Drohende Hinrichtung

Ausschnitt einer Zeichnung von Mark Wiles

Ausschnitt einer Zeichnung von Mark Wiles

Mark Wiles soll am 18. April im US-Bundesstaat Ohio hingerichtet werden. Er wurde schuldig befunden im Jahre 1985 einen Mord begangen zu haben und befindet sich bereits mehr als sein halbes Leben in der Todeszelle. Der Begnadigungsausschuss hat sich gegen eine Begnadigung ausgesprochen. Der Gouverneur von Ohio ist jedoch nicht an diese Entscheidung gebunden und könnte die Hinrichtung noch verhindern.

Appell an

GOUVERNEUR VON OHIO
John Kasich
Riffe Center, 30th Floor
77 South High Street
Columbus, OH 43215-6117
USA
Fax: (00 1) 614 466 9354
E-Mail: kim.kutschbach@governor.ohio.gov (Stellvertretende Rechtsberatung des Gouverneurs, Beratung bei Begnadigungsangelegenheiten, bitten Sie um die Weiterleitung Ihrer E-Mail)

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip Dunton Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 18. April 2012 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE

  • Ich bin mir der Schwere des Verbrechens bewusst, das Mark Wiles zur Last gelegt wird, und möchte in keiner Weise das dadurch verursachte Leid verharmlosen.

  • Ich bitte Sie eindringlich, zu berücksichtigen, dass Mark Wiles seit seiner Straftat tiefe Reue und ein vorbildliches Verhalten in Haft gezeigt hat. Weiterhin sollte berücksichtigt werden, dass er laut Gutachtern an einem Hirnschaden leidet, der möglicherweise sein Verhalten zur Zeit der Straftat beeinflusst hat.

  • Ich spreche mich hiermit gegen die Hinrichtung von Mark Wiles aus und bitte Sie eindringlich, ihn zu begnadigen.

Sachlage

Mark Wiles ist wegen des Mordes an Mark Klima, einem 15-jährigen Jungen, zum Tode verurteilt worden. Der Junge war am 7. August 1985 während eines Einbruchs in sein Elternhaus, im Nordosten Ohios, erstochen worden. Mark Wiles, der als Aushilfe auf der Pferdefarm der Eltern von Mark Klima gearbeitet hatte, floh nach der Tat zunächst in den Bundesstaat Georgia. Fünf Tage nach dem Verbrechen, nachdem er scheinbar bereits Selbstmord in Betracht gezogen hatte, nahm Mark Wiles Kontakt mit der Polizei auf, um sich selbst zu stellen. Er verzichtete auf sein Recht auf einen Rechtsbeistand, gestand die Straftat und wurde zurück nach Ohio gebracht, wo man ihn daraufhin anklagte. Nachdem er auch sein Recht auf ein Schwurgerichtsverfahren abgelehnt hatte, sprach ihn ein Gremium aus drei RichterInnen am 9. Januar 1986 schuldig und verurteilte ihn drei Wochen später zum Tode.

Mark Wiles war zur Zeit des Verbrechens 22 Jahre alt. Heute ist er 49. Im Rahmen ihrer Bemühungen um eine Begnadigung, erklärten die Rechtsbeistände von Mark Wiles, dass er im Laufe der Jahre tiefe Reue für das Verbrechen gezeigt habe. Dies habe seine Vertretung vor Gericht mitunter erschwert, da er einerseits weiterleben wolle und andererseits "nicht glaubt, dass es eine Entschuldigung für sein Verhalten gibt". Mark Wiles wolle nicht, dass irgendetwas vorgebracht wird, das wie eine Entschuldigung für seine Tat wirken könnte. Am 2. März 2012 versuchte der Begnadigungsausschuss von Ohio Mark Wiles per Videoschaltung zu befragen. Auf die Frage, warum er begnadigt werden sollte, antwortete Mark Wiles, dass er nicht sicher sei, ob er wirklich Gnade verdiene. Als man ihn nach der Straftat fragte, erklärte er, dass er schuldig sei, jedoch nicht über das Geschehene reden wolle. Die Befragung wurde auf Wunsch von Mark Wiles beendet. Der Begnadigungsausschuss schrieb, der Häftling sei "merklich nervös und emotional gewesen und schien von dem Verfahren überfordert zu sein".

Am 15. März fand die Anhörung vor dem Begnadigungsausschuss statt. Neurologische Gutachter erklärten, dass Mark Wiles möglicherweise unter einer schweren Hirnschädigung leide. Mehrere VerteidigerInnen berichteten von der anhalten Reue ihres Mandanten. Dem Begnadigungsausschuss wurde darüber hinaus von Mark Wiles’ guter Führung, seiner konstruktiven Rolle und seiner persönlichen Entwicklung im Gefängnis berichtet. Die Staatsanwaltschaft argumentierte gegen eine Begnadigung von Mark Wiles mit einer Beschreibung des Mordopfers, Details des Verbrechens und den Folgen der Straftat für die Eltern des Opfers. Die Familie von Mark Klima bat den Begnadigungsausschuss der Hinrichtung von Mark Wiles zuzustimmen. Sie erklärten, die Familie habe schon zu lange auf Gerechtigkeit warten müssen und dass eine Begnadigung ihnen gegenüber "abscheulich" wäre.

Am 23. März gab der Begnadigungsausschuss bekannt, dass das Gnadengesuch von Mark Wiles einstimmig abgelehnt wurde. Sie erklärten, dass "Reue, die Übernahme von Verantwortung und gute Führung in Haft" nicht ausreichen würden, um eine Begnadigung zu rechtfertigen.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE

  • Ich bin mir der Schwere des Verbrechens bewusst, das Mark Wiles zur Last gelegt wird, und möchte in keiner Weise das dadurch verursachte Leid verharmlosen.

  • Ich bitte Sie eindringlich, zu berücksichtigen, dass Mark Wiles seit seiner Straftat tiefe Reue und ein vorbildliches Verhalten in Haft gezeigt hat. Weiterhin sollte berücksichtigt werden, dass er laut Gutachtern an einem Hirnschaden leidet, der möglicherweise sein Verhalten zur Zeit der Straftat beeinflusst hat.

  • Ich spreche mich hiermit gegen die Hinrichtung von Mark Wiles aus und bitte Sie eindringlich, ihn zu begnadigen.

[APPELLE AN]

GOUVERNEUR VON OHIO
John Kasich
Riffe Center, 30th Floor
77 South High Street
Columbus, OH 43215-6117
USA
Fax: (00 1) 614 466 9354
E-Mail: kim.kutschbach@governor.ohio.gov (Stellvertretende Rechtsberatung des Gouverneurs, Beratung bei Begnadigungsangelegenheiten, bitten Sie um die Weiterleitung Ihrer E-Mail)

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip Dunton Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 18. April 2012 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN ]

Amnesty International lehnt die Todesstrafe unabhängig von der Art der Straftat, dem Täter und der Hinrichtungsmethode grundsätzlich ab. Etwa 140 Länder wenden die Todesstrafe heute nicht mehr an. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA im Jahre 1977 wurden dort 1.288 Todesurteile vollstreckt. In Ohio wurden seit 1977 insgesamt 46 Menschen hingerichtet. 2012 sind in den USA bereits elf Menschen hingerichtet worden – in den Bundesstaaten Arizona, Florida, Mississippi, Oklahoma und Texas.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Explaining that you are not seeking to excuse the murder of Mark Klima or to downplay the suffering caused.

  • Noting Mark Wiles’ long-held remorse and his model conduct in prison, as well as evidence of brain damage that may have contributed to his conduct during the crime.

  • Opposing the execution of Mark Wiles and calling on the governor to grant him clemency.