Roma ohne Wasserversorgung
Ergebnis dieser Urgent Action
Fünf Roma-Familien mit minderjährigen Kindern, die aus Belgrad vertrieben und in der südserbischen Stadt Nis wieder angesiedelt worden sind, haben in ihrer neuen Unterkunft keinen Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen oder Stromversorgung.
Wohnung einer Roma-Familie in Belvil, 2010
© Amnesty International
Fünf Roma-Familien mit minderjährigen Kindern, die aus Belgrad vertrieben und in der südserbischen Stadt Nis wieder angesiedelt worden sind, haben in ihrer neuen Unterkunft keinen Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen oder Stromversorgung.
Appell an
BÜRGERMEISTER VON NIS
Milos Simonovic
Ulica 7 Juli broj 2
Nis 18000, SERBIEN
(korrekte Anrede: Dear Mayor / Sehr geehrter Herr Bürgermeister)
E-Mail: mayor@ni.rs
MITGLIED DES STADTRATS
Dusica Davidovic
Ulica 7 Juli broj 2
Nis 18000, SERBIEN
(korrekte Anrede: Dear City Councellor / Sehr geehrtes Mitglied des Stadtrats)
E-Mail: Dusica.Davidovic@gu.ni.rs
Sende eine Kopie an
DELEGATION DER EUROPÄISCHEN UNION IN DER REPUBLIK SERBIEN
Martin Kern
Avenija 19a Building
Vladimira Popovica 40/V
11070 New Belgrade, SERBIEN
E-Mail: delegation-serbia@eeas.europa.eu
BOTSCHAFT DER REPUBLIK SERBIEN
S.E. Herrn Prof. Dr. Ivo Visković
Taubertstraße 18, 14193 Berlin
Fax: 030-825 2206
E-Mail: info@botschaft-serbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Serbisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. August 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE UND E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Bitte stellen Sie umgehend sicher, dass die in der ehemaligen Lagerhalle in der Daniciceva-Straße untergebrachten Roma-Familien freien Zugang zu ausreichendem und sauberem Wasser erhalten.
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Leiten Sie unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen ein, um die Lebensbedingungen der Roma-Familien in der Daniciceva-Straße zu verbessern. Sorgen Sie dafür, dass die Menschen mit Nahrung versorgt werden und Zugang zu sanitären Einrichtungen, Stromversorgung und anderen notwendigen Dienstleistungen erhalten.
- Stellen Sie sicher, dass allen gegen ihren Willen nach Nis umgesiedelten Roma-Familien angemessene Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt werden.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Urging the Nis city authorities to immediately ensure that the Romani families located in the warehouse in Daniciceva Street are guaranteed free access to sufficient and safe water.
-
Urging them to take immediate measures to improve the temporary living conditions for the Romani families in Daniciceva Street indluding by providing food as well as sanitation, electricity and other services.
- Urging them to provide adequate alternative housing to all Romani families forcibly relocated to Nis.
[HINTERGRUNDINFORMATIONEN]
Am 26. April vertrieben die Behörden der Stadt Belgrad rund 240 Familien, denen annähernd 1000 Menschen angehören, aus der dortigen informellen Siedlung Belvil (siehe UA-087/2012). Amnesty International hatte die Situation in der Siedlung seit Februar 2010 beobachtet. Im Vorfeld, während und nach der Zwangsräumung war eine Delegation der Organisation vor Ort anwesend. Auch im Juni hielt sich eine Amnesty-Delegation in Serbien auf, die unter anderem nach Nis reiste.
Die Stadt Belgrad bot lediglich den Familien mit rechtmäßigem Wohnsitz Ersatzunterkünfte an. An die übrigen Familien erging kein solches Angebot, so dass sie in den Süden Serbiens zurückkehrten. Nach Erkenntnissen von Amnesty International wurden die städtischen Behörden in Südserbien lediglich fünf Tage vor den Zwangsräumungen über die geplanten Maßnahmen unterrichtet. Ihnen blieb somit nicht ausreichend Zeit, um die nötigen Vorkehrungen zur Aufnahme der rückkehrenden Roma zu treffen.
Die fünf Roma-Familien zählen zu der oben erwähnten Gruppe von rund 240 Familien, die am 26. April 2012 von den städtischen Behörden Belgrads aus der informellen Siedlung Belvil vertrieben worden waren. Ähnlich wie mehr als 100 weitere Familien, die gegen ihren Willen in andere Städte des Landes zurückkehren mussten. Die Behörden von Nis brachten die Familien in einem nicht mehr genutzten und im Besitz der Stadt befindlichen Lagergebäude unter, in dem Bedingungen herrschen, die in internationalen Menschenrechtsabkommen verbriefte Mindeststandards für angemessenes Wohnen unterschreiten.
Nach Informationen, die Amnesty International von der Stadtverwaltung übermittelt worden sind, gibt es in dem Lagergebäude schon länger kein fließendes Wasser mehr, die Wasserversorgung kann aber ohne großen Aufwand wieder gesichert werden. Um auch die Stromversorgung wieder herzustellen, sind allerdings nach Auskunft der Stadtverwaltung umfangreiche Arbeiten notwendig, für die derzeit die notwendigen finanziellen Mittel fehlen. Als Ersatz wurden den Familien Petroleumlampen ausgehändigt.
Der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte hat im Jahr 2002 auf seiner 29. Sitzung die Allgemeine Bemerkung Nr. 15 erarbeitet, in der es unter anderem heißt: "Das Menschenrecht auf Wasser garantiert einem jeden Menschen das Recht auf ausreichendes, ungefährliches, sicheres, annehmbares, physisch zugängliches und erschwingliches Wasser für den persönlichen und den häuslichen Gebrauch." In Bezug auf das Recht auf sanitäre Versorgung hat der Ausschuss festgestellt, dass Staaten gewährleisten müssen, dass ein jeder Mensch ohne Diskriminierung Zugang zu erschwinglichen sanitären Einrichtungen hat.
Auf der Grundlage des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte wie auch anderer internationaler Standards haben die serbischen Behörden dafür zu sorgen, dass den erwähnten Roma-Familien ausreichend Wasser zur Verfügung steht.
Die Delegation der Europäischen Union in Serbien leitet eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Befriedigung der Bedürfnisse zwangsvertriebener Menschen befasst. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Kopien der Appellschreiben an die Arbeitsgruppe zu verschicken.
Sachlage
Fünf Roma-Familien sind nach ihrer Vertreibung aus Belgrad in eine ehemalige Lagerhalle in der Daniciceva-Straße in Nis gebracht worden. Unter ihnen befinden sich mehrere Kinder und eine zum damaligen Zeitpunkt schwangere Frau. In ihrer neuen Unterkunft haben sie weder Zugang zu Wasser, Strom oder sanitären Einrichtungen. Die Vertreibung der Familien hat am 26. April stattgefunden. In den seither verstrichenen mehr als zehn Wochen sind sie trotz des Umstands, dass in Serbien hochsommerliche Tagestemperaturen von mehr als 35 Grad Celsius herrschen, ohne Zugang zu Wasser.
In der Lagerhalle sind die notwendigen Leitungen für eine Versorgung mit Wasser vorhanden. Die Behörden der Stadt teilten am 20. Juni mit, es sei kein großes Problem, die Wasserzufuhr herzustellen. Ab Ende der Woche gäbe es fließend Wasser. Doch die Lagerhalle ist noch immer nicht an die Wasserversorgung angeschlossen, wodurch die Rechte der Familien auf angemessenes Wohnen, auf Wasser und auf sanitäre Einrichtungen missachtet werden. Die Familien sind gezwungen, sich Wasser an der nächst gelegenen öffentlichen Wasserstelle in Plastikbehälter zu füllen und eigenhändig in ihre Unterkünfte zu tragen. Die Wasserstelle befindet sich auf einem Marktplatz rund 115 Meter von der Lagerhalle entfernt. Sie ist außerdem nur während der Öffnungszeiten des Marktes zwischen 7 und 15 Uhr zugänglich. Und selbst in dieser Zeit verwehrt ein Marktaufseher den Roma-Familien häufig die Nutzung der Wasserstelle. Die einzige alternative Wasserquelle befindet sich im Stadtzentrum. Es erfordert allerdings einen Fußmarsch von mehr als 30 Minuten, um dorthin zu gelangen.
Nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation beinhaltet das Recht auf Wasser, dass den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung eine Wasserstelle zur Verfügung steht. Liegt eine Wasserquelle zwischen 100 bis 1000 Metern von einer Unterkunft entfernt oder benötigen die Menschen zwischen fünf und 30 Minuten (einschließlich der Zeit des Anstehens an der Quelle), um an Wasser zu gelangen, dürfte es ihnen kaum möglich sein, sich mit mehr als 20 Liter Wasser zu versorgen. Eine solch geringe Menge stellt aber ein Gesundheitsrisiko dar. Auf den Toiletten in der Lagerhalle herrschen zudem aufgrund nicht vorhandener Wasserversorgung unhaltbare sanitäre Zustände.
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE LUFTPOSTBRIEFE UND E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Bitte stellen Sie umgehend sicher, dass die in der ehemaligen Lagerhalle in der Daniciceva-Straße untergebrachten Roma-Familien freien Zugang zu ausreichendem und sauberem Wasser erhalten.
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Leiten Sie unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen ein, um die Lebensbedingungen der Roma-Familien in der Daniciceva-Straße zu verbessern. Sorgen Sie dafür, dass die Menschen mit Nahrung versorgt werden und Zugang zu sanitären Einrichtungen, Stromversorgung und anderen notwendigen Dienstleistungen erhalten.
- Stellen Sie sicher, dass allen gegen ihren Willen nach Nis umgesiedelten Roma-Familien angemessene Ersatzunterkünfte zur Verfügung gestellt werden.
[APPELLE AN]
BÜRGERMEISTER VON NIS
Milos Simonovic
Ulica 7 Juli broj 2
Nis 18000, SERBIEN
(korrekte Anrede: Dear Mayor / Sehr geehrter Herr Bürgermeister)
E-Mail: mayor@ni.rs
MITGLIED DES STADTRATS
Dusica Davidovic
Ulica 7 Juli broj 2
Nis 18000, SERBIEN
(korrekte Anrede: Dear City Councellor / Sehr geehrtes Mitglied des Stadtrats)
E-Mail: Dusica.Davidovic@gu.ni.rs
KOPIEN AN
DELEGATION DER EUROPÄISCHEN UNION IN DER REPUBLIK SERBIEN
Martin Kern
Avenija 19a Building
Vladimira Popovica 40/V
11070 New Belgrade, SERBIEN
E-Mail: delegation-serbia@eeas.europa.eu
BOTSCHAFT DER REPUBLIK SERBIEN
S.E. Herrn Prof. Dr. Ivo Visković
Taubertstraße 18, 14193 Berlin
Fax: 030-825 2206
E-Mail: info@botschaft-serbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Serbisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 20. August 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
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Urging the Nis city authorities to immediately ensure that the Romani families located in the warehouse in Daniciceva Street are guaranteed free access to sufficient and safe water.
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Urging them to take immediate measures to improve the temporary living conditions for the Romani families in Daniciceva Street indluding by providing food as well as sanitation, electricity and other services.
- Urging them to provide adequate alternative housing to all Romani families forcibly relocated to Nis.