Drei Aktivisten ermordet

Mehrere politische AktivistInnen in Mexiko befinden sich in großer Gefahr, weil sie Gerechtigkeit im Falle der Entführung und Tötung von drei Angehörigen der politischen Gruppierung Unidad Popular fordern.

Appell an

GENERALSTAATSANWALT
DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
Jesús Murillo Karam
Paseo de la reforma 211-213
Col. Cuauhtémoc, México D.F., C.P. 06500, MEXIKO
(Anrede: Dear Attorney General / Sr. Procurador General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (00 52) 55 5346 0908 (Sagen Sie "Fax")
E-Mail: ofproc@pgr.gob.mx

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES GUERRERO
Lic. Ángel Heladio Aguirre Rivero
Gobernador del Estado de Guerrero
Palacio de Gobierno Edificio Centro 2do. Piso,
Col. Ciudad de los Servicios, C.P. 39074 Chilpancingo
Guerrero, MEXIKO
(Anrede: Dear Governor / Sr. Gobernador / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 52) 747 471 9956 0908 (Sagen Sie "Fax")
E-Mail: secretariaparticulargb@guerrero.gob.mx

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Red Solidaria Década Contra la Impunidad A.C
E-Mail: rddhorg@gmail.com

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. August 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, den Schutz aller Mitglieder der UP und ihrer Familienangehörigen einschließlich Justino Osores Narciso, Sofía Lorena Mendoza und Bertoldo Martínez Cruz sicherzustellen.

  • Führen Sie eine umfassende Untersuchung der Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen UP-AktivistInnen und -UnterstützerInnen durch und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich fordere Sie weiterhin dazu auf, unverzüglich eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Entführung und Tötung von Arturo Hernández Cardona, Félix Rafael Bandera Román und Ángel Román Ramírez durchzuführen. Ergreifen Sie Maßnahmen, um den Schutz von Héctor Arroyo Delgado, Efraín Amates Luna, Gregorio Dante Cervantes und Nicolás Mendoza Villa, die den Angriff überlebt haben, sicherzustellen. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse dieser Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging authorities to ensure the safety of all other members of the UP and their families, including Justino Osores Narciso, Sofía Lorena Mendoza and Bertoldo Martínez Cruz.

  • Calling for a full investigation into the threats and intimidation against UP activists and supporters and for those responsible to be held to account.

  • Calling on the federal authorities to carry out a full, swift and impartial investigation into the abduction and killing of Arturo Hernández Cardona, Félix Rafael Bandera Román, Ángel Román Ramírez, and ensure the safety of the survivors Héctor Arroyo Delgado, Efraín Amates Luna, Gregorio Dante Cervantes and Nicolás Mendoza Villa, and for the results to be made public and those responsible are held to account.

Sachlage

Am 30. Mai wurden Arturo Hernández Cardona, Héctor Arroyo Delgado, Efraín Amates Luna, Gregorio Dante Cervantes, Ángel Román Ramírez, Nicolás Mendoza Villa, Félix Rafael Bandera Román und Jimmy Castejón, alle Mitglieder der politischen Gruppierung Unidad Popular (UP) in Iguala, das letzte Mal gesehen. Sie hatten außerhalb von Iguala im Bundesstaat Guerrero an einem Protest gegen die Lokalregierung teilgenommen. Ihre Familienangehörigen sowie weitere Mitglieder der UP beschuldigen die Regionalregierung, an dem "Verschwinden" der acht Personen beteiligt zu sein. Sie stützen ihren Verdacht auf eine Beschwerde, die UP-Mitglieder gegen die örtlichen Behörden eingereicht hatten, sowie auf eine Auseinandersetzung zwischen der mexikanischen Polizei und Demonstrierenden, zu der es erst kurz vor ihrem "Verschwinden" gekommen war.

Am 3. Juni wurden Arturo Hernández Cardona, Ángel Román Ramírez und Félix Rafael Bandera Román an einer in der Nähe von Iguala gelegenen Bundesstraße tot aufgefunden. Man hatte den Männern die Augen verbunden, und sie wiesen offensichtliche Zeichen von Folter auf. Vier der fünf noch vermissten Männer ist es Berichten zufolge gelungen, ihren EntführerInnen zu entkommen und unterzutauchen. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Guerrero führt derzeit eine Untersuchung durch. Wegen der mutmaßlichen Beteiligung lokaler BeamtInnen an den Entführungen und Tötungen fordern UP-AktivistInnen jedoch, dass der Fall von der Bundesstaatsanwaltschaft (Procuraduría General de la República - PGR) untersucht wird.

Am 2. und 4. Juni meldeten Mitglieder der UP unabhängig voneinander, von Männern in Fahrzeugen beobachtet und verfolgt zu werden. Am 8. Juni erhielt Justino Osores Narciso, ein führendes Mitglied der UP, schriftlich eine anonyme Warnung, in der die UP dazu aufgefordert wurde, ihre Aktivitäten einzustellen. Am 17. Juni meldete Sofía Lorena Mendoza, die Frau von Arturo Hernández Cardona und selbst UP-Aktivistin, dass sie von verdächtig aussehenden Fahrzeugen verfolgt wurde, als sie sich auf dem Weg zu einem Treffen mit RegierungsvertreterInnen befand. Am 19. Juni erhielt Bertoldo Martínez Cruz, ein lokaler politischer Aktivist mit Verbindungen zur UP, der mit den Überlebenden in Kontakt stand, einen Drohanruf.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die politische Gruppierung Unidad Popular wurde vor kurzem in Iguala im mexikanischen Bundesstaat Guerrero gegründet und setzt sich für soziale Projekte und mehr finanzielle Mittel für lokale indigene Gemeinschaften ein.

Arturo Hernández Cardona engagierte sich etwa 15 Jahre lang für die indigenen Gemeinschaften im Bundesstaat Guerrero. Unter anderem forderte er Gerechtigkeit im Falle des 1998 verübten Massakers von El Charco. Er und weitere Mitglieder der UP hatten am 29. Mai Anzeige gegen den Bürgermeister und weitere Angehörige der städtischen Behörden wegen Korruption und Einschüchterung von UP-Mitgliedern eingereicht.