Schüsse auf Indigenenvertreter
Am 24. Juni 2009 wurden die drei oben genannten Personen von einem Mann beschossen. Alle drei sind in einer Organisation für die Rechte der indigenen Bevölkerung aktiv.
Appell an
INNENMINISTER
Lic. Fernando Francisco Gómez-Mont Urueta
Secretario de Gobernación
Secretaría de Gobernación
Abraham González No.48, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
C. P. 06600, México, D. F.,MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/ Señor Secretario)
Fax: (0052) 55 5093 3414/15/16 (für eine Empfangsbestätigung /17)
Email: secretario@segob.gob.mx oder contacto@segob.gob.mx
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES GUERRERO
Lic. Zeferino Torreblanca Galindo
Gobernador del Estado de Guerrero
Palacio de Gobierno,
Boulevard René Juárez Cisneros No. 62
Edificio B, Ciudad de los Servicios,
CP 39075
Chilpancingo, Guerrero, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/Señor Gobernador)
Fax: (00 52) 747 4719801 / 9802
E-Mail: gobernador@guerrero.gob.mx
GENERALSTAATSANWALT VON GUERRERO
Lic. Eduardo Murueta Urrutia,
Procurador del Estado de Guerrero
Boulevard René Juarez Cisneros,
esquina calle Juan Jiménez Sánchez,
Col. El Potrerito, C.P. 39098, Chilpancingo, Guerrero, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney/Señor Procurador)
Fax: (00 52) 747 494 29 99
E-Mail: pgj@guerrero.gob.mx
Sende eine Kopie an
AUßENMINISTERIN
Emb. Patricia Espinosa Cantellano
Secretaria de Relaciones Exteriores
Secretaría de Relaciones Exteriores
Av. Plaza Juárez n° 20, Col. Centro, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06010, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Minister/ Señora Secretaria)
Fax: (00 52) 55 3686 6028
E-Mail: pespinosa@sre.gob.mx
MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro de Derechos Humanos de la Montaña "Tlachinollan" AC.
Calle Mina no. 77, Col. Centro, Tlapa de Comonfort, C.P. 41304
Guerrero, MEXIKO
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Herrn Miguel Angel Padilla Acosta,
Geschäftsträger a.i. (Gesandter)
Klingelhöferstraße 3, 10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@embamexale.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. August 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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urging the authorities to implement and strengthen the protection measures for Margarita Martin and Guadalupe Castro that have already been agreed with federal and state authorities;
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urging them to implement effective protection measures for all other human rights defenders for whom the Inter-American Court of Human Rights has requested protection;
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calling on them to investigate and punish the failure to provide protection measures for Margarita Martin, in spite of specific agreements made on 24 June;
- calling on them to investigate the attempt on the lives of Margarita Martin, Santiago Ponce Lola and Modesta Laureano, and bring those responsible to justice.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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die Behörden auffordern, die auf bundesstaatlicher und staatlicher Ebene beschlossenen Schutzmaßnahmen für Margarita Martín und Guadalupe Castro umzusetzen und zu intensivieren;
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bei den Behörden darauf dringen, effektive Schutzmaßnahmen für alle anderen MenschenrechtsaktivistInnen umzusetzen, für die der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte dies angeordnet hat;
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fordern, dass untersucht wird, warum Margarita Martín trotz der Übereinkunft am 24. Juni 2009 nicht angemessen geschützt wurde und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;
- fordern, dass der Anschlag auf die Leben von Margarita Martín, Santiago Ponce Lola und Modesta Laureano untersucht und der oder die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden.
Sachlage
Margarita Martín de las Nieves, Santiago Ponce Lola und Modesta Laureano Petra waren in einem Pick-up auf dem Heimweg von der Kommunalverwaltung von Ayutla de los Libres in ihre Gemeinde La Cortina, beides im Bundesstaat Guerrero, als sie einen Mann entdeckten, der sich am Straßenrand versteckte und eine Schrotflinte auf sie richtete. Ihren Angaben zufolge war er schwarz gekleidet und sein Gesicht von einem schwarzen Bandanna-Tuch bedeckt. Als sie beschleunigten, um dem Mann zu entkommen, feuerte er zweimal auf sie, verfehlte aber beide Male. Er rannte dem Wagen hinterher und versuchte noch einmal zu schießen, aber seine Waffe blockierte. Die drei entkamen unverletzt.
Margarita Martín de las Nieves hatte sich an diesem Tag zusammen mit Guadalupe Castro mit einem Vertreter der Staatspolizei getroffen, um Schutzmaßnahmen für sie zu besprechen. Ihre Ehemänner Raúl Lucas Lucía und Manuel Ponce Rosas, beide Menschenrechtsaktivisten, waren im Februar 2009 entführt, gefoltert und getötet worden. Es wurde beschlossen, von dem 24. Juni an in regelmäßigen Abständen Beamte vor ihren Häusern patrouillieren zu lassen und ihnen eine Polizeieskorte zur Verfügung zu stellen, sobald sie ihre Gemeinde verlassen. Trotz dieser Zusage, und obwohl die Frauen während des Treffens den Wunsch nach einer Polizeieskorte für den Heimweg äußerten, blieb die Polizei fern. Nach dem Angriff versuchten Margarita Martín de las Nieves, Santiago Ponce Lola und Modesta Laureano Petra mehrere Male die Polizei auf der noch am Morgen zugeteilten Nummer für akute Gefahrensituationen anzurufen, aber niemand hob ab. Sie versuchten ebenfalls, das Satellitentelefon zu benutzen, das sie von der Regierung zu ihrem Schutz erhalten hatten, aber es funktionierte nicht.
Die drei oben Genannten und Guadalupe Castro sind aktiv in der Organisation für die Zukunft der Mixtecos (Organización para el Futuro del Pueblo Mixteco – OPFM) tätig.
Hintergrundinformation
Am 9. April 2009 initiierte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte vorläufige Schutzmaßnahmen als Reaktion auf die Ermordung der Menschenrechtsaktivisten und führenden Mitglieder der OPFM Raúl Lucas Lucía und Manuel Ponce Rosas, sowie auf die Bedrohung, Belästigung und Einschüchterung ihrer Verwandten und anderer Mitglieder von indigenen Menschenrechtsorganisationen in der Gegend. Er trug dem mexikanischen Staat auf, für die beiden Witwen und 105 weitere MenschrechtsaktivistInnen im Bundesstaat Guerrero effektive Schutzmaßnahmen bereit zu stellen. In den vergangenen Monaten registriert Amnesty International, dass sich die Situation für MenschenrechtsaktivistInnen im Bundesstaat Guerrero immer mehr verschlechtert.