Kleinbauer angeschossen

Maputo, Hauptstadt von Mosambik

Maputo, Hauptstadt von Mosambik

In Mosambik wurde ein Kleinbauer willkürlich festgenommen und inhaftiert, weil man ihn für einen Unterstützer der Oppositionspartei RENAMO hielt. Angehörige der Geheimpolizei sollen ihn zudem angeschossen haben. Benedito Sabão überlebte den Angriff und befindet sich mittlerweile in einer privaten Klinik in der Hauptstadt Maputo. Er wird jedoch nach wie vor bedroht.

Appell an

MINISTER FÜR JUSTIZ-, VERFASSUNGS- UND RELIGIONSANGELEGENHEITEN
Isaque Chande
Ministry of Justice
Av. Julius Nyerere, 33
Maputo, MOSAMBIK
(Anrede: A sua Excelência / Your Excellency / Sehr geehrter Herr Minister)
E-Mail: isaquechande@gmail.com
Fax: (00 258) 214 9 42 64

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Beatriz da Consolação Mateus Buchili
Office of the General Prosecutor
Av. Vladimir Lenine, 121
Maputo, MOSAMBIK
(Anrede: Exma. Dra. / General Public Prosecutor / Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin)

Sende eine Kopie an

PRESIDENT OF THE NATIONAL HUMAN RIGHTS COMMISSION
Custódio Duma

Av. Fernão de Magalhães, 63
1st floor
Maputo
MOSAMBIK
E-Mail: comissao.direitos@gmail.com

BOTSCHAFT DER REPUBLIK MOSAMBIK
S. E. Herrn Amadeu Paulo Samuel Da Conceição
Stromstr. 47
10551 Berlin
Fax: 030-3987 6503
E-Mail: info@embassy-of-mozambique.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 6. Juli 2016 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte sorgen Sie dafür, dass Benedito Sabão nicht weiter von staatlichen Akteuren angegriffen und drangsaliert wird, auch nicht im Krankenhaus. Stellen Sie sicher, dass er vor Angriffen wegen seiner vermeintlichen politischen Ansichten geschützt wird.

  • Führen Sie bitte eine unabhängige, unparteiische und wirksame Untersuchung der Inhaftierung, Misshandlungsvorwürfe und Schussverletzungen von Benedito Sabão durch und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

Sachlage

Am 10. Mai wurde Benedito Sabão, ein Kleinbauer aus der Kleinstadt Catandica in der Provinz Manica, ohne Angabe von Gründen von drei Männern in Zivilkleidung festgenommen und auf die örtliche Polizeiwache (Comando Distrital de Catandica) gebracht. Er war gerade dabei, in einem Laden Mais zu verkaufen, um Milch für seine beiden kürzlich geborenen Kinder kaufen zu können. Bei den drei Männern handelte es sich vermutlich um Angehörige des Geheimdienstes (Serviço de Inteligência e Segurança do Estado – SINSE). Auf der Polizeistation forderten sie Benedito Sabão auf, ihnen den Aufenthaltsort von Mitgliedern der Oppositionspartei Nationale Mosambikanische Widerstandsbewegung (Resistência Nacional Moçambicana – RENAMO) mitzuteilen. Benedito Sabão sagte, er kenne keine RENAMO-Mitglieder. Daraufhin wurden ihm offenbar Handschellen angelegt und er wurde in eine Einzelzelle gebracht. Der örtliche Polizeichef und der Leiter der lokalen Kriminalpolizei sollen ihn durch Schläge mit einer Pistole misshandelt haben und dazu bringen wollen, seine Mitgliedschaft in der RENAMO zu "gestehen".

In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai wurde Benedito Sabão von denselben drei Männern, die ihn festgenommen hatten, zu einem abgelegenen Waldstück außerhalb von Catandica gefahren. Sie sollen ihm gedroht haben, dass er "genau wie andere RENAMO-Mitglieder auch" getötet werden würde und sich dann "auf dem Friedhof zu ihnen gesellen" könnte. Benedito Sabão konnte in den Wald fliehen, woraufhin die Männer auf ihn schossen. Drei Kugeln trafen ihn am Fuß und am Arm, und er erlitt einen weiteren Streifschuss. Benedito Sabão hielt sich eine Weile versteckt und suchte dann Hilfe.

Am Morgen des 12. Mai nahm er einen Flug in die Hauptstadt Maputo, und am 13. Mai wurde er im zentralen Krankenhaus von Maputo operiert. Er blieb daraufhin noch einige Tage im Krankenhaus. Am 16. Mai kam um etwa 22.00 Uhr eine Gruppe Männer auf die Krankenstation und beschuldigte Benedito Sabão, ein Mitglied der RENAMO zu sein. Manche der Männer trugen Polizeiuniformen, andere kamen in Zivilkleidung. Bei letzteren handelte es sich vermutlich um Angehörige des Geheimdienstes. Am 19. Mai versuchten unbekannte bewaffnete Männer, durch ein Fenster in die Krankenstation einzudringen. Am Nachmittag des 20. Mai wurde Benedito Sabão in eine Privatklinik verlegt, begleitet von zwei Einsatzwagen der Generalstaatsanwaltschaft. Begleitet wurde die Verlegung außerdem durch die örtliche NGO Human Rights League sowie einige Journalist_innen und Vertreter_innen von Amnesty International.
Benedito Sabão möchte mit seiner Familie das Land verlassen, da er sich in Mosambik nicht mehr sicher fühlt.