Menschenrechtler verfolgt

Der führende Menschrechtsaktivist Diego Cadenas Gordillo wurde von Männern in Autos verfolgt und fotografiert. MenschenrechtsaktivistInnen, denen man auf diese Weise folgte, wurden schon häufig Opfer von Angriffen.

Appell an

INNENMINISTER
Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont Urueta
Secretario de Gobernación
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez
Delegación Cuauhtémoc
México D.F., C.P.06600, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414 oder
(00 52) 55 5093 3415 oder
(00 52) 55 5093 3416
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

STAATSANWALT DES BUNDESSTAATES CHIAPAS
Mtro. Raciel López Salazar
Procurador General de Justicia del Estado de Chiapas
Libramiento Norte y Rosa del Oriente, no. 2010
Col. El Bosque,
Tuxtla Gutiérrez, Chiapas
CP 29049, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney/Señor Procurador)
E-Mail: raciel.lopez@mje.chiapas.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION VON CHIAPAS
Lic. Juan Carlos Moreno Guillén
Presidente de la Comisión Estatal de Derechos Humanos de Chiapas
Comisión Estatal de Derechos Humanos de Chiapas
Boulevard Comitán 143, Col. Moctezuma
Tuxtla Gutiérrez
Chiapas, MEXIKO
Fax: (00 52) 961 639 6615
E-Mail: cdh@cdh-chiapas.org.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@embamexale.de oder mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. August 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • calling on the authorities to investigate the harassment of Diego Cadenas Gordillo and members of Frayba;

  • urging them to provide protection for Diego Cadenas Gordillo and members of Frayba in accordance with their wishes;

  • reminding the authorities that the UN Declaration on Human Rights Defenders recognizes the legitimacy of the activities of human rights defenders and their right to carry out their activities without obstacles or fear of reprisals.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • bei den Behörden darauf dringen, dass die Belästigung von Diego Cadenas und anderen Fraybas-Mitarbeitern untersucht wird;

  • fordern, dass in Absprache mit Diego Cadenas und den Fraybas-Mitarbeitern Schutzmaßnahmen für sie getroffen werden;

  • die Regierung darauf hinweisen, dass die UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen die Legitimität der Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen und ihr Recht, diese ohne Behinderung oder Angst vor Vergeltungsmaßnahmen auszuführen, anerkennt.

Sachlage

Diego Cadenas ist Leiter des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas (Frayba) und der dazugehörigen Organisation in San Cristóbal de las Casas, einer der größten Städte des südlichen Bundesstaates Chiapas. Frayba unterstützt Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos. Die Hilfe, die unter anderem aus rechtlicher Beratung besteht, richtet sich speziell an die indigene Bevölkerung.

Als Diego Cadenas am 14. Juni 2009 nach Hause kam, bemerkte er einen schwarzen Geländewagen ohne Nummernschilder mit getönten Scheiben, der drei Blocks von seinem Haus geparkt war. In dem Wagen saßen zwei Männer. Kurz darauf näherte sich das Auto seinem Haus.

Am nächsten Tag sah er das selbe Fahrzeug auf dem Weg zu seiner Arbeit. Einige Minuten später entdeckten Frayba-MitarbeiterInnen einen weißen Geländewagen ohne Nummernschilder einige Meter von ihrem Büro entfernt. Ein Mann in dem Wagen machte Fotos und Videoaufnahmen des Büros. Als er bemerkte, dass die MitarbeiterInnen ihn entdeckt hatten, fuhr er davon.

Am 16. Juni 2009 entdeckten Diego Cadenas und der Frayba-Mitarbeiter Jorge Armando Gómez einen schwarzen Geländewagen mit drei Männern in der Nähe des Ortes, an dem sie sich gerade mit dem Vorsitzenden von Frayba, Samuel Ruiz García, getroffen hatten. Diego Cadenas fragte den Fahrer, weshalb er und die anderen Männer ihm folgten und ob sie vom mexikanischen Geheimdienst (Centro de Investigación y Seguridad Nacional – CISEN) seien. Die Männer lachten und verneinten die Frage. Daraufhin versuchten Diego Cadenas und Jorge Armando mit ihren Mobiltelefonen Fotos von den Männern zu machen, aber die zogen ihre Baseballkappen ins Gesicht und der Fahrer nahm eine Kamera, um seinerseits Fotos von den beiden zu machen.

Als Diego Cadenas am 19. Juni nach Hause fuhr, bemerkte er einen grauen Geländewagen ohne Nummernschilder, der in entgegengesetzter Richtung geparkt war. Zwei Männer mit Baseballkappen saßen in dem Fahrzeug, von denen einer eine Kamera mit Zoomobjektiv aus dem Fenster auf ihn richtete. Als er im Abstand von etwa einem Meter an dem Wagen vorbeifuhr, hörte er, wie zwei Fotos von ihm gemacht wurden. Anschließend fuhr der Wagen davon.

Hintergrundinformation

Hintergrund

MenschenrechtsaktivistInnen in Mexiko sind Bedrohungen, Angriffen und politisch motivierten Anklageerhebungen ausgesetzt. Man nimmt sie fest, weil sie Proteste leiten und sich für Menschenrechte einsetzen. Die mexikanische Regierung hat zugestimmt, vom Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte angeordnete Schutzmaßnahmen für mehrere MenschenrechtlerInnen umzusetzen, aber einige berichteten, dass kein effektiver Schutz gewährleistet sei. Übergriffe gegen MenschenrechtsaktivistInnen wurden nur halbherzig untersucht. Das übliche Ergebnis solcher Untersuchungen ist Straffreiheit, womit die Möglichkeit für zukünftige Übergriffe gegeben ist.