Drohende Hinrichtung

Neuer Hinrichtungstermin: 30. November. Appellieren Sie jetzt an den Gouverneur von Tennessee, das Todesurteil in eine Haftstrafe umzuwandeln!

Appell an

GOUVERNEUR VON TENNESSEE
The Honorable Phil Bredesen
Governor’s Office, Tennessee
State Capitol, Nashville, TN 37243-0001, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (001) 615 532 9711
E-Mail: Phil.Bredesen@tn.gov oder

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle sofort, so dass sie vor dem 30. November 2010 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN
FORDERUNGEN

  • Ich bin mir der Schwere des Verbrechens, für das Stephen West zum Tod verurteilt worden ist, bewusst.

  • Ich bin jedoch sehr besorgt darüber, dass die Geschworenen nicht über den massiven Missbrauch des Angeklagten während seiner Kindheit unterrichtet und kein Sachverständigengutachten darüber eingeholt worden ist, welchen Einfluss dies auf Stephen West zum Tatzeitpunkt gehabt haben könnte.

  • Ich verweise darauf, dass den Geschworenen der Mitschnitt der Aussage des Mitangeklagten von Stephen West, dieser habe keinen der beiden Morde begangen, nicht zur Kenntnis gebracht worden ist.

  • Ich begrüße die Tatsache, dass nach der Gesetzeslage in Tennessee Ronald Martin aufgrund seines zum Tatzeitpunkt jugendlichen Alters nicht zum Tod verurteilt werden darf. Zugleich möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass Stephen West eine schwerere Strafe erhalten hat als der vermutlich unmittelbare Täter.

  • Ich möchte in Erinnerung rufen, dass Stephen West während seines Aufenthalts im Todestrakt für schwer psychisch krank befunden worden ist.

  • Ich fordere Sie eindringlich auf, das gegen Stephen West verhängte Todesurteil umzuwandeln.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Acknowledging the seriousness of the crime for which Stephen West was sentenced to death;

  • Expressing concern that his jury heard no evidence of the severe abuse to which he was allegedly subjected as a child, or any expert opinion on the effects this may have had on him at the time of the crime;

  • Noting that the jury never heard the tape of his co-defendant stating that Stephen West did not kill either victim;

  • Welcoming the fact that Tennessee law did not allow the death penalty against Ronald Martin because he was under 18 at the time of the crime, but drawing attention to the fact that Stephen West received a more severe punishment than the person who may have been the actual murderer;

  • Noting that on death row, Stephen West has been diagnosed as suffering from serious mental illness;

  • Calling on the Governor to grant clemency to Stephen West.

Sachlage

Im US-Bundesstaat Tennessee ist die Hinrichtung von Stephen West für den 9. November um 22 Uhr anberaumt worden. Der heute 48-jährige Mann war für schuldig befunden worden, 1986 im Alter von 23 Jahren zwei Menschen ermordet zu haben. Die letzten 23 Jahre hat er im Todestrakt verbracht. Ärzte haben bei ihm eine schwere psychische Erkrankung diagnostiziert.

Am 17. März 1986 wurden Wanda Romines und ihre 15-jährige Tochter Sheila in der gemeinsamen Wohnung der beiden im Osten des US-Bundesstaates Tennessee mit mehreren Messerstichen getötet. Das Mädchen war zuvor vergewaltigt worden. Der Tat angeklagt wurden Stephen West und der 17-jährige Ronald Martin, die sich beide unbestritten zum Tatzeitpunkt am Ort des Verbrechens aufgehalten hatten. Die Männer wurden in getrennten Verfahren vor Gericht gebracht. Als erstes begann der Prozess gegen Stephen West, in dessen Verlauf seine Verteidiger geltend machten, Ronald Martin sei der Drahtzieher des Verbrechens gewesen. Ihr Mandant Stephen West habe die Tat geschehen lassen, weil ihm von dem jüngeren Mann Gewalt angedroht worden sei. Stephen West wurde im März 1987 zum Tod verurteilt. Ronald Martin hatte zum Zeitpunkt der Tat noch nicht das Alter von 18 Jahren erreicht, so dass gemäß der Gesetzeslage in Tennessee die Todesstrafe nicht gegen ihn verhängt werden konnte. Das Gericht verurteilte ihn stattdessen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. In der Untersuchungshaft hatte Ronald Martin mit einem Zellengenossen über das Verbrechen gesprochen. In dem per Audiotape festgehaltenen Gespräch hatte er erzählt, nicht Stephen West, sondern er selbst habe die Frau und ihre Tochter getötet. Der Richter hatte das Audioband nicht als Beweismittel zugelassen und seine Entscheidung damit begründet, es handele sich dabei um einen Beweis vom Hörensagen.

Stephen West wurde vor Gericht von zwei Rechtsanwälten vertreten, die zum ersten Mal einen Mandanten in einem Todesstrafenprozess verteidigten. Sie hatten es unterlassen, Beweismittel über die von schweren Übergriffen seitens der Eltern geprägte Kindheit von Stephen West beizubringen – ein Umstand, der im Berufungsverfahren eine wesentliche Rolle spielte. Mehrere PsychologInnen waren zu der Erkenntnis gelangt, dass Stephen West durch die frühkindlichen Gewalterfahrungen schwere Traumata davongetragen hatte, die sein Verhalten zum Zeitpunkt des Verbrechen beeinflusst hatten. Dieser Umstand hätte im Prozess gegen die Verurteilung des Angeklagten wegen Mordes geltend gemacht oder als strafmildernd vorgebracht werden können.

Im Mai 2010 befasste sich im Auftrag der Rechtsanwälte von Stephen West ein Arzt nochmals intensiv mit den medizinischen Befunden, die über den Gefangenen vorliegen. Er entnahm den Unterlagen, dass bei Stephen West während seines Aufenthalts im Todestrakt schwere psychische Erkrankungen festgestellt worden waren, darunter schwere Depressionen, paranoide Schizophrenie und eine schizoaffektive Störung.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN auf Englisch]

In 1998 Stephen West’s father signed an affidavit stating "his mother and I severely abused Stephen from the time he was born in a mental institution in Indiana until he left home to join the army. We physically abused him by hitting him with our hands, sticks, bottles or anything else we had. This abuse was extreme and always very violent. Stephen was slammed against a wall so hard when he was a baby that he was knocked cross-eyed and required surgery." In 2001, a forensic psychologist stated "it is clear that Mr West suffered from intense psychological trauma and anxiety as a child directly due to the severe physical and emotional abuse of his parents". She concluded that he likely suffered from Posttraumatic Stress Disorder (PTSD), and that the "extreme trauma and anxiety during childhood set the stage for Mr West’s having an acute stress response [during the crime] and becoming emotionally overwhelmed by the situation". In 2002, another doctor specializing in clinical and forensic psychiatry noted that Stephen West’s family has a "significant history of mental illness", including bipolar disorder, and that his mother attempted suicide when pregnant with him. The expert wrote that "Stephen survived prolonged, life threatening maltreatment at the hands of his mother and her husband", including being beaten, kicked, punched and thrown into walls, and that the boy was also subjected to other "acts of cruelty", including public humiliation, degradation, captivity and isolation. He concluded that this kind of abuse "breaks the bonds that children need to develop into healthy adults" and from it Stephen West had developed an "insidious progressive form" of PTSD that "controlled and constricted his entire life", and that affected his conduct at the time of the crime. A third mental health expert drew similar conclusions, also in 2002.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN
FORDERUNGEN

  • Ich bin mir der Schwere des Verbrechens, für das Stephen West zum Tod verurteilt worden ist, bewusst.

  • Ich bin jedoch sehr besorgt darüber, dass die Geschworenen nicht über den massiven Missbrauch des Angeklagten während seiner Kindheit unterrichtet und kein Sachverständigengutachten darüber eingeholt worden ist, welchen Einfluss dies auf Stephen West zum Tatzeitpunkt gehabt haben könnte.

  • Ich verweise darauf, dass den Geschworenen der Mitschnitt der Aussage des Mitangeklagten von Stephen West, dieser habe keinen der beiden Morde begangen, nicht zur Kenntnis gebracht worden ist.

  • Ich begrüße die Tatsache, dass nach der Gesetzeslage in Tennessee Ronald Martin aufgrund seines zum Tatzeitpunkt jugendlichen Alters nicht zum Tod verurteilt werden darf. Zugleich möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass Stephen West eine schwerere Strafe erhalten hat als der vermutlich unmittelbare Täter.

  • Ich möchte in Erinnerung rufen, dass Stephen West während seines Aufenthalts im Todestrakt für schwer psychisch krank befunden worden ist.

  • Ich fordere Sie eindringlich auf, das gegen Stephen West verhängte Todesurteil umzuwandeln.

[APPELLE AN]

GOUVERNEUR VON TENNESSEE
The Honorable Phil Bredesen
Governor’s Office, Tennessee
State Capitol, Nashville, TN 37243-0001, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor)
Fax: (001) 615 532 9711
E-Mail: Phil.Bredesen@tn.gov oder

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle sofort, so dass sie vor dem 30. November 2010 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Acknowledging the seriousness of the crime for which Stephen West was sentenced to death;

  • Expressing concern that his jury heard no evidence of the severe abuse to which he was allegedly subjected as a child, or any expert opinion on the effects this may have had on him at the time of the crime;

  • Noting that the jury never heard the tape of his co-defendant stating that Stephen West did not kill either victim;

  • Welcoming the fact that Tennessee law did not allow the death penalty against Ronald Martin because he was under 18 at the time of the crime, but drawing attention to the fact that Stephen West received a more severe punishment than the person who may have been the actual murderer;

  • Noting that on death row, Stephen West has been diagnosed as suffering from serious mental illness;

  • Calling on the Governor to grant clemency to Stephen West.