Drei Tote nach Entführung

In der russischen Kaukasusrepublik Dagestan fand man ein ausgebranntes Auto, in dem sich die Leichname von drei Männern befanden. Einer wurde von einem Familienmitglied als Artur Butaev identifiziert. Islam Askerov und Arsen Butaev sind nach wie vor in Gefahr.

Appell an

GENERALSTAATSANWALT DER RUSSISCHEN FÖDERATION
Prosecutor General of the Russian Federation
Yurii Ya. Chaika
Ul. Bolshaia Dimitrovka 15a
Moscow GSP-3
125993 RUSSLAND
(korrekte Anrede: Dear Prosecutor General)
Fax: (007) 4956 9217 25

STAATSANWALT DER REPUBLIK DAGESTAN
Prosecutor of the Republic of Dagestan
Andrei I. Nazarov
Ul. M. Yarakskogo 84
Makhachkala
Republic of Dagestan

367003 RUSSLAND
(korrekte Anrede: Dear Prosecutor)
Fax: (007) 8722 6795 24

INNENMINISTER DER REPUBLIK DAGESTAN
Minister of Interior of the Republic of Dagestan Ali Alievich Magomedov
Prospekt Lenina 7
Makhachkala
Republic of Dagestan

367005 Russian Federation
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (007) 8722 6701 66

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER RUSSISCHEN FÖDERATION
S.E. Herrn Vladimir Kotenev
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
Fax: 030-2299 397
E-Mail: info@Russische-Botschaft.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Russisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 14. Oktober 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN RUSSIAN, ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • Expressing concern for the fate of Artur Butaev, Galzhi Gudaliev and Amiraslan Islamov;

  • urging the authorities to conduct an immediate investigation into the abduction of the men, establishing the fate of the three and if found, release them if they are not charged with a recognizable criminal offence;

  • calling on the authorities, to bring anyone found responsible for this crime to justice and to ensure the protection of Islam Askerov and Arsen Butaev.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • von den Behörden fordern, die Sicherheit von Islam Askerov und Arsen Butaev zu garantieren;

  • bei den Behörden darauf drängen, dass sofort umfassende, unabhängige und unparteiische Ermittlungen zu der Entführung der Männer und dem Tod von Artur Butaev, Gadzhi Gudaliev und Amiraslan Islamov angestellt werden;

  • die Behörden auffordern, alle für diesen Vorfall Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

Sachlage

Am 26. August 2009 fand man das Auto, das dem Vater von Artur Butaev gehörte, in einem Wald in der Nähe des Dorfes Talgi in Dagestan. Artur Butaevs Vater konnte den Leichnam seines Sohnes nur anhand seiner persönlichen Gegenstände, die er zum Zeitpunkt der Entführung bei sich trug, identifizieren. Auch das Auto, in dem die Leichname gefunden wurden, konnte von ihm identifiziert werden.

Die Körper der anderen beiden Männer sind so stark verbrannt, dass sie nur anhand von DNA-Tests identifiziert werden können. Die Familienangehörigen von Gadzhi Gudaliev und Amiraslan Islamov warten derzeit auf die Ergebnisse der DNA-Tests, um herauszufinden, ob es sich bei den Leichnamen um die beiden entführten Männer handelt.

Die anderen beiden Männer, Islam Askerov und Arsen Butaev, konnten am 23. August ihren Entführern entkommen. Sie sind untergetaucht, da ihre Leben in Gefahr sind.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die folgenden Angaben beruhen auf den Aussagen von Islam Askerov und Arsen Butaev: Islam Askerov, Arsen Butaev und Artur Butaev sind am 23. August 2009 in der russischen Kaukasusrepublik Dagestan entführt worden. Islam Askerov wurde von unbekannten Männern in Zivil entführt, als er sich in einer Straße in der Nähe seiner Wohnung befand. Die Entführer schlugen ihm auf den Hinterkopf, zogen ihm einen Sack über den Kopf und zerrten ihn in ein Auto. Zu späterer Zeit am selben Tag entführten Unbekannte auch die Cousins von Islam Askerov, Arsen Butaev und Artur Butaev. Die Entführer blockierten mit einem weißen Transporter die Straße, auf der Arsen Butaev und Artur Butaev unterwegs waren. Ohne sich auszuweisen, bedrohten die Entführer die beiden Cousins mit einer Pistole und zwangen sie, aus dem Auto zu steigen und sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen. Dann zog man ihnen Säcke über den Kopf, zerrte sie in den Transporter und brachte sie in ein Gebäude an einem unbekannten Ort.

Die drei Männer wurden verhört, die Säcke nahm man ihnen dabei nicht vom Kopf. Während des Verhörs wurden sie außerdem geschlagen und gewürgt. Man erpresste von ihnen "Geständnisse", denen zufolge sie Mitglieder illegaler bewaffneter Gruppierungen sein sollen. Anschließend wurden die drei Männer in dem selben Transporter fortgebracht. In dem Auto befanden sich bereits zwei andere Männer, Gadzhi Gudaliev und Amiraslan Islamov, zu deren Entführung Amnesty International keine näheren Informationen vorliegen.

Alle fünf Männer wurden am Flughafen von Makhachkala vorbei an einen unbekannten Ort gebracht. Nachdem man ihre Hände mit Klebeband gefesselt und Plastiktüten über ihre Köpfe gezogen hatte, wurden die fünf Männer in das Auto von Arsen Butaev und Artur Butaev gesetzt. Die Entführer schütteten Chloroform in das Auto, überschütteten es mit Benzin, deponierten einen Sprengkörper in dem Auto und gingen. Islam Askerov und Arsen Butaev konnten ihre Hände von den Fesseln befreien, den Sprengkörper aus dem Auto werfen und fliehen. Als die Entführer die Explosion hörten, kamen sie zum Auto zurück und verfolgten die Männer. Islam Askerov und Arsen Butaev konnten entkommen und riefen telefonisch um Hilfe. Als ihre Familienangehörigen an dem Ort des Geschehens ankamen, waren das Auto und die drei zurückgebliebenen Männer verschwunden. Man fand nur noch Klebebandreste und ein Telefon, das einem der Entführer gehörte.