Morddrohung

Paramilitärs haben gedroht, drei Menschenrechtler, die sie der Zugehörigkeit zu Guerillagruppen beschuldigen, zu töten.

Appell an

STELLVERTRETENDER PRÄSIDENT
Dr. Francisco Santos Calderón
Vicepresidencia
Carrera 8A No 7-27
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Vice-president Santos/Estimado Sr. Vicepresidente Santos)
Fax: (0057) 1 565 7682 (wenn jemand abhebt, sagen Sie bitte "me da tono de fax, por favor")

GENERALSTAATSANWALT
Fiscal General de la Nación, Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01)
Bloque C, Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimado Sr. Fiscal)
Fax: (0057) 1 570 2000 (Sie werden auf Spanisch aufgefordert 2017 zu wählen)

Sende eine Kopie an

NICHTREGIERUNGSORGANISATION
Comité Permanente por la Defensa de los Derechos Humanos en Risaralda
Calle 13 # 6-39
Pereira
Risaralda
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. September 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • calling on the authorities to guarantee the safety of Guillermo Castaño, Mauricio Cubides, Yezid Beltrán and other members of human rights organizations working in the Departments of Risaralda and Quindío, using all measures deemed appropriate by those at risk;

  • calling for full and impartial investigations into the death threat received on 31 July, the results of which should be made public and those responsible brought to justice;

  • calling for decisive action to confront and dismantle paramilitary groups and investigate and break their links with the security forces, in line with repeated UN recommendations;

  • reminding the authorities to adhere to their obligations to human rights defenders, as laid out in the UN Declaration on Human Rights Defenders, the Organization of American States Human Rights Defenders in the Americas resolutions and in repeated recommendations made to them by the UN.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • die Behörden auffordern, die Sicherheit von Guillermo Castaño, Mauricio Cubides, Yezid Beltrán und anderen Mitgliedern von Menschenrechtsorganisationen, die in den Departements Risaralda und Quindío arbeiten, zu garantieren und dazu alle von den Betroffenen als angemessen erachtete Maßnahmen zu ergreifen;

  • sie auffordern, eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen vom 31. Juli 2009 einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;

  • darauf dringen, dass sie unverzüglich aktiv werden, um den paramilitärischen Gruppen entgegenzutreten und sie zu entwaffnen, ihre Verbindungen zu Sicherheitskräften zu untersuchen und zu unterbinden, und zwar in Übereinstimmung mit den wiederholten Empfehlungen der UN;

  • die Behörden daran erinnern, ihren Verpflichtungen gegenüber MenschenrechtlerInnen, wie sie in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern, der Resolution über Menschenrechtsverteidiger der Organisation Amerikanischer Staaten und wiederholten Empfehlungen der UN an Kolumbien dargelegt werden, nachzukommen.

Sachlage

Am 31. Juli 2009 wurde von der paramilitärischen Gruppe Águilas Negras – Eje Cafetero eine Morddrohung per E-Mail an drei Menschenrechtler gesendet. Die drei Männer arbeiten in den Departements Risaralda und Quindío im Westen Kolumbiens. Es handelt sich um Guillermo Castaño, Präsident der für Risaralda zuständigen Abteilung einer Organisation zum Schutz der Menschenrechte namens Comité Permanente por la defensa de los derechos humanos (CPDH), Mauricio Cubides, Mitglied der Menschenrechtsorganisation Colectivo de Derechos Humanos Domingo Taborda, die Dokumentarfilme über Menschenrechtsverletzungen dreht, und Yezid Beltrán, Vorsitzender des Frühwarnsystems zur Verteidigung der Menschenrechte in der so genannten Region Eje Cafetero (Sistema de Alertas Tempranas en el Eje Cafetero de la Defensoría del Pueblo). Bei Eje Cafetero handelt es sich um die Bezeichnung einer bekannten Kaffeeanbauregion in Kolumbien. Das Frühwarnsystem zur Verteidigung der Menschenrechte ist eine Regierungsinitiative zur Vorbeugung gegen Menschenrechtsverletzungen, die von Beteiligten am bewaffneten Konflikt in Kolumbien begangen werden.

In der E-Mail hieß es, dass die betroffenen Männer "Teil einer subversiven und terroristischen Struktur in Quindío" seien und die UnterstützerInnen von paramilitärischen Gruppen werden ermutigt, "sie zu verfolgen und zu töten, da sie es nicht zulassen könnten, dass das Departement Quindío zum Mittelpunkt terroristischer Gruppen werde, die Dokumentarfilme und Denunzierungen verbreiten, um den Frieden anständiger Menschen zu stören".

Hintergrundinformation

Hintergrund

Während des seit 40 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben Sicherheitskräfte und Paramilitärs Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften häufig als Guerrillakollaborateure oder –unterstützerInnen bezeichnet, die dadurch oft Opfer von Drohungen, "Verschwindenlassen" und Morden werden. Guerrillagruppen haben ebenfalls MenschenrechtlerInnen und GewerkschafterInnen bedroht und getötet, die sie als Unterstützer ihrer Feinde betrachten.

In der Vergangenheit wurden Guillermo Castaño und andere Mitglieder der Menschenrechtsorganisation CPDH in Riseralda immer wieder bedroht und angegriffen. Am 29. Februar 2008 überlebte Adriana González, Mitglied der CPDH in Riseralda, einen mutmaßlichen Anschlag, bei dem bewaffnete Männer auf ihr Haus schossen (UA-077/08, AMR 23/010/2008, 19. März 2008). Im Jahr 2002 entschied die Interamerikanische Menschenrechtskomission der Organisation Amerikanischer Staaten, dass die kolumbianische Regierung Maßnahmen zum Schutz der Mitglieder der CPDH in Risaralda ergreifen solle.

Mauricio Cubides hat schon zahlreiche Morddrohungen erhalten. Anfang Mai 2009 war er mit einem Freund unterwegs, als ihnen zwei Männer auf einem Motorrad Kamera und Computer, die sie für ihre Dokumentarfilme verwendet hatten, wegnahmen.

Darüber hinaus gab es zahlreiche Morddrohungen gegen MitarbeiterInnen des Frühwarnsystems in Eje Cafetero in Risaralda.