Journalist verurteilt

Urunboy Usmonov

Urunboy Usmonov

Am 14. Oktober 2011 sprach ein Gericht der Stadt Khujand in der Region Soghd den tadschikischen BBC-Journalisten Urunboy Usmonov schuldig, sich durch seine Mitarbeit in verbotenen religiösen Gruppierungen strafbar gemacht zu haben.

Sachlage

Der tadschikische Journalist Urunboy Usmonov ist am 14. Oktober 2011 zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt worden, kam jedoch unmittelbar nach Urteilsverkündung im Rahmen einer Amnestie aus der Haft frei. Er wird gegen Urteil und Strafmaß Rechtsmittel einlegen.

Urunboy Usmonov arbeitet für den britischen Sender BBC. Nach seiner Festnahme am 13. Juni 2011 war er zunächst der Mitgliedschaft in der Gruppe Hizb-ut Tharir angeklagt worden, einer in Tadschikistan und den übrigen vier zentralasiatischen Staaten verbotenen islamischen Organisation.

Am 14. Juli 2011 kam Urunboy Usmonov gegen Kaution aus der Haft frei. Die ursprünglich gegen ihn erhobenen Anklagen wurden später abgeändert. Es blieb jedoch der Vorwurf bestehen, Urunboy Usmonov habe sich durch seine Mitarbeit in verbotenen religiösen Gruppierungen strafbar gemacht. Er musste deshalb mit einer Freiheitsstrafe zwischen zwei und fünf Jahren rechnen.

Urunboy Usmonov hielt an seiner Darstellung fest, Ziel seiner Kontakte zu Hizb-ut Tharir sei es gewesen, die Gründe für die zunehmende Popularität der Organisation zu erforschen. Amnesty International ist nach wie vor von der Unschuld von Urunboy Usmonov überzeugt und vermutet, dass gegen ihn nur deshalb strafrechtliche Schritte eingeleitet worden sind, weil er sich in legitimer Weise journalistisch betätigt und friedlich von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat.

Die Ehefrau von Urunboy Usmonov hat ihren Mann nur ein einziges Mal im Gefängnis besuchen dürfen. Vorwürfe, dass er in der Haft gefoltert oder misshandelt worden ist, stehen nach wie vor im Raum.

Weitere Appelle des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.