Morddrohungen

MOVICE

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Paramilitärs haben eine Morddrohung an mehrere Menschenrechtsorganisationen und eine Gewerkschaft in Barranquilla im Norden Kolumbiens geschickt. Zu den bedrohten Menschen gehören auch Familien, die auf der Farm El Tamarindo leben und nun in Gefahr sind, von dort vertrieben zu werden.

Appell an

PRÄSIDENT
Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

GOUVERNEUR DES DEPARTAMENTO ANTIOQUIA
José Antonio Segebre Berardinelli
Gobernación del Atlántico
Calle 40 Cra. 45 y 46
Barranquilla, KOLUMBIEN
(Anrede: Dear Governor/ Estimado Sr. Gobernador / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 57) 5 340 45 24

Sende eine Kopie an

NICHTREGIERUNGSORGANISATION
MOVICE
Carrera 5 No. 16–14
Oficina 807,
Bogotá,
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125

E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 18. Dezember 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Am 30. Oktober erklärte die paramilitärische Gruppierung "Rastrojos – Comandos Urbanos Baranquilla" in einer E-Mail mehrere MenschenrechtsverteidigerInnen zu "militärischen Zielen". Die Morddrohung war an Mitglieder der Zweigstelle der Gewerkschaft Central Unitaria de Trabajadores (CUT) im Departamento Atlántico sowie die humanitären Organisationen und Menschenrechtsorganisationen Fundación Infancia Feliz (FIF), Asociación de Familiares por un Solo Dolor (AFUSODO), Comité Permanente por la Defensa de los Derechos Humanos (CPDH) und Comité de Solidaridad con los Presos Políticos (CSPP) gerichtet. Sie ging außerdem an die Landarbeitervereinigung Asociación de Trabajadores del Campo (ASOTRACAMPO). Die genannten Organisationen gehören alle der Nationalen Bewegung der Opfer von staatlichen Verbrechen (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado – MOVICE) an.

ASOTRACAMPO vertritt die Interessen der Familien, die auf dem Gelände der Farm El Tamarindo leben. Die Mehrzahl der übrigen genannten Organisationen und deren Mitglieder stehen in Verbindung zu den in El Tamarindo (Verwaltungsbezirk Galapa, Departamento Atlántico) lebenden Familien. Die Farm wird seit 2001 von rund 130 Familien friedlich besetzt. In der Vergangenheit hat es wiederholt Versuche gegeben, sie von dem Land zu vertreiben. Im Mai und Juni 2013 wurden bereits einige der dort lebenden Familien vertrieben. Die Versuche, die kleinbäuerlichen Familien zu vertreiben, sind immer wieder von Morddrohungen durch Paramilitärs begleitet worden. Am 17. Oktober versammelten sich Kleinbauern aus verschiedenen Departamentos der Region auf dem Gelände der Farm, um die Anerkennung ihrer Landrechte einzufordern. Sie marschierten zum Büro des Gouverneurs des Departamentos Atlántico. Am 31. Oktober informierte man einige Mitglieder von MOVICE über eine für den 1. November geplante Räumung des Farmgeländes. Der Räumungsbefehl ist zwischenzeitlich verschoben worden, für den 8. November sind weitere Treffen mit den Regierungsbehörden angesetzt.

[BITTE SCHREIBEN SIE]

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bitte Sie, den Schutz der bedrohten Personen, einschließlich der Familien auf dem Gelände der Farm El Tamarindo, in strikter Absprache mit ihnen sicherzustellen.

  • Leiten Sie bitte eine vollständige und unabhängige Untersuchung der Morddrohungen ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse dieser Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich fordere Sie dazu auf, sicherzustellen, dass die Kleinbauerngemeinschaft und ihre UnterstützerInnen sich weiterhin ohne Gefahr für die Anerkennung ihrer Landrechte einsetzen können.

  • Zudem fordere ich Sie auf, entsprechend der von der UN wiederholt ausgesprochenen Empfehlungen Maßnahmen zur Auflösung der paramilitärischen Gruppen zu ergreifen und ihre Verbindungen zu den kolumbianischen Sicherheitskräften zu lösen.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631

GOUVERNEUR DES DEPARTAMENTO ANTIOQUIA
José Antonio Segebre Berardinelli
Gobernación del Atlántico
Calle 40 Cra. 45 y 46
Barranquilla, KOLUMBIEN
(Anrede: Dear Governor/ Estimado Sr. Gobernador / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (00 57) 5 340 45 24

KOPIEN AN
NICHTREGIERUNGSORGANISATION
MOVICE
Carrera 5 No. 16–14
Oficina 807,
Bogotá,
KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125

E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 18. Dezember 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Etwa 130 Familien, die gewaltsam aus ihrem Zuhause in den Gemeinden Córdoba, Magdalena und Cesar vertrieben worden waren, besetzten 2001 120 Hektar der verlassenen Farm El Tamarindo im Department Atlántico. 2007 verkündeten die Behörden des Departamentos, dass eine Freihandelszone in einem Gebiet errichtet würde, das auch die Farm El Tamarindo einschließt. 2008 leitete ein lokales Unternehmen rechtliche Verfahren zur Beanspruchung des Landes ein.

Die in El Tamarindo lebenden Kleinbauernfamilien haben mehrfach Morddrohungen von paramilitärischen Gruppen in diesem Gebiet erhalten. Bei dem Versuch, am 28. Januar 2012 einen Räumungsbefehl zur Vertreibung von kleinbäuerlichen Gemeinschaften durchzusetzen, setzten die lokalen Zivilbehörden Sicherheitskräfte ein. Grundlage der Räumungsbefehle waren wirtschaftliche Interessen von Unternehmen, die Besitzansprüche auf das Grundstück erheben. Lokale Paramilitärs bedrohten die Kleinbauerngemeinschaften während des Räumungsversuches; dieser blieb jedoch erfolglos. Narciso Enrique Tehrán Mejía, der Sohn des Vize-Präsidenten von ASOTRACAMPO, ist am 12. April in El Tamarindo im Schlaf erschossen worden.

Im Laufe des schon seit Jahrzehnten währenden bewaffneten Konflikts sind Millionen Hektar Land geraubt worden. Dies geschah häufig unter Einsatz von Gewalt gegen die rechtmäßigen EigentümerInnen, insbesondere indigene, afrokolumbianische und Kleinbauerngemeinschaften. Die verschiedenen Konfliktparteien – Guerillagruppen sowie Paramilitärs und Sicherheitskräfte, die entweder allein oder im Einvernehmen miteinander handeln – haben mehr als fünf Millionen Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben.

MOVICE ist ein großer Zusammenschluss von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und setzt sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbiens lang anhaltenden bewaffneten internen Konflikt ein. Die Mitglieder von MOVICE haben bereits viele Fälle von Tötungen und Verschwindenlassen dokumentiert und aufgedeckt, die auf das Konto von Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen gingen.

Unter den Betroffenen der jüngsten Morddrohungen befindet sich auch Martha Elena Díaz Ospina. Sie ist die Gründerin und Präsidentin von AFUSODO und Mitglied von MOVICE. Sie unterstützt die Familien in El Tamarindo und war bereits in einer Morddrohung der paramilitärischen Gruppe "Rastrojos – Comandos Urbanos Baranquilla" vom 24. September genannt worden.