Journalist in Foltergefahr

Folter stoppen

Folter stoppen

Der Journalist Ja’far al-Nasrawi wurde am 19. Juli in der irakischen Hauptstadt Bagdad festgenommen, weil er an einer nicht genehmigten Demonstration teilgenommen hatte. Er wird auf einer Polizeiwache in Bagdad festgehalten, wo er noch vernommen werden soll. Der Journalist befindet sich in Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.

Appell an

MINISTERPRÄSIDENT
His Excellency Nuri Kamil al-Maliki
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad
IRAK
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: info@pmo.iq

JUSTIZMINISTER
Hassan al-Shammari
Ministry of Justice
Convention Centre (Qasr al-Ma’aridh)
Baghdad
IRAK
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Auf Arabisch erreichbar über die Internetseite:
E-Mail: http://www.moj.gov.iq/complaints.php

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSMINISTER
His Excellency Mohammad Shayaa al-Sudani
Ministry of Human Rights
Baghdad
IRAK
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: shakawa@humanrights.gov.iq

BOTSCHAFT DER REPUBLIK IRAK
S. E. Herrn Hussain Mahmood Fadhlalla Alkhateeb
Pacelliallee 19 – 21
14195 Berlin
Fax: 030-8148 8222
E-Mail: info@iraqiembassy-berlin.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 30. August 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, Ja’far al-Nasrawi umgehend freizulassen, sofern er nur wegen Ausübung seiner Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit inhaftiert ist.

  • Schützen Sie ihn bitte vor Folter und anderen Misshandlungen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the Iraqi authorities to release Nadir Ja’far al-Nasrawi immediately if he is detained solely for his right to freedom of expression and assembly.

  • Urging them to protect him from torture or other ill-treatment.

Sachlage

Ja’far al-Nasrawi, ein Journalist, der für den irakischen Fernsehsender al-Sumariya arbeitet, wurde am 19. Juli 2013 auf dem al-Tahrir-Platz in Bagdad festgenommen. Er hatte an einer friedlichen Demonstration gegen die Regierung teilgenommen. Anschließend wurde er von einer föderalen Polizeieinheit festgenommen und zu einer Polizeiwache in Bab al-Ma’dham, einem Bezirk in Bagdad gebracht. Es wird angenommen, dass er für weitere Vernehmungen einem Ermittlungsrichter vorgeführt wird. Solange er sich auf der Polizeiwache befindet, drohen ihm Folter und andere Misshandlungen.

Am 18. Juli berichtete Ja’far al-Nasrawi auf seiner Facebook Seite, dass er gemeinsam mit anderen Menschen am darauffolgenden Tag demonstrieren und dabei singen würde "nein zu einer Regierung, die das Sektierertum in meinem Land fördert, nein zu einer Regierung, die meinem Land die Ressourcen stiehlt, nein zu einer Regierung, deren Sicherheitskräfte die Söhne meines Landes töten…".

JournalistInnen werden im Irak häufig festgenommen, wenn sie über Proteste oder Sitzstreiks berichten oder selbst an Demonstrationen teilnehmen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Zehn Jahre nach der US-Invasion im Irak bleibt die Menschenrechtssituation trotz Endes der Herrschaft von Präsident Saddam Hussein besorgniserregend. In den vergangenen zehn Jahren sind Tausende Zivilpersonen von bewaffneten Gruppierungen sowie von ausländischen und irakischen Streitkräften getötet worden. Zehntausende wurden über Monate oder sogar Jahre ohne Anklage oder Gerichtsverfahren in Haft gehalten. Folter und Misshandlungen von Häftlingen, vor allem während ihrer Verhöre, sind im Irak noch immer weitverbreitet. Internationale Standards für faire Gerichtsverfahren werden regelmäßig missachtet. Viele Angeklagte haben berichtet, dass sie gefoltert wurden und man sie zwang, selbstbelastende Aussagen zu machen. Solche "Geständnisse" sind in zahlreichen Fällen als Beweismittel vor Gericht zugelassen worden, darunter auch viele, in denen Personen zum Tode verurteilt wurden.