Morddrohungen
Der Gewerkschafter Edgar Neftaly Aldana Valencia hat am 1. April 2009 Morddrohungen erhalten und sein Haus wurde beschossen. Er ist der Generalsekretär der Abteilung San Benito der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Salud) im nördlichen Department Petén. Diese Einschüchterungen stehen mit seiner Arbeit gegen Korruption sowie der Diskriminierung an seinem Arbeitsplatz, dem regionalen Krankenhaus von San Benito, in Zusammenhang. Sein Leben und die Sicherheit seiner Familie sind in Gefahr.
Appell an
INNENMINISTER
Sr. Salvador Gándara
Ministro de Gobernación
6ª Avenida 13-71, Zona 1,
Ciudad de Guatemala, GUATEMALA
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro/Dear Minister)
Fax: (00502) 2413 8658
GENERALSTAATSANWALT
Lic. José Amílcar Velásquez Zárate
Fiscal General de la República y Jefe del Ministerio Público
8ª Avenida 10-67, Zona 1, Antiguo Edificio del Banco de los Trabajadores,
Ciudad de Guatemala, GUATEMALA
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimado Sr. Fiscal General)
Fax: (00502) 2411 9124
(00502) 2411 9326
GOUVERNEUR DES DEPARTMENTS PETEN
Sr. Rudel Mauricio Álvarez
Gobernador de Petén
Gobernación Departamental
Flores, Petén, GUATEMALA
(korrekte Anrede: Dear Govenor/Estimado Sr. Gobernador)
Fax: (00 502) 7867 5301 (Sagen Sie bitte: "Tono de fax, por favor")
Sende eine Kopie an
GEWERKSCHAFT FÜR DAS GESUNDHEITSWESEN
Sindicato Nacional de Trabajadores de Salud, SMTSG
9ª Avenida 13-24, Edificio Ruth, Oficina 309, Zona 1
Ciudad de Guatemala, GUATEMALA
Fax: (00 502) 2232 9289 (Sagen Sie bitte: "Tono de fax, por favor")
BOTSCHAFT DER REPUBLIK GUATEMALA
S.E. Gabriel Edgardo Aguilera Peralta
Joachim-Karnatz-Allee 45-47, 2. OG.,
10557 Berlin
Fax: 030-2064 3659
E-Mail: embaguate.alemania@t-online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 2. Juni 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
-
expressing concern for the safety of Edgar Aldana and his family, after the attack and death threats received on 1 April;
-
urging the authorities to take immediate steps to provide effective protection for them, in strict accordance with their wishes;
-
calling on the authorities to order a swift, full and impartial investigation into the incidents, to make the results public and to bring those responsible to justice;
- reminding the authorities of the right of human rights defenders to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals, as set out in the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
-
Ihre Sorge um die Sicherheit von Edgar Aldana und seiner Familie nach dem Beschuss und den Morddrohungen vom 1. April zum Ausdruck bringen;
-
die Behörden auffordern, umgehend wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die die Gefährdeten zu ihrem Schutz für sinnvoll erachten;
-
die Behörden auffordern, sofort eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Vorfälle einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
- die Behörden daran erinnern, dass MenschenrechtlerInnen das Recht haben, ihren Aktivitäten ohne Einschränkungen oder Angst vor Repressalien nachzugehen, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.
Sachlage
Am 1. April 2009 bemerkte Edgar Aldana auf seinem Nachhauseweg von der Arbeit im San Benito-Krankenhaus, dass ihn zwei unbekannte Männer auf einem roten Motorrad verfolgten. Er änderte seine Route, um die Männer abzuschütteln. Während er noch auf dem Heimweg war, feuerten unbekannte Männer Schüsse auf sein Haus ab. Seine Frau und seine Tochter befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Haus.
Einige Stunden später erhielt Edgar Aldana auf seinem Handy einen Anruf von einem unbekannten Mann, der ihm mitteilte: "Das ist passiert, weil du dich mit deiner Frau zusammen in Schwierigkeiten gebracht hast. Ihr seid beide Gewerkschaftsangehörige im Krankenhaus. Man hat mir 100 000 Quetzal (knapp 10 000 Euro) bezahlt, um euch zu eliminieren, aber wir können auch zu einer Einigung kommen."
Nach dem Anruf erhielt er vier SMS mit unbekanntem Absender. Eine enthielt folgenden Satz: "Überall um Ihr Haus herum stehen Wachen, täuschen Sie sich nicht in mir". Ein weiterer lautete: "Dies ist nur eine Warnung. Nächstes Mal treffen die Kugeln Ihre Frau. Wir scherzen nicht. Rufen Sie besser nicht die Polizei, wenn Sie am Leben bleiben wollen". Trotz der Drohung erstattete Edgar Aldana am 2. April Anzeige bei den Behörden.
Die Behörden haben keinerlei Schutz für die Familie bereitgestellt, und es wurden im Zusammenhang mit diesen Vorfällen auch keine Festnahmen vorgenommen.
Hintergrundinformation
Die Abteilung San Benito der Gewerkschaft für das Gesundheitswesen wurde 2008 gegründet. Seit 2005 berichten GewerkschafterInnen über schlechte Gesundheitsleistungen und mutmaßliche Korruption sowie diskriminierende Praktiken. 2007 bestätigte das Büro des Ombudsmanns für Menschenrechte nach einer Anzeige der Gewerkschaft die Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter, der daraufhin 2008 entlassen wurde.
Jedes Jahr werden in Guatemala zahlreiche MenschenrechtsverteidigerInnen, sozial engagierte Personen, GewerkschafterInnen und andere Personen drangsaliert und bedroht. Einige von ihnen werden getötet, weil sie ihrer legitimen Tätigkeit nachgehen.