Soldaten foltern Familie

Soldaten brachen in das Haus der Familie Zamora Gómez im Bundesstaat Morelos in Zentralmexiko ein und folterten drei Familienmitglieder. Die Soldaten durchsuchten das Haus nach Waffen und Drogen. Obwohl sie nichts fanden, kehrten sie zum Haus zurück, um es zu überwachen. Der Familie drohen weitere schwere Menschenrechtsverletzungen.

Appell an

GENERALSTAATSANWALT
Procurador General de la República

Lic. Eduardo Medina-Mora Icaza
Procuraduría General de la República
Av. Paseo de la Reforma nº 211-213,
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06500, MEXICO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Señor Procurador General)
Fax: +52 55 5346 0908
Email: ofproc@pgr.gob.mx

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Gral. Guillermo Galván Galván
Secretario de la Defensa Nacional

Secretaría de la Defensa Nacional

Blvd. Manuel Ávila Camacho s/n,
Col. Lomas de Sotelo, C.P. 11640
México D.F., MEXICO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Secretario)
Fax: +52 55 5395 2935

INNENMINISTER
Secretario de Gobernación
Lic. Fernando F. Gómez-Mont Urueta
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso,
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc,
México D.F., C.P.06600, MEXICO
(korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Secretario)
Fax: +52 55 5093 3414
E-mail: secretario@segob.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comisión Independiente de Derechos Humanos de Morelos
E-Mail: cidhmorelos@gmail.com

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta, Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. September 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE

  • urging the authorities to ensure that the Zamora Gómez family are given appropriate protection, in accordance with their wishes, following the illegal search and the torture of three of them on 24 July by army soldiers in Jiutepec municipality, Morelos;

  • calling on the authorities to conduct an independent and impartial investigation into this illegal house search and torture, and hold those responsible to account;

  • calling for effective measures to ensure military anti-crime operations are carried out in accordance with the law and international human rights standards, and that any alleged abuses are promptly and impartially investigated.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • bei den Behörden darauf drängen, sicherzustellen, dass für die Familie Zamora Gómez nach der unrechtmäßigen Hausdurchsuchung und den Folterungen der drei Männer am 24. Juli 2009 durch Soldaten des Militärs in der Gemeinde Jiutepec im Bundesstaat Morelos angemessene und ihren Wünschen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden;

  • die Behörden auffordern, eine unabhängige und unparteiische Untersuchung der unrechtmäßigen Hausdurchsuchung und der Folterungen anzuordnen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;

  • fordern, dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass militärische, gegen Kriminalität gerichtete Operationen dem Gesetz und den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechend ausgeführt werden und fordern, dass sämtliche Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen umgehend und unparteiisch untersucht werden.

Sachlage

Am 24. Juli 2009 um 12.30 Uhr trat eine Gruppe von 15 Soldaten, die Sturmmasken trugen und mit Schusswaffen bewaffnet waren, die Tür des Hauses der Familie Zamora Gómez in der Gemeinde Jiutepec ein. Die Soldaten hatten keinen Durchsuchungsbefehl. Sie packten José Natividad Zamora Gómez, seinen Bruder Andrés Zamora Gómez und seinen Schwager Jorge Hernández Jardón, fesselten sie und schlugen sie, während sie ihnen Fragen über "Waffen und Drogen" und eine örtliche kriminelle Bande stellten. Die Mutter der beiden Brüder wurde zusammen mit deren Ehefrauen und vier kleinen Kindern in ein Zimmer gezerrt und ebenfalls befragt.

Die Soldaten zogen Andrés Zamora einen Kissenbezug über den Kopf und übergossen ihn mit Wasser, während sie ihn weiter schlugen und verhörten. Der junge Mann konnte nicht sprechen und kaum atmen. Dann brachte man ihn aus dem Haus und warf ihn auf die Straße. Die Soldaten durchsuchten auch das Haus der Familie und sagten, dass sie auf der Suche nach Drogen und Waffen wären. Sie fanden nichts und verließen um 2 Uhr nachts das Haus. Auf die Frage, warum sie das taten, antwortete ein Soldat, dass sie nur ihre Arbeit machen würden und dass sie wiederkommen und weitere Fragen stellen würden. Als die Familie das Haus aufräumte, stellt sie fest, dass 1000 pesos (ca. 50 Euro) fehlten, ebenso wie vier Mobiltelefone und andere Gegenstände. Am Nachmittag des 25. Juli 2009 kam ein Militärwagen angefahren und parkte vor dem Haus. Man beobachtete das Haus und leuchtete nachts mit einem Scheinwerfer hinein. Am 26. Juli fuhr der Wagen wieder weg.

Die Familie Zamora Gómez legte Zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft und der staatlichen Menschenrechtskommission Beschwerde gegen das Vorgehen der Soldaten ein.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Seit 2007 werden Gewaltverbrechen in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität in Mexiko immer häufiger. Medienberichten zufolge wurden im vergangenen Jahr mehr als 6.000 Menschen in gewalttätigen Zwischenfällen, die mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht werden, getötet. Die Regierung Calderóns versucht, die zunehmende Gewalt einzudämmen, indem sie in den am stärksten betroffenen Gebieten tausende Bundespolizisten und mehr als 50.000 Soldaten einsetzte. Ein Rückgang der Kriminalität ist jedoch nicht zu verzeichnen.

Stattdessen häufen sich laut der staatlichen Menschenrechtskommission Berichte über Menschenrechtsverstöße durch das Militär: gesetzeswidrige Hausdurchsuchungen, willkürliche Inhaftierungen, Folter und Tötungen habe sich zwischen 2006 und 2008 versechsfacht. Die meisten dieser Menschenrechtsverstöße werden nur unzureichend untersucht und die Verfahren finden in der Regel vor Militärgerichten statt, bei denen Opfern keine Garantie auf gerechte Prozesse haben.