HInrichtung in Arizona
Ergebnis dieser Urgent Action
Daniel Cook wurde am 8. August im US-Bundesstaat Arizona hingerichtet. Der Begnadigungsausschuss lehnte eine Begnadigung ab, und der Oberste Gerichtshof der USA schaltete sich nicht ein.
Daniel Cook wurde am 8. August im US-Bundesstaat Arizona hingerichtet. Der Begnadigungsausschuss lehnte eine Begnadigung ab, und der Oberste Gerichtshof der USA schaltete sich nicht ein.
Sachlage
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1987 wurden Carlos Cruz-Ramos und Kevin Swaney missbraucht und getötet. Die Tat geschah in Lake Havasu City im US-Bundesstaat Arizona in der Wohnung, in der Daniel Cook gemeinsam mit John Matzke wohnte. Am 21. Juli ging John Matzke zur Polizei und meldete die Morde. Die Polizei fand dann in der Wohnung die Leichname der beiden Männer und nahm Daniel Cook fest.
John Matzke gestand, Carlos Cruz-Ramos getötet zu haben, bekannte sich der absichtlichen Tötung ohne vorbedachte böse Absicht (second-degree murder) für schuldig und wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage wegen zweifachen Mordes (first-degree murder) gegen John Matzke fallen, weil er im Gegenzug gegen Daniel Cook aussagte. Daniel Cook wurde ein Pflichtverteidiger zugewiesen, der zu jener Zeit an einer bipolaren Störung litt und sehr viel Alkohol trank. Wenige Wochen vor dem Gerichtsverfahren verzichtete Daniel Cook auf sein Recht auf Verteidigung. Die Geschworenen befanden Daniel Cook des zweifachen Mordes für schuldig. Daniel Cook präsentierte in der Phase des Gerichtsverfahrens, in der über das Strafmaß entschieden wird, keine strafmildernden Umstände.
Der Richter verurteilte Daniel Cook zum Tode. Obwohl der Richter Zugang zu einigen Informationen über die Krankheitsgeschichte von Daniel Cook hatte, unter anderem über seine Suizidversuche, sind seit dem Gerichtsverfahren wesentlich mehr Informationen zu Tage getreten. Laut aktuellerem Beweismaterial war Daniel Cook in seiner Kindheit und Jugend schwerem und wiederholtem sexuellem und anderem Missbrauch durch Familienangehörige und andere Personen ausgesetzt. Beim ihm wurden sowohl eine Hirnschädigung als auch eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert.
Im Jahr 2010 unterzeichnete der leitende Staatsanwalt, der im ursprünglichen Gerichtsverfahren die Anklage vertreten hatte, eine eidesstattliche Erklärung, in er sagte, dass er in diesem Fall nicht die Todesstrafe gefordert hätte, wenn ihm die strafmildernden Umstände bekannt gewesen wären, darunter der Missbrauch, dem Daniel Cook ausgesetzt war und dessen Umstände auch einen Zusammenhang zu der begangenen Tat erkennen ließen. Der ehemalige Staatsanwalt erinnerte sich zudem daran, dass die Fähigkeiten des Verteidigers "sich am unteren Ende der Kompetenzskala bewegten, um einen normalen Strafrechtsfall zu behandeln" und er offenbar weder willens noch in der Lage war, den erforderlichen Einsatz zu zeigen, um einen Angeklagten zu vertreten, dem eine Straftat zur Last gelegt wird, die die Todesstrafe nach sich ziehen kann". Er erklärte weiterhin, dass Daniel Cook "eindeutig nicht in der Lage gewesen sei, seine eigene Verteidigung zu übernehmen".
Am 27. Juli entschied das zuständige US-Bundesberufungsgericht (US Court of Appeals for the Ninth Circuit) gegen einen Hinrichtungsaufschub. Am 8. August sah der Oberste Gerichtshof der USA keine Veranlassung zu intervenieren.
Am 3. August beschloss der Begnadigungsausschuss von Arizona, sich nicht mit einer Begnadigungsempfehlung für Daniel Cook an den Gouverneur des Bundesstaates zu wenden.
In den USA wurden dieses Jahr bisher 26 Hinrichtungen vollzogen, davon fünf in Arizona. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA im Jahre 1977 wurden dort 1.303 Todesurteile vollstreckt, 33 davon in Arizona.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.