Drohende Hinrichtung am 27. April

Hinrichtungsraum

Hinrichtungsraum

Kenneth Williams soll am 27. April wegen eines 1999 im Zusammenhang mit einem Gefängnisausbruch begangenen Mordes im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden. Er war damals 20 Jahre alt und seinen Angaben zufolge ist er heute nicht mehr derselbe Mensch wie damals. Er bereue seine Taten und könne seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten, wenn man ihn am Leben lasse.

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Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte begnadigen Sie Kenneth Williams und wandeln Sie sein Todesurteil in eine Haftstrafe um.

  • Ich möchte betonen, dass ich die Schwere der verübten Gewaltverbrechen und ihre Folgen sowie das Leid der Hinterbliebenen auf keinen Fall herunterspielen möchte.

  • Die Todesstrafe negiert die Möglichkeit der Rehabilitierung und Läuterung eines Menschen und trägt nicht dazu bei, die Ursachen und von menschlicher Gewalt und die Reaktionen darauf zu verstehen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for clemency for Kenneth Williams and for his death sentence to be commuted;

  • Explaining that you are not seeking to excuse violent crime or to minimize the suffering caused;

  • Pointing out that the death penalty denies the possibility of rehabilitation and reform of individuals, and does nothing to further our understanding of the roots of and responses to human violence.

Sachlage

Im September 1999 wurde Kenneth Williams wegen eines 1998 begangenen Mordes in Pine Bluff im US-Bundesstaat Arkansas zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe ohne Möglichkeit der vorzeitigen Haftentlassung verurteilt. Die Behörden brachten ihn ins Gefängnis Cummins Unit, wo er in der mittleren Sicherheitsstufe untergebracht wurde. Am 3. Oktober 1999 gelang dem 20-Jährigen der Ausbruch aus der Hafteinrichtung. Im späteren Gerichtsverfahren sagte einer der Wärter aus, zwei Gefängnisbedienstete hätten ihre Aufsichtspflicht nicht erfüllt und so ermöglicht, dass der „Insasse Williams ausbrechen konnte“. Am Nachmittag des Ausbruchs wurde Cecil Boren unweit des Gefängnissses in seinem Haus erschossen und sein Transporter gestohlen. Am darauffolgenden Tag entdeckte die Polizei das Fahrzeug im Nachbarbundesstaat Missouri und nahm die Verfolgung auf. Während der Verfolgungsjagd kam der Fahrer eines anderen Transporters, Michael Greenwood, ums Leben, als die beiden Fahrzeuge zusammenstießen. Die Polizei nahm Kenneth Williams fest, als er zu Fuß vom Unfallort fliehen wollte. Er wurde vor Gericht gestellt und im Juni 2000 des Mordes an Cecil Boren für schuldig befunden.

In der Phase des Gerichtsverfahrens, in der über das Strafmaß entschieden wurde, legte die Verteidigung neben psychologischen Gutachten Berichte über die Jugend des Angeklagten, seine von extremer Armut geprägte Kindheit, über Gewalt, der er sowohl zu Hause als auch auf der der Straße ausgesetzt war, den Drogenkonsum seiner Eltern, die mangelhafte Erziehung durch seine Eltern sowie sein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und seine Lernbeeinträchtigungen vor. Die Geschworenen gaben auf dem Formular zur Urteilsbegründung jedoch nicht an, dass sie strafmildernde Faktoren berücksichtigt hatten. Der Richter wies sie daraufhin an, zumindest einen strafmildernden Faktor zu benennen. Die Geschworen benannten daraufhin nur den Faktor: „Kenneth D. Williams erlebte die Disfunktionalität der Familie, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde”. Im Jahr 2007 wies das Oberste Gericht von Arkansas das Argument zurück, die Geschworenen hätten die vorgelegten strafmildernden Faktoren nicht ausreichend berücksichtigt.

Unter den Zeug_innen, die von der Anklagebehörde vorgeladen wurden, war die Schwester eines der Opfer. Sie erklärte, im Gegensatz zu den Geschworenen könnten sie und ihre Familie „nichts tun”. Sie fragte die Geschworen: „Was würden Sie tun, wenn es Ihre Schwester oder Ihr Bruder gewesen wäre oder Ihr Baby, das Ihnen jemand entreißt? Ich kann nichts tun, aber Sie können es.” Der Verteidiger erhob Einspruch, weil dies eine regelwidrige „opferbetonte” Zeugenaussage gewesen sei, und der Richter räumte ein, dass dies sehr nah an einer Regelwidrigkeit sei, ließ die Aussage aber zu. Im Jahr 2010 befand ein Bundesberufungsgericht, dass die Aussage der Schwester gegen verfassungsrechtliche Standards verstoßen habe, da sie davon ausging „dass die Geschworenen ihr zustimmen und sich für die Todesstrafe aussprechen würden“. Dennoch vertrat das Gericht die Auffassung, dass dies letztendlich keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens gehabt habe, und bestätigte das Todesurteil.

Kenneth Williams hat ein Gnadengesuch eingereicht. Darin erklärt er, dass „er nicht mehr derjenige sei, der er damals war”, dass er seine Taten der Vergangenheit bereue und dass seine Läuterung zeige, „auch die schlmimmsten Menschen können sich zum Besseren verändern“. Er bringt in dem Gnadengesuch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass „junge Menschen, die lesen, was ich schreibe“, von dem „Weg wegkommen werden, den ich in meinen Jugendjahren genommen habe”.

Appell an:

GOUVERNEUR VON ARKANSAS The Honorable Asa Hutchinson Governor of the State of Arkansas State Capitol, Suite 250 500 Woodlane St Little Rock AR 72201, USA (Anrede: Dear Govenor / Sehr geehrter Herr Gouverneur) Fax: (00 1) 501 682 3597oder (001) 501 682-1382 E-Mail: http://governor.arkansas.gov/contact-info/ (Da dieses Formular nur mit einer US-Adresse zu verwenden ist, tragen Sie bitte Ihren Namen und die Adresse der US-Sektion von Amnesty International ein: 600 Pennsylvania Ave. SE, 5th Floor Washington, D.C. Zip Code: 20003)

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA Herrn Kent Doyle Logsdon Geschäftsträger a.i., Gesandter-Botschaftsrat Pariser Platz 2 10117 Berlin Fax: 030-83 05 10 50 E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, sodass sie noch vor dem 27. April 2017 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.