Aus der Haft entlassen
Ergebnis dieser Urgent Action
Der kubanische Regierungskritiker Andrés Carrión Álvarez ist vorläufig aus der Haft entlassen worden. Ihn erwartet nun ein Verfahren aufgrund konstruierter Anklagepunkte.
Der kubanische Regierungskritiker Andrés Carrión Álvarez ist vorläufig aus der Haft entlassen worden. Ihn erwartet nun ein Verfahren aufgrund konstruierter Anklagepunkte.
Sachlage
Andrés Carrión Álvarez wurde am 13. April vorläufig aus der Haft entlassen. Nun muss der Ausgang eines Gerichtsverfahrens gegen ihn wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" (desórdenes públicos) abgewartet werden. Grund für die Anklage ist, dass er am 26. März vor Beginn einer Freiluftmesse mit Papst Benedikt XVI "Freiheit" sowie "Nieder mit dem Kommunismus" gerufen hatte.
Drei Tage nach seiner Freilassung, am 16. April wurde er zusammen mit Anyer Antonio Blanco Rodríguez, einem weiteren Mitglied der Unión Patriótica de Cuba (UNPACU), einer Dachorganisation von kubanischen Dissidentengruppen, erneut festgenommen, als die beiden sich in einem Park im Zentrum der Stadt Santiago de Cuba unterhielten. Andrés Carrión Álvarez wurde ein weiteres Mal der "Störung der öffentlichen Ordnung" angeklagt bevor er fünf Stunden später wieder freigelassen wurde. Anyer Antonio Blanco Rodríguez befand sich fünf Tage in Haft und kam dann ohne Anklage frei.
Die Freilassung von Andrés Carrión Álvarez ist an mehrere Bedingungen geknüpft. Unter anderem muss er sich einmal pro Woche auf einer Polizeiwache melden, darf seinen Heimatbezirk in der Stadt Santiago de Cuba ohne vorherige Genehmigung nicht verlassen und sich mit niemandem treffen, der von den kubanischen Behörden als RegierungskritikerIn angesehen wird.
Der Termin für das Gerichtsverfahren gegen Andrés Carrión Álvarez steht noch nicht fest. Amnesty International hat die kubanischen Behörden aufgefordert, die Anklagepunkte gegen Andrés Carrión Álvarez, die auf die friedliche Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung zurückgehen, bedingungslos fallen zu lassen und ihn nicht weiter zu drangsalieren.
Andrés Carrión Álvarez hat Amnesty International gebeten, allen, die sich für ihn eingesetzt haben, seinen Dank zu übermitteln. Amnesty International wird seine Situation auch zukünftig genau beobachten und falls erforderlich weitere Aktionen einleiten.
Es sind derzeit keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.