Bauxit-Abbau gefährdet Bevölkerung

Vedanta Aluminium-Raffinerie in Orissa, Indien.

Vedanta Aluminium-Raffinerie in Orissa, Indien.

Mit Beginn der Regenzeit Anfang Juni sind in Indien mehr als 4.000 Familien durch den Bauxit-Abbau der Firma Vedanta in ihrer Sicherheit, ihrer Gesundheit und ihrem Lebensunterhalt bedroht. In den zurückliegenden zwei Monaten ist nach vorliegenden Informationen an zwei Stellen Wasser aus dem Becken ausgetreten, in dem die Abfallprodukte des Bauxitabbaus gesammelt werden.

Appell an

UMWELTMINISTER
Jairam Ramesh, Minister of Environment and Forests
Paryavaran Bhavan, Lodhi Road, New Delhi 110003, INDIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
E-Mail: jairam54@gmail.com

MINISTERPRÄSIDENT DES BUNDESSTAATES ORISSA
Naveen Patnaik, Chief Minister of Orissa
Naveen Nivas, Aerodrome Road, Bhubaneswar 751 001, INDIEN
(korrekte Anrede: Dear Chief Minister / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)
E-Mail: cmo@ori.nic.in

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDIEN
S.E. Herrn Sudhir Vyas
Tiergartenstr. 17
10785 Berlin
Fax: 030-2579 5102
E-Mail: dcm@indianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte leiten Sie unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der örtlichen Bevölkerung vor verunreinigtem Wasser, Luftverschmutzung und kontaminierten Bodenflächen ein und stellen Sie sicher, dass bereits eingetretene Schäden behoben werden. Darüber hinaus müssen den Gemeinden vor Ort wirksame Rechtsbehelfe zur Verfügung gestellt werden.

  • Pumpen Sie keinen weiteren roten Schlamm in das Becken und stellen Sie sicher, dass eine Erweiterung der Raffinerie so lange ausgeschlossen bleibt, bis die derzeitigen Probleme unter Achtung der Menschenrechte behoben wurden.

  • Ordnen Sie bitte umgehend eine unabhängige Untersuchung der Risiken eines Überlaufens oder Lecks des roten Schlammbeckens sowie des Berichts über die Entstehung des Lecks vom 16. Mai 2011 an, und geben sie den Gemeinden vor Ort diese und alle anderen Untersuchungsergebnisse und Berichte in zugänglicher Weise bekannt.

  • Veröffentlichen Sie die Maßnahmen, die die Firma und die örtlichen Behörden ergreifen, um Lecks und das Überlaufen des Bassins während des Monsuns zu verhindern. Informieren Sie auch über die Maßnahmen zum Schutz der dort ansässigen Gemeinschaften und der Umwelt im Falle eines Lecks oder Überlaufens des Beckens.

Sachlage

Nach schweren Regenfällen meldeten am 5. April und 16. Mai 2011 Gemeinden im Bundesstaat Orissa Lecks im 28 Hektar großen roten Schlammbecken der Raffinerie Vedanta Aluminium. Die Schadstoffe könnten in die umliegenden Flüsse gelangen und die Umwelt der am Unterlauf der Flüsse gelegenen Ortschaften Lanjigarh, Bundel und Basantpada schädigen. Die BewohnerInnen der betroffenen Region sind durch die Vorfälle äußerst beunruhigt.

Angestellte der Firma Vedanta sollen die Austrittstellen beide Male geflickt und gründlich abgewaschen haben, die möglicherweise angerichteten Schäden wie beispielsweise Verunreinigung von Erdboden und Wasser sind jedoch nach Kenntnis der BewohnerInnen nicht ermittelt oder behoben worden. Es hieß, das Unternehmen habe das Auftreten von Lecks bestritten und behauptet, es sei lediglich regendurchweichter Erdboden von der Begrenzungswand des Beckens – die erhöht werden soll – in die Flüsse gelangt. Am 11. Mai besuchte die Umweltschutzbehörde des Bundesstaates Orissa die Ortschaft Lanjigarh, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Die von ihm gewonnenen Erkenntnisse sind bislang noch nicht veröffentlicht worden.

Nach Auskunft von AugenzeugInnen ist der Pegel der Abfallrückstände in dem Becken deutlich gestiegen. Die Umweltschutzbehörde des Bundesstaates bemängelte in den Jahren 2007 bis 2009 Defizite bei der Gestaltung und der Wartung des Beckens, dazu zählte auch die Bauweise des Bassins. Die Behörde verwies zudem auf Belastungen durch das Versickern von alkalihaltigem Abwasser mit einem pH-Wert von 11,06. Wie derzeit mit den Mängeln umgegangen wird, ist unklar. Amnesty International hat eine renommierte Umweltexpertin befragt, deren Einschätzung lautet, dass das Becken wegen der Art, wie es angelegt wurde, und der wiederkehrenden Regenfälle in der Region als "risikoreiche Anlage" eingestuft werden müsse.

Die örtlichen Gemeinden haben sich darüber beschwert, weder von dem Unternehmen noch von der Regierung über Maßnahmen unterrichtet worden zu sein, wie man zukünftig Lecks zu verhindern gedenkt. Sie wurden auch nicht darüber informiert, welche Folgen es haben würde, das Fassungsvermögen des Bassins zu vergrößern oder seine Außenwände zu erhöhen. Die Gemeinden befürchten, dass sich ihre Lage im Fall eines Wasserdurchbruchs im Zuge des im Juni einsetzenden Monsunregens gefährlich zuspitzen könnte.

Die Firma Vedanta plant eine Ausweitung ihrer Raffineriekapazitäten um das Fünffache. Einen entsprechenden Antrag hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz im Oktober 2010 mit der Begründung abgewiesen, eine Erweiterung der Kapazitäten in dieser Größenordnung sei mit den Gesetzen Indiens zum Schutz der Umwelt nicht vereinbar. Derzeit ist der Antrag vor dem zuständigen Gericht (High Court) von Orissa anhängig.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte leiten Sie unverzüglich Maßnahmen zum Schutz der örtlichen Bevölkerung vor verunreinigtem Wasser, Luftverschmutzung und kontaminierten Bodenflächen ein und stellen Sie sicher, dass bereits eingetretene Schäden behoben werden. Darüber hinaus müssen den Gemeinden vor Ort wirksame Rechtsbehelfe zur Verfügung gestellt werden.

  • Pumpen Sie keinen weiteren roten Schlamm in das Becken und stellen Sie sicher, dass eine Erweiterung der Raffinerie so lange ausgeschlossen bleibt, bis die derzeitigen Probleme unter Achtung der Menschenrechte behoben wurden.

  • Ordnen Sie bitte umgehend eine unabhängige Untersuchung der Risiken eines Überlaufens oder Lecks des roten Schlammbeckens sowie des Berichts über die Entstehung des Lecks vom 16. Mai 2011 an, und geben sie den Gemeinden vor Ort diese und alle anderen Untersuchungsergebnisse und Berichte in zugänglicher Weise bekannt.

  • Veröffentlichen Sie die Maßnahmen, die die Firma und die örtlichen Behörden ergreifen, um Lecks und das Überlaufen des Bassins während des Monsuns zu verhindern. Informieren Sie auch über die Maßnahmen zum Schutz der dort ansässigen Gemeinschaften und der Umwelt im Falle eines Lecks oder Überlaufens des Beckens.

[APPELLE AN]

UMWELTMINISTER
Jairam Ramesh, Minister of Environment and Forests
Paryavaran Bhavan, Lodhi Road, New Delhi 110003, INDIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
E-Mail: jairam54@gmail.com

MINISTERPRÄSIDENT DES BUNDESSTAATES ORISSA
Naveen Patnaik, Chief Minister of Orissa
Naveen Nivas, Aerodrome Road, Bhubaneswar 751 001, INDIEN
(korrekte Anrede: Dear Chief Minister / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)
E-Mail: cmo@ori.nic.in

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK INDIEN
S.E. Herrn Sudhir Vyas
Tiergartenstr. 17
10785 Berlin
Fax: 030-2579 5102
E-Mail: dcm@indianembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hindi, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.