Direktor eines Radiosenders angegriffen

Eine Karte von Honduras

Karte von Honduras

Der Leiter eines Radiosenders wurde vor seinem Haus in San Pedro Sula im Nordwesten von Honduras von acht bis zehn bewaffneten und mit Sturmhauben maskierten Männern angegriffen. Amnesty International geht davon aus, dass er zur Zielscheibe wurde, weil er die honduranischen Streitkräfte öffentlich kritisiert hatte. Er könnte in Lebensgefahr sein.

Appell an

MINISTERIN FÜR JUSTIZ UND MENSCHENRECHTE
Ana Pineda
Ministra de Justicia y Derechos Humanos
Casa Presidencial
Boulevard Juan Pablo Segundo
Palacio José Cecilio del Valle
Tegucigalpa, M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimada Sra. Ministra/Sehr geehrte Ministerin)
Fax: (00 504) 2290 5129

GENERALSTAATSANWALT
Sr. Luis Alberto Rubí

Fiscal General de la República
Lomas del Guijarro, Avenida República Dominicana
Edificio Lomas Plaza II
Tegucigalpa
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Attorney General)
Fax: (00 504) 221 5667

Sende eine Kopie an

COMITE DE FAMILIARES DE DETENIDOS DESAPARECIDOS EN HONDURAS (COFADEH)
Barrio La Plazuela
Avenida Cervantes
Casa No. 1301
Tegucigalpa
HONDURAS
Fax: (00 504) 220 5280

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S.E. Herrn Efrain Anibal Diaz Arrivillaga
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Fax: (030) 3974 9712
E-Mail: embajador.embahonduras.de@googlemail.com oder informacion@embahonduras.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Juni 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Am 27. April kam Arnulfo Aguilar, der Leiter des Radiosenders Radio Uno, nach der Ausstrahlung einer Radioshow um 23:35 Uhr nach Hause. Er sah, wie sich acht bis zehn Unbekannte, von denen einige maskiert und bewaffnet waren, Handzeichen gaben. Als er das Tor zu dem Anwesen öffnen wollte, auf dem sich sein Haus befindet, rannten die Männer auf ihn zu. Als sie näher kamen, hörte Arnulfo Aguilar einen Mann zu einem anderen sagen: "Da ist der Hurensohn."

Die Angreifer versuchten, Arnulfo Aguilar den Weg zum Haus zu versperren, doch es gelang ihm, die Haustür zu erreichen und sich im Haus einzuschließen. Die Angreifer umstellten das Haus und warteten auf ihn. Arnulfo Aguilar rief umgehend die Polizei und bat um Hilfe, doch erst über eine Stunde später kam ein Streifenwagen zum Haus. Zu dem Zeitpunkt hatten die Unbekannten das Gelände bereits verlassen. Arnulfo Aguilar rief auch die bekannte honduranische Menschenrechtsorganisation "Ausschuss der Angehörigen von Vermissten in Honduras" (Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras) an. MitarbeiterInnen der Organisation versuchten daraufhin, Kontakt zu hochrangigen PolizeibeamtInnen aufzunehmen, darunter auch zum Minister für Sicherheit, Oscar Alvarez, erhielten jedoch keine Antwort.

Arnulfo Aguilar hatte an dem Abend des Angriffs eine Radiosendung ausgestrahlt. Darin wurde ein Wikileaks-Dokument erwähnt, in dem von der mutmaßlichen Verwicklung der honduranischen Streitkräfte in den illegalen Waffenhandel die Rede war.

In den Tagen nach dem Angriff fielen Berichten zufolge Schüsse in der Nachbarschaft von Arnulfo Aguilars Haus. Er selbst ist nicht nach Hause zurückgekehrt, da das Haus keine Sicherheitsvorkehrungen aufweist, durch die sein Schutz gewährleistet wäre.

[EMPFOHLENE AKTIONEN ]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte Sie nachdrücklich auffordern, umgehend umfassende Maßnahmen einzuleiten, um Arnulfo Aguilar angemessen und in Absprache mit ihm zu schützen.

  • Sorgen Sie bitte dafür, dass eine unabhängige, umfassende und unparteiische Untersuchung des Angriffs gegen Arnulfo Aguilar eingeleitet wird, und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

[APPELLE AN]

MINISTERIN FÜR JUSTIZ UND MENSCHENRECHTE
Ana Pineda
Ministra de Justicia y Derechos Humanos
Casa Presidencial
Boulevard Juan Pablo Segundo
Palacio José Cecilio del Valle
Tegucigalpa, M.D.C.
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(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimada Sra. Ministra/Sehr geehrte Ministerin)
Fax: (00 504) 2290 5129

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Sr. Luis Alberto Rubí

Fiscal General de la República
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Edificio Lomas Plaza II
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(korrekte Anrede: Dear Attorney General)
Fax: (00 504) 221 5667

KOPIEN AN
COMITE DE FAMILIARES DE DETENIDOS DESAPARECIDOS EN HONDURAS (COFADEH)
Barrio La Plazuela
Avenida Cervantes
Casa No. 1301
Tegucigalpa
HONDURAS
Fax: (00 504) 220 5280

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S.E. Herrn Efrain Anibal Diaz Arrivillaga
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Fax: (030) 3974 9712
E-Mail: embajador.embahonduras.de@googlemail.com oder informacion@embahonduras.de

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Hintergrundinformation

Hintergrund

Nach dem Putsch vom 28. Juni 2009 schlossen und besetzten Angehörige des Militärs die Büros mehrerer Medienunternehmen und gingen mit Gewalt vor allem gegen JournalistInnen vor, die Recherchen über die organisierte Kriminalität anstellten. MenschenrechtsverteidigerInnen und KritikerInnen des Putsches wurden bedroht und eingeschüchtert. Im Jahr 2010 wurden in Honduras zehn Journalisten getötet. Eines der Opfer war Nahúm Palacios, obwohl die Interamerikanische Menschenrechtskommission Honduras aufgefordert hatte, vorbeugende Maßnahmen zum Schutz des Journalisten zu ergreifen.

Seit dem Putsch haben MitarbeiterInnen von Radio Uno den Behörden bereits mehrere Drohungen und Angriffe gemeldet. Der Sender informiert über Menschenrechtsverletzungen und die Rolle der honduranischen Streitkräfte. Trotz der Sorge um die Sicherheit der MitarbeiterInnen von Radio Uno haben sich die Behörden bislang nicht an Arnulfo Aguilar gewandt.

Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hat bereits im Oktober 2009 ihrer Sorge um die Sicherheit der Belegschaft von Radio Uno Ausdruck verliehen und die Behörden um Informationen zu der Situation gebeten.

Für nähere Informationen zu Honduras siehe auf Englisch:

Honduras: Submission to the UN Universal Periodic Review: Ninth session of the UPR working group of the Human Rights Council, November-Dezember 2010: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR37/005/2010/en

Honduras: Recommendations to the new Honduran government following the coup of June 2009: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR37/003/2010/en

Honduras: Human rights crisis threatens as repression increases: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR37/004/2009/en