"Verschwindenlassen"

Ergebnis dieser Urgent Action

Am 5. Mai 2009 wurden die vier oben genannten jungen Männer in einer Schlucht in der Stadt Pilcaya im mexikanischen Bundesstaat Guerrero tot aufgefunden. Die Männer waren am 18. April 2009 im 60 Kilometer entfernten Cuernavaca im Bundesstaat Morelos verschleppt worden.

Die vier oben genannten jungen Männer wurden am 18. April 2009 in der Stadt Cuernavaca im mexikanischen Bundesstaat Morelos von einem Polizisten außer Dienst überfallen und verschleppt. Seitdem sind sie nicht mehr gesehen worden.

Appell an

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES
Lic. Marco Antonio Adame Castillo
Gobernador del Estado de Morelos
Palacio de Gobierno, 1° Piso, Centro
Cuernavaca 62000, Estado de Morelos, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Governor/ Señor Gobernador)
Fax: (0052 777) 329 2330 (kombinierter Telefon-/Faxanschluss: "tono de fax, por favor")
Email: gobernador@morelos.gob.mx

GENERALSTAATSANWALT
Lic. Eduardo Medina-Mora Icaza
Procuradoría General de la República
Av. Paseo de le Reforma n° 211-213, Piso 16
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06500, MEXIKO
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/ Señor Procurador General)
Fax: (00 52) 55 5346 0908

PRÄSIDENT DER NATIONALEN MENSCHENRECHTSORGANISATION
Dr. José Luis Soberanes Fernández
Comisión Nacional de los Derechos Humanos Edificio "Héctor Fix Zamudio", 6° piso
Blvd. Adolfo López Mateos n° 1922, Col. Tlacopac San Ángel, Del. Álvaro Obregón
México D.F., C.P. 01040, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Presidente/Dear President)
Fax: (00 52) 55 5681 7199

Sende eine Kopie an

UNABHÄNGIGE MENSCHENRECHTSORGANISATION MORELOS
Comision Independiente
de Derechos Humanos de Morelos, A.C.
Calle Guerrero 4, despacho 110
col. Centro
Cuernavaca
MEXIKO

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S. E. Herrn Jorge Castro-Valle Kuehne
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@embamexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. Juni 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE

  • expressing concern for the safety of 16-year-old Daniel Rueda Becerril, José Alfredo Arroyo Juárez, Samuel Teroga Rodríguez and Pablo Domínguez Montiel, who have been missing since 18 April;

  • urging the authorities to conduct a prompt, independent and impartial investigation to establish their fate and whereabouts;

  • calling on the authorities to order an immediate, thorough and impartial investigation into the abduction of the boy and three men and ensure that any official who is directly or indirectly implicated is suspended pending a full investigation and that all those responsible are brought to justice;

  • calling for a full enquiry into the failure of authorities to act promptly to locate the four abducted people on the basis of credible complaints by the families.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von José Alfredo Arroyo Juárez, Samuel Teroga Rodríguez und Pablo Domínguez Montiel sowie den erst 16-jährigen Daniel Rueda Becerril zum Ausdruck bringen, die seit dem 18. April vermisst werden;

  • bei den Behörden darauf dringen, unverzüglich eine unabhängige und unparteiische Ermittlung zur Feststellung des Aufenthaltsortes der vier jungen Männer durchzuführen;

  • die Behörden auffordern, unverzüglich eine unabhängige und unparteiische Untersuchung der Entführung des Jugendlichen und der drei Männer anzuordnen, und sicherzustellen, dass jeder Beamte, der direkt oder indirekt in den Fall verwickelt ist, vom Dienst suspendiert wird, bis eine umfassende Untersuchung durchgeführt wurde, und dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;

  • fordern, dass umfassende Ermittlungen angestellt werden hinsichtlich der Tatsache, dass die Behörden nicht umgehend Maßnahmen ergriffen haben, um die vier entführten jungen Männer zu finden, obwohl die Familien glaubwürdige Beschwerden vorgebracht hatten.

Sachlage

Der Polizist, der nicht im Dienst war, aber von Zeugen als Angehöriger der Polizei des Bundesstaates Morelos identifiziert wurde, griff zusammen mit anderen unbekannten Männern den Jugendlichen und die drei Männer in den frühen Morgenstunden des 18. April 2009 an. Nach Angaben von Beamten der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates (Procuraduría General de Justicia del Estado de Morelos - PGJM) hatte der Polizist nach seiner Schicht eine Waffe und ein Polizeifahrzeug nicht zurückgebracht. Augenzeugen beobachteten, wie die drei Männer und der Jugendliche geschlagen wurden, und hörten Schüsse. Dann wurden der Jugendliche und die drei Männer gezwungen, in das Polizeifahrzeug einzusteigen, auch die zwei Motorroller der Männer wurden hineingeworfen. Augenzeugenberichten zufolge erschienen noch weitere Polizeiautos am Tatort, die Beamten griffen jedoch nicht ein.

Später am selben Tag versuchten die Familien der entführten Männer, bei der Staatsanwaltschaft einen auf den Zeugenaussagen basierenden Bericht einzureichen. Angehörige der Staatsanwaltschaft wiesen sie jedoch ab und sagten, dass eine Person erst nach 48 Stunden als vermisst gemeldet werden und man vorher nichts tun könne. Vertreter der lokalen Staatsanwaltschaft sagten außerdem, dass der Jugendliche und die drei Männer auf keine Polizeistation und vor keinen Staatsanwalt gebracht worden seien.

Als die Staatsanwaltschaft am 20. April schließlich die Ermittlungen aufnahm, wurde der betreffende Polizeibeamte aufgefordert, zur Aufklärung des Falls vor der Staatsanwaltschaft zu erscheinen. Er kam nicht, sondern tauchte unter. Obwohl ein Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde, konnten die Behörden ihn bisher nicht finden. Auch über den Aufenthaltsort und das Schicksal der vier jungen Männer ist nichts bekannt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Korruption innerhalb der Polizei und Vorwürfe von polizeilicher Verwicklung in Verbrechen sind in Mexiko an der Tagesordnung, besonders auf staatlicher Ebene, wo Beamte regelmäßig in schwere Straftaten und Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind. Trotz der Versprechen der Regierung, die Polizei vertrauenswürdig zu machen, ist Straffreiheit für Polizeibeamte vor allem bei Anschuldigungen wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Entführung und Mord weiterhin die Regel. Behörden reagieren nicht schnell und wirksam genug auf glaubwürdige Beschwerden über die Mittäterschaft von Polizeibeamten bei solchen Fällen der Misshandlung. Dies gibt Anlass zur Sorge über eine Verwicklung des Staates in großem Stil.