Drohende Hinrichtung

Diese Urgent Action ist beendet.

Am 25. August teilte der Gouverneur von Arkansas mit, dass er beabsichtigt, das Todesurteil von Jason McGehee umzuwandeln. Dieser hätte am 27. April hingerichtet werden sollen. Ein Bundesrichter gewährte einen Hinrichtungsaufschub und der Begnadigungsausschuss empfahl eine Begnadigung. Der Gouverneur hat diese Empfehlung nun angenommen.

Frau mit Giftspritze

Regierungen, die mit der Todesstrafe Verbrechen bekämpfen wollen, betrügen sich selbst

Jason McGehee soll am 27. April wegen eines Mordes, der 1996 verübt wurde, im US-Bundesstaat Arkansas hingerichtet werden. Er und zwei weitere Männer waren an dem Mord beteiligt, allerdings wurde nur gegen ihn die Todesstrafe verhängt. Zur Zeit des Verbrechens war er gerade 20 Jahre geworden. Heute ist Jason McGehee 40 Jahre alt.

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Dein Appell

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Appell an:

GOUVERNEUR VON ARKANSAS The Honorable Asa Hutchinson Governor of the State of Arkansas, State Capitol, Suite 250 500 Woodlane St, Little Rock, AR 72201 USA (Anrede: Dear Govenor / Sehr geehrter Herr Gouverneur) Fax: (001) 501 682 3597 oder (001) 501 682-1382 E-Mail: http://governor.arkansas.gov/contact-info/ (Da dieses Formular nur mit einer US-Adresse zu verwenden ist, tragen Sie bitte Ihren Namen und die Adresse der US-Sektion von Amnesty International ein: 600 Pennsylvania Ave. SE, 5th Floor Washington, D.C. Zip Code: 20003)

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA Herrn Kent Doyle Logsdon Geschäftsträger a.i., Gesandter-Botschaftsrat Pariser Platz 2 10117 Berlin Fax: 030-83 05 10 50 E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, sodass sie noch vor dem 27. April 2017 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte begnadigen Sie Jason McGehee und wandeln Sie sein Todesurteil in eine Haftstrafe um.

  • Bitte berücksichtigen Sie, dass Jason McGehee zum Zeitpunkt des Verbrechens 20 Jahre alt war, die Beweise seiner Fortschritte, seitdem er inhaftiert wurde und die Tatsache, dass die Geschworenen nicht über die strafmildernden Beweise über seine Kindheit informiert waren.

  • Beachten Sie zudem bitte, dass der leitende Richter aller drei Gerichtsverfahren glaubt, dass Jason McGehees Todesurteil unverhältnismäßig sei und dass er und der ehemalige Vorsitzende der US-Gefängnisbehörde eine Umwandlung des Todesurteils in eine Haftstrafe befürworten.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling for clemency for Jason McGehee and for his death sentence to be commuted.

  • Noting the defendant’s young age at the time of the crime, the evidence of his development since then and the fact that the jury did not hear certain compelling mitigating evidence about the defendant’s childhood.

  • Nothing that the judge who presided over all three trials believes that Jason McGehee’s death sentence is disproportionate, and that he and former head of the Department of Corrections support clemency.

Sachlage

Im Sommer 1996 war der 15-jährige John Melbourne Teil einer Gruppe von Freunden und lebte in einem Haus in Harrison im US-Bundestaat Arkansas. Die Gruppe benutzte gefälschte oder gestohlene Schecks. Laut Prozessakten wurde John Melbourne am 19. August 1996 von fünf der Gruppe – Candace Campbell (17 Jahre alt), Robert Diemart (27 Jahre alt), Christopher Epps (19 Jahre alt), Ben McFarland (17 Jahre alt) und Jason McGehee (20 Jahre alt) – ins 30 Kilometer von Harrison entfernte Omaha gebracht, da sie vermuteten, dass John Melbourne die Gruppe bei der Polizei „verpfiffen“ hatte. Dort schlugen sie über einen langen Zeitraum immer wieder auf den 15-Jährigen ein. Christopher Epps, Ben McFarland und Jason McGehee brachten ihn danach in ein Waldgebiet und strangulierten ihn abwechselnd. Der Polizei gegenüber sagte Ben McFarland aus, dass er John Melbourne strangulierte, als dieser starb.

Candace Campbell wurde zu 20 Jahren Haft, Robert Diemart zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe für die anderen drei Männer. Im Laufe des Gerichtsverfahrens nannte er das Verbrechen einen „Mord durch eine zusammengeschlossene Gruppe“ und eine „Gruppenaktivität“. Christopher Epps und Ben McFarland wurden zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der späteren Bewährung verurteilt. Im Januar 1998 wurde Jason McGehee als Letzter vor Gericht gestellt. Das Gerichtsverfahren dauerte vier Tage lang, wobei die Phase der Strafbemessung nur ein paar Stunden erforderte. Die Geschworenensprachen sich für die Todesstrafe aus. 2008 entschied das zuständige US-Bundesbezirksgericht, dass der Richter zu Unrecht die Präsentation der Verteidigung verhinderte, in der sie bestimmte „Beweise eines wiederholten Musters von physischer und emotionaler Misshandlung, einer Vernachlässigung durch die Eltern und traumatisierende Ereignisse“, die während der „der prägenden Jahren als Kind, Heranwachsender und Jugendlichen passierten und Einfluss auf die Person, die er jetzt ist, hatte“, vorlegen wollte. Der Richter befand, dass die Beweise die Geschworenen dazu hätte bringen können, gegen die Todesstrafe zu stimmen. Aus diesem Grund ordnete er eine neue Strafbemessung an. Das Berufungsgericht hob diese Entscheidung jedoch 2009auf, da Bundesgerichte auf der Grundlage von Verfahrensregeln nicht befugt seien, die Beweise in Anbetracht zu ziehen.

Alle drei Gerichtsverfahren wurden vom selben Richter geleitet. Der inzwischen pensionierte Richter beantragt nun die Umwandlung des gegen Jason McGehee verhängten Todesurteils. In einem Brief vom 15. März 2017 schreibt er, dass der Tod von John Melbourne eine „tragische Folge einer fehlgeleiteten Gruppendynamik“ war und dass diese Dynamik „zu einer Tat eskalierte, die Jason McGehee allein nie begangen hätte“. Aufgrund der Tatsache, dass im Januar 2017 Ben McFarlands Urteil einer lebenslangen Haftstrafe ohne Bewährung zu einer 40-jährigen Haftstrafe umgewandelt wurde und er somit berechtigt ist, ab 2025 auf Bewährung entlassen zu werden, und dass Jason McGehees „eine außerordentliche Anpassung im Gefängnis“ zeigt betrachtet der Richter das Todesurteil nun als „unverhältnismäßig“. Ein weiterer Unterstützer für eine Umwandlung des Todesurteils in eine Haftstrafe ist der ehemalige Vorsitzende der US-Gefängnisbehörde in Arkansas. Er beschrieb Jason McGehees „vorbildliches“ Verhalten im Todestrakt und die „beeindruckenden“ Akteneinträge bezüglich seines disziplinierten Verhaltens. Er erklärte, dass er während seiner 40 Jahre Gefängnisarbeit noch keinen Insassen kennengelernt habe, der mit Jason McGehee vergleichbar wäre. Er kam zu dem Schluss, dass „er auch in der normalen Gesellschaft wieder funktionieren würde“.