Menschenrechtlerin in Gefahr

Appell an

PRÄSIDENT
Sr. Presidente
Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño, Carrera 8
No. 7-26, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede:Dear President Santos/Excmo. Sr. Presidente)
Fax: (00 57) 1 596 0631

INNEN- UND JUSTIZMINISTER
Sr. Germán Vargas Lleras
Ministerio Del Interior y De Justicia,
Carrera 9a. No. 14-10, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro Vargas)
Fax: (00 57) 1 599 8961

AUßENMINISTERIN
Sra. Ángela María Holguín
Ministerio de Relaciones Exteriores
Calle 10 No 5-51, Palacio de San Carlos, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimada Sra. Ministra)
Fax: (00 57) 1 381 4721

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau
Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit von Nancy Fiallo Araque und weiterer Mitglieder von Asamblea de Mujeres de la Sociedad Civil por la Paz sowie Colectivo de Mujeres por la Paz y Contra la Guerra .

  • Leiten Sie unverzüglich und in Absprache mit Nancy Fiallo Araque wirksame Schutzmaßnahmen ein, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Weiterhin fordere ich Sie auf, eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen gegen Nancy Fiallo Araque einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich möchte Sie zudem an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern und Sie auffordern, dieser Verpflichtung nachzukommen.

Sachlage

Die Menschenrechtsverteidigerin Nancy Fiallo Araque ist in den vergangenen Monaten wiederholt am Telefon mit dem Tod bedroht und in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá verfolgt worden. Nancy Fiallo Araque verfolgt zusammen mit weiteren MenschenrechtsverteidigerInnen Gerichtsverfahren gegen Politiker mit mutmaßlichen Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen.

Am 8. Februar erhielt Nancy Fiallo Araque einen anonymen Anruf. Der Anrufer sagte: "Doktor Fiallo, diese rote Jacke steht Ihnen wirklich gut, Sie sehen hübsch darin aus; zu schade, dass die Würmer sie auffressen werden (Doctora Fiallo le queda muy bien esa chaqueta roja, se ve bonita, lástima que se la tenga que comer los gusanos.)." Nancy Fiallo Araque trug an diesem Tag eine rote Jacke. Am 18. Januar hatte ihr ein Anrufer gesagt: "Doktor Fiallo, meiden Sie das Gericht, lassen Sie sich nicht an Orten blicken, wo Sie nichts zu suchen haben oder wir werden Sie töten müssen. Sie sind gewarnt (Doctora Fiallo, no vuelva a la Corte, no meta su carita donde no la llaman, o nos toca matarla, ya está advertida)". Nancy Fiallo Araque hat seit dem 11. Oktober 2010 immer wieder Drohanrufe dieser Art erhalten.

Seit dem vergangenen Jahr hat Nancy Fiallo Ararque zusammen mit weiteren Mitarbeiterinnen der Organisationen Asamblea de Mujeres de la Sociedad Civil por la Paz (Frauen der Zivilgesellschaft für den Frieden) sowie Colectivo de Mujeres por la Paz y Contra la Guerra (Frauen für den Frieden und gegen den Krieg) damit begonnen, den Gerichtsverhandlungen gegen dutzende Mitglieder des kolumbianischen Kongresses dauerhaft beizuwohnen, um den Prozessverlauf zu beobachten. Den betreffenden PolitikerInnen werden illegale Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen vorgeworfen.

Nancy Fiallo Araque sowie eine weitere Mitarbeiterin der Asamblea de Mujeres de la Sociedad Civil por la Paz haben auf ihrem Weg zu den Gerichtsverhandlungen bereits mehrere Male Verfolger bemerkt. Nancy Fiallo Arque wurde zudem von ihrer Haustür bis zum Gericht verfolgt. Die Frauen haben ihre Verfolger mehrmals direkt angesprochen und nach den Gründen für die Verfolgung gefragt, jedoch nie eine Antwort erhalten.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit von Nancy Fiallo Araque und weiterer Mitglieder von Asamblea de Mujeres de la Sociedad Civil por la Paz sowie Colectivo de Mujeres por la Paz y Contra la Guerra .

  • Leiten Sie unverzüglich und in Absprache mit Nancy Fiallo Araque wirksame Schutzmaßnahmen ein, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Weiterhin fordere ich Sie auf, eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Morddrohungen gegen Nancy Fiallo Araque einzuleiten, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.

  • Ich möchte Sie zudem an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern und Sie auffordern, dieser Verpflichtung nachzukommen.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
Sr. Presidente
Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño, Carrera 8
No. 7-26, Bogotá
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(korrekte Anrede:Dear President Santos/Excmo. Sr. Presidente)
Fax: (00 57) 1 596 0631

INNEN- UND JUSTIZMINISTER
Sr. Germán Vargas Lleras
Ministerio Del Interior y De Justicia,
Carrera 9a. No. 14-10, Bogotá
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(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro Vargas)
Fax: (00 57) 1 599 8961

AUßENMINISTERIN
Sra. Ángela María Holguín
Ministerio de Relaciones Exteriores
Calle 10 No 5-51, Palacio de San Carlos, Bogotá
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimada Sra. Ministra)
Fax: (00 57) 1 381 4721

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BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau
Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Nancy Fiallo Araque sammelt zurzeit zusammen mit weiteren BeobachterInnen Informationen anhand der Zeugenaussagen, die Angehörige demobilisierter paramilitärischer Gruppierungen � oftmals hochrangige KommandantInnen � vor Gericht machen. Sie sind ZeugInnen in einem Gerichtsverfahren gegen ehemalige Kongressmitglieder und weitere PolitikerInnen, die illegaler Verbindungen zu den Paramilitärs beschuldigt werden.

Die Prozesse werden als der "Parapolitiker-Skandal" bezeichnet. Unter den ZeugInnen befinden sich ehemalige GouverneurInnen, führende Angehörige des Militärs und der Polizei sowie Geschäftsleute. Menschenrechtsorganisationen nutzen die aus den Prozessen gewonnenen Erkenntnisse für ihre Arbeit an weiteren Fällen.

Kolumbianische MenschenrechtsverteidigerInnen und engagierte Menschen, die sich für Gerechtigkeit in Kolumbien einsetzen, sind in der jüngsten Vergangenheit in besonderem Maße bedroht und getötet worden. Diese Taten werden überwiegend paramilitärischen Gruppen zugeschrieben. Auch Guerillatruppen nehmen MenschenrechtsverteidigerInnen und andere sozial engagierte Menschen ins Visier, da sie in ihnen eine Gefahr für ihre Interessen sehen.

Im Laufe der letzten Jahre hat der Oberste Gerichtshof die Fälle dutzender Kongressmitglieder untersucht, die illegaler Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen beschuldigt werden. In vielen Fällen sind bereits Gefängnisstrafen verhängt worden. Verschiedene Richter erhielten aufgrund ihrer Mitwirkung bei der Aufklärung dieses Skandals Drohungen, woraufhin zu ihrer Sicherheit physische Schutzmaßnahmen durch die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte erlassen wurden.