Morddrohung

Die Kambodschanerin Ros Bopha musste untertauchen, nachdem sie Proteste gegen die Lebensbedingungen an ihrem neuen Wohnort angeführt hatte. Die Betroffenen waren aufgrund eines Projekts zur Instandsetzung der Schienenwege aus ihrer Heimat in das über zwanzig Kilometer von der Hauptstadt Phnom Penh entfernte Trapeang AnhChanh umgesiedelt worden. Ros Bopha hat eine Morddrohung erhalten und könnte festgenommen werden.

Appell an

INNENMINISTER
Sar Kheng

75 Norodom Blvd.

Khan Chamkarmon
Phnom Penh
KAMBODSCHA
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 855) 23 721 905

GOUVERNEUR VON PHNOM PENH
Kep Chuktema

69 Blvd. Preah Monivong

Khan Daun Penh
Phnom Penh
KAMBODSCHA
(korrekte Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 855) 23 725 626
E-Mail: info@phnompenh.gov.kh

Sende eine Kopie an

AUSSENMINISTER
Hor Nam Hong
No 3 Samdech Hun Sen Street
Sangkat Tonle Bassac

Khan Chamcar Mon

Phnom Penh
KAMBODSCHA

Fax: (00 855) 23 216 141

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS KAMBODSCHA
S.E. Herrn Widhya Chem
Benjamin-Vogelsdorff-Straße 2
13187 Berlin
Fax: 030-4863 7973
E-Mail: rec-Berlin@t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Khmer, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. Mai 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, sicherzustellen, dass VertreterInnen der Gemeinde, wie zum Beispiel Ros Bopha, friedlich für ihre Rechte eintreten können, ohne dass sie Festnahmen, Drohungen oder Gewalt fürchten müssen.

  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der Drohungen und körperlichen Angriffe gegen Ros Bopha und alle weiteren kürzlich nach Trapeang AnhChanh umgesiedelten Personen einzuleiten.

  • Ich fordere, dass diejenigen, die für die Gewalttaten verantwortlich sind, festgenommen und in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Call for assurances that community representatives, including Ros Bopha, are able to act peacefully in defence of their rights and the rights of others, without fear of arrest, threats or violence.

  • Urge the authorities to initiate an immediate and independent investigation into the threats and physical attacks against those recently relocated to Trapeang AnhChanh resettlement site, including Ros Bopha.

  • Demand that those responsible for the violence are apprehended and prosecuted in fair trials.

Sachlage

Amnesty International ist der Meinung, dass Ros Bopha wegen ihres friedlichen und rechtmäßigen Einsatzes für die Rechte ihrer Gemeinde bedroht wird.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 160 Familien im Zusammenhang mit einem Projekt zur Instandsetzung der Schienenwege vertrieben und nach Trapeang AnhChanh (auch Anchanh) umgesiedelt. Dieses Projekt wird zum größten Teil von der Asiatischen Entwicklungsbank (AsEB) und der Australian International Development Agency (AusAID), einer australischen Regierungsbehörde, die für internationale Hilfsprogramme zuständig ist, finanziert. Die sogenannten "Eisenbahn-Familien" leben in einem separaten Gebiet, das an die "ursprüngliche" Gemeinde von Trapeang AnhChanh angrenzt. Die Gemeinde Trapeang AnhChanh entstand, als die Behörden in Phnom Penh 2006 Zwangsräumungen durchführten und die Familien dorthin umsiedelten. Neben einer unzureichenden Grundversorgung mit Wasser und Strom, droht der "Eisenbahngemeinschaft" wegen unangemessener Entschädigungsleistungen und begrenzter Arbeitsplätze und Erwerbsquellen eine immer höhere Verschuldung. Am 2. April hatte Ros Bopha zusammen mit weiteren VertreterInnen ihrer Gemeinde eine Beschwerde bei der Asiatischen Entwicklungsbank in Kambodscha eingereicht. Zwei Tage später, am 4. April, soll der Vorsteher der "ursprünglichen" Gemeinde von Trapeang AnhChanh die "Eisenbahn-Gemeinde" zusammen mit 30 bis 40 seiner Gemeindemitglieder und Sicherheitsleuten gewaltsam angegriffen haben. Berichten zufolge setzten sie dabei Elektroschockstäbe, Messer sowie Stöcke ein und warfen mit Ziegeln und Steinen. Die Polizei war während des Übergriffs zwar anwesend, schritt jedoch nicht ein. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Laut Berichten ging der Vorsteher der "ursprünglichen" Gemeinde mit einer Waffe zum Haus von Ros Bopha und drohte sie zu töten. Ros Bopha hielt sich zu der Zeit jedoch an einem anderen Ort versteckt.

Am 10. April soll sich eine Delegation aus BeamtInnen der örtlichen und kommunalen Behörden, der Polizei und des Interministeriellen Ausschusses für Umsiedlungen (Inter-Ministerial Resettlement Committee – ICR) auf den Weg zum Haus von Ros Bopha gemacht haben, um sie aufgrund von Anschuldigungen wegen Diebstahls festzunehmen. Sie fanden sie jedoch nicht in ihrem Haus vor. Nach der Rückkehr von Ros Bopha sollen der Gemeindevorsteher und seine UnterstützerInnen erneut gegen sie vorgegangen sein. Scheinbar versammelten sie sich in zwei aufeinanderfolgenden Nächten vor dem Haus von Ros Bopha, tranken Alkohol, warfen Steine auf die Kambodschanerin und schrieen sie an. Seit diesem Vorfall ist Ros Bopha mit ihrer Familie untergetaucht.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, sicherzustellen, dass VertreterInnen der Gemeinde, wie zum Beispiel Ros Bopha, friedlich für ihre Rechte eintreten können, ohne dass sie Festnahmen, Drohungen oder Gewalt fürchten müssen.

  • Ich bitte Sie eindringlich, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der Drohungen und körperlichen Angriffe gegen Ros Bopha und alle weiteren kürzlich nach Trapeang AnhChanh umgesiedelten Personen einzuleiten.

  • Ich fordere, dass diejenigen, die für die Gewalttaten verantwortlich sind, festgenommen und in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden.

[APPELLE AN]

INNENMINISTER
Sar Kheng

75 Norodom Blvd.

Khan Chamkarmon
Phnom Penh
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Fax: (00 855) 23 721 905

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69 Blvd. Preah Monivong

Khan Daun Penh
Phnom Penh
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(korrekte Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 855) 23 725 626
E-Mail: info@phnompenh.gov.kh

KOPIEN AN
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Hor Nam Hong
No 3 Samdech Hun Sen Street
Sangkat Tonle Bassac

Khan Chamcar Mon

Phnom Penh
KAMBODSCHA

Fax: (00 855) 23 216 141

BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS KAMBODSCHA
S.E. Herrn Widhya Chem
Benjamin-Vogelsdorff-Straße 2
13187 Berlin
Fax: 030-4863 7973
E-Mail: rec-Berlin@t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Khmer, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 25. Mai 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Das Projekt zur Instandsetzung der Schienenwege in Kambodscha, das hauptsächlich durch die AsEB und die AusAID finanziert wird, ist vor allem wegen der damit verbundenen unfreiwilligen Umsiedlung der Betroffenen und den Auswirkungen auf deren Leben sehr umstritten. Mehr als 4.000 Haushalte, die auf oder in einem bestimmte Umkreis um die alten Eisenbahnstrecken leben, sind von diesem Projekt betroffen.

Die Lebensbedingungen der Vertriebenen in den Umsiedlungsgebieten in Kambodscha sind üblicherweise sehr schlecht. In vielen dieser Gebiete fehlt es an einer grundlegenden Infrastruktur und an Zugang zu Dienstleistungen, Arbeitsplätzen oder andere Erwerbsmöglichkeiten. Viele der Menschen, die aus Phnom Penh vertrieben und unter Zwang umgesiedelt wurden, sind anschließend wieder in die Hauptstadt zurückgekehrt, weil sie in den ungeeigneten Umsiedlungsorten keine Möglichkeit hatten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Wie die "Eisenbahn-Gemeinde" in Trapeang AnhChanh, setzen sich in Kambodscha immer mehr Gemeinden, die von Zwangsvertreibungen betroffen sind, für ihre Rechte ein. Örtliche Behörden und weitere BefürworterInnen der Umsiedlung versuchen immer wieder, sie zum Schweigen zu bringen. Am 10. Dezember reisten VertreterInnen von Amnesty International nach Trapeang AnhChanh, um den Tag der Menschenrechte mit der dortigen Gemeinde zu feiern. Die örtlichen Behörden verhinderten jedoch die friedliche Feier.