marc Etienne
Pariser Platz 5
10117 Berlin
Fax: 030-590 039 110
E-Mail: diplo@ambafrance-de.org

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. November 2015 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte sorgen Sie umgehend dafür, dass gemäß internationalen Menschenrechtsstandards und nach Rücksprache mit den betroffenen Familien angemessene Alternativunterkünfte für die Roma-Familien gefunden werden.

  • Bitte stellen Sie sicher, dass die soziale und gesundheitliche Situation jeder Familie angemessen kontrolliert wird, sodass sie ihre Menschenrechte umfassend wahrnehmen können, darunter auch das Recht auf Bildung und den Zugang zu medizinischer Versorgung.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the authorities to provide the Roma families with adequate housing, in accordance with international human rights standards, and in genuine consultation with the affected families.

  • Calling on authorities to ensure an adequate monitoring of the social and health situation of each family so that they can fully enjoy their human rights, including the rights to education, and to access health care.

Sachlage

Am 27. August wurde eine der ältesten informellen Siedlung Frankreichs, "Le Samaritain" in La Courneuve, in der ungefähr 80 Roma-Familien (ca. 300 Menschen) lebten, rechtswidrig zwangsgeräumt. Dies stellt einen Verstoß gegen internationale Menschenrechtsstandards dar.

Vor der Räumung fand keine Konsultation mit den Familien statt, und sie erhielten keine Informationen, wann diese genau stattfinden sollte. Am Tag der Zwangsräumung verwehrten die Beamt_innen den Familien die benötigte Zeit, um ihr Hab und Gut einzupacken. In der Folge verloren viele ihre Ausweisdokumente.

Nur etwa ein Dutzend Menschen konnten wenige Tage in einem Hotel verbringen, während die übrigen obdachlos wurden. Seit der Zwangsräumung kampieren ungefähr 150 Menschen vor dem Rathaus. Viele von ihnen haben langfristige Arbeitsverträge und Kinder, die regelmäßig zur Schule gehen.

Angesichts des bevorstehenden Wintereinbruchs müssen diesen Menschen, die keinen Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen und Schwierigkeiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung haben, sofort angemessene Alternativunterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

In Frankreich finden unvermindert rechtswidrige Zwangsräumungen von Roma-Siedlungen statt. Zivilgesellschaftlichen Organisationen zufolge wurden im ersten Halbjahr 2015 über 4700 Roma aus 42 informellen Siedlungen vertrieben. In den meisten Fällen handelt es sich um rechtswidrige Zwangsräumungen.