Massenverschleppung

Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden

Häufig werden Migranten in Mexiko Opfer krimineller Banden

Am 24. Juni wurden zahlreiche Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus verschleppt. Sie befanden sich auf einem Güterzug, der zwischen den mexikanischen Bundesstaaten Oaxaca und Veracruz verkehrt. Der Verbleib der Männer, Frauen und Kinder ist unbekannt. Sie befinden sich in Lebensgefahr.

Appell an

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Señor Secretario / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 52) 5550 93 3414 (Eine Stimme fragt Sie nach der Durchwahl. Wählen Sie: 32356)
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

GENERALSTAATSANWÄLTIN MEXIKOS
Marisela Morales Ibañez
Procuradora General de Justicia de la República
Av. Paseo de la reforma 211 – 213
Col. Cuahtemoc, Del. Cuahtemoc
Mexico D.F., MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimada Procuradora General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin / Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 555 346 0908
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES VERACRUZ
Lic. Javier Duarte de Ochoa
Palacio de Gobierno
Av. Enriquez S/N, Col Centro,
CP 91000, Xalapa,
Veracruz
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador / Sehr geehrter Herr Gouverneur / Dear Gouvernor)
E-Mail: javierduarte@veracruz.gob.mx

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Verschleppung von zahlreichen Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus einzuleiten, ihren Aufenthaltsort zu ermitteln und für ihre Sicherheit Sorge zu tragen. Sorgen Sie bitte auch dafür, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden, auch wenn dazu Behördenvertreter_innen zählen, die mit kriminellen Banden zusammenarbeiten.

  • Ich appelliere außerdem an Sie, den Migrant_innen, die die Entführung mit angesehen haben, Schutz und befristete Aufenthaltsgenehmigungen zu gewähren, so dass sie gegen die Verantwortlichen aussagen können, ohne Angst vor Repressalien oder Rückführung haben zu müssen.

An den Innenminister:

  • Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, die Umsetzung eines Aktionsplans zu koordinieren, mit dessen Hilfe die Rechte von Migrant_innen auf der Durchreise geschützt werden. Der Aktionsplan muss die wirksame Untersuchung und Strafverfolgung der Verantwortlichen dieser Menschenrechtsverletzungen einschließen, gefährdete Migrant_innen schützen sowie die landesweite Erhebung der entsprechenden Daten und ihre Veröffentlichung umfassen.

Sachlage

Am 24. Juni verließ ein Güterzug die Stadt Ixtepec im Bundesstaat Oaxaca in Richtung Medias Aguas im Bundesstaat Veracruz. Auf dem Dach des Zuges befanden sich mehr als 200 Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus. Viele der Migrant_innen, die diesen Zug als Transportmittel benutzten, hatten sich zuvor in der Migrantenunterkunft "Hermanos en el Camino" aufgehalten, die von Pater Alejandro Solalinde Guerra betrieben wird. Veracruz ist eine Etappe auf dem Weg der Migrant_innen in Richtung US-amerikanische Grenze im Norden des Landes. Auf dem Zug befanden sich auch mehrere Kinder.

Laut Berichten von Augenzeug_innen stoppte der Lokomotivführer den Zug, als er sich schon Medias Aguas näherte, in einer unbewohnten Gegend. Dort parkten bereits drei Pick-ups. Als der Zug stand, stiegen mindestens zehn bewaffnete Männer aus den Fahrzeugen und trieben die Migrant_innen zusammen. Sie herrschten sie an: "Runter da, ihr Hurensöhne. Vorwärts, rauf auf die Lieferwagen!" ("Bájense hijos de su puta madre, bájense rápido y súbanse a las camionetas"). Einigen Migrant_innen gelang es zu fliehen, aber viele wurden mit Waffengewalt zum Einsteigen in die Fahrzeuge gezwungen. Dann fuhren die bewaffneten Männer mit ihnen davon.
Mehrere Zeug_innen der Entführung, die hatten flüchten können, kehrten in die Migrantenunterkunft "Hermanos en el Camino" zurück. Ihren Angaben zufolge wurden bei dem Überfall Männer, Frauen und Kinder verschleppt.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Verschleppung von zahlreichen Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus einzuleiten, ihren Aufenthaltsort zu ermitteln und für ihre Sicherheit Sorge zu tragen. Sorgen Sie bitte auch dafür, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden, auch wenn dazu Behördenvertreter_innen zählen, die mit kriminellen Banden zusammenarbeiten.

  • Ich appelliere außerdem an Sie, den Migrant_innen, die die Entführung mit angesehen haben, Schutz und befristete Aufenthaltsgenehmigungen zu gewähren, so dass sie gegen die Verantwortlichen aussagen können, ohne Angst vor Repressalien oder Rückführung haben zu müssen.

An den Innenminister:

  • Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, die Umsetzung eines Aktionsplans zu koordinieren, mit dessen Hilfe die Rechte von Migrant_innen auf der Durchreise geschützt werden. Der Aktionsplan muss die wirksame Untersuchung und Strafverfolgung der Verantwortlichen dieser Menschenrechtsverletzungen einschließen, gefährdete Migrant_innen schützen sowie die landesweite Erhebung der entsprechenden Daten und ihre Veröffentlichung umfassen.

[APPELLE AN]

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Señor Secretario / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 52) 5550 93 3414 (Eine Stimme fragt Sie nach der Durchwahl. Wählen Sie: 32356)
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

GENERALSTAATSANWÄLTIN MEXIKOS
Marisela Morales Ibañez
Procuradora General de Justicia de la República
Av. Paseo de la reforma 211 – 213
Col. Cuahtemoc, Del. Cuahtemoc
Mexico D.F., MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimada Procuradora General / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin / Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 555 346 0908
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES VERACRUZ
Lic. Javier Duarte de Ochoa
Palacio de Gobierno
Av. Enriquez S/N, Col Centro,
CP 91000, Xalapa,
Veracruz
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Gobernador / Sehr geehrter Herr Gouverneur / Dear Gouvernor)
E-Mail: javierduarte@veracruz.gob.mx

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Hunderttausende Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltstatus oder Visum versuchen jedes Jahr, aus Mittel- und Südamerika über Mexiko in die USA zu gelangen. Viele werden von den mexikanischen Einwanderungsbehörden festgenommen und in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Eine Delegation von Amnesty International reiste vor kurzem nach Mexiko, um Berichten über Menschenrechtsverletzungen gegen diese Personen nachzugehen. Die Delegation fand heraus, dass viele Migrant_innen von Banden entführt werden, in manchen Fällen mit Billigung der lokalen Behörden. Durch die herrschende Straflosigkeit haben die Menschenrechtsverletzungen gegen Migrant_innen zugenommen, obwohl die mexikanische Regierung sich verpflichtet hat zu gewährleisten, dass die Rechte der Migrant_innen respektiert werden.

Laut einem Bericht der mexikanischen Menschenrechtskommission wurden im Jahr 2010 innerhalb von nur sechs Monaten 11 000 Migrant_innen ohne regulären Aufenthaltsstatus in Mexiko verschleppt.

Amnesty International hat kürzlich in einem Film die Lage zentralamerikanischer Migrant_innen auf ihrem Weg durch Mexiko dokumentiert: http://www.youtube.com/watch?v=hlEC5rjHEtQ