Anstieg der Hinrichtungen
In Saudi-Arabien droht drei ausländischen Staatsbürgern die Hinrichtung. Sie waren wegen Drogendelikten verurteilt worden. Seit Anfang 2012 ist in dem Land ein Anstieg in der Zahl der Exekutionen zu verzeichnen. Am 14. Februar wurden zwei Männer wegen ähnlicher Straftaten hingerichtet.
Appell an
KÖNIG
His Majesty
King Abdullah Bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court, Riyadh, SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Majesty/Majestät)
Fax: (00 966) 1 403 3125
(über das Innenministerium)
INNENMINISTER
His Royal Highness
Prince Naif bin Abdul Aziz Al Saud
Ministry of the Interior
P.O. Box 2933, Airport Road
Riyadh 11134, SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Royal Highness/Königliche Hoheit)
Fax: (00 966) 1 403 3125
Sende eine Kopie an
VORSITZENDER DER MENSCHENRECHTSKOMMISISON
Bandar Mohammed 'Abdullah al-Aiban
Human Rights Commission
P.O. Box 58889, King Fahad Road
Building No. 373
Riyadh 11515, SAUDI-ARABIEN
Email: hrc@haq-ksa.org
BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
S.E. Herrn
Prof. Dr. med Ossama Abdulmajed Ali Shobokshi
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179 oder 030-8892 5176
E-Mail: deemb@mofa.gov.sa
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Bitte stoppen Sie die Hinrichtung von Ali Agirdas, Sheikh Mastan und Hamza Abu Bakir.
-
Wandeln Sie bitte die gegen die drei Männer verhängten Todesurteile um und erlassen Sie als ersten Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der Todesstrafe ein Hinrichtungsmoratorium.
- Ich bitte Sie, solange die Todesstrafe noch nicht vollständig abgeschafft ist, die internationalen Mindeststandards einzuhalten und die Todesstrafe nur bei den "schwersten Verbrechen" und nach einem fairen Verfahren, in dem ein angemessener Rechtsbeistand gewährt wurde, zu verhängen.
PLEASE WRITE IMMEDIATELY
-
Urge the King of Saudi Arabia to halt the execution of Ali Agirdas, Sheikh Mastan and Ali Hamza Abu Bakir.
-
Urge on the King to commute their death sentences and to impose an immediate moratorium on all executions as a first step towards the abolition of the death penalty in Saudi Arabia.
- Remind the authorities that, pending full abolition, they should act in accordance with international standards and limit the use of the death penalty to "most serious crimes", and ensure that it may only be imposed after a fair trial in which the defendant is given adequate legal assistance.
Sachlage
Der türkische Staatsbürger Ali Agirdas und die beiden Inder Sheikh Mastan und Hamza Abu Bakir könnten jederzeit hingerichtet werden. Sie waren wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden.
Der 31-jährige Ali Agirdas, den die saudischen Behörden am 24. Februar 2007 in Riad unter dem Verdacht des Drogenschmuggels festgenommen hatten, wurde am 18. Juni 2008 von einem Gericht in der saudischen Hauptstadt schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Das Urteil wird derzeit vom Obersten Justizrat unter dem Vorsitz des saudischen Königs geprüft. Es muss jederzeit mit einer Bestätigung des Urteils gerechnet werden. Während seiner Vernehmung wurde Ali Agirdas weder ein Rechtsbeistand noch eine Verdolmetschung gewährt. Erst im Berufungsverfahren war er von einem Rechtsbeistand vertreten worden.
Sheikh Mastan und Hamza Abu Bakir werden derzeit im al-Dammam-Gefängnis in der Ostprovinz des Landes in Haft gehalten. Ihre Festnahme hatte im Januar 2004 unter der Anklage des Drogenbesitzes stattgefunden. Im Juni 2006 wurden die beiden Männer von einem Gericht in al-Dammam schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Über den Prozess selbst liegen kaum Informationen vor; es hieß allerdings, die Todesurteile seien in der Berufung bestätigt worden.
Seit Beginn des laufenden Jahres sind in Saudi-Arabien Berichten zufolge acht Todesurteile vollstreckt worden, von denen fünf wegen Drogendelikten verhängt worden waren. Zwei dieser Hinrichtungen haben am 14. Februar stattgefunden. Die genannten Zahlen lassen um das Leben von Sheikh Mastan und Hamza Abu Bakir fürchten.
Drogendelikte gehören nicht in die Kategorie der "schwersten Verbrechen", die in internationalen Standards wie den Garantien zum Schutz der Rechte von Personen, denen die Todesstrafe droht, definiert sind. Die Todesstrafe soll gemäß der Garantien nur dann verhängt werden, wenn es sich "um vorsätzliche Verbrechen mit tödlichem Ausgang oder sonstigen äußerst schwerwiegenden Folgen handeln sollte".
[EMPFOHLENE AKTIONEN]
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Bitte stoppen Sie die Hinrichtung von Ali Agirdas, Sheikh Mastan und Hamza Abu Bakir.
-
Wandeln Sie bitte die gegen die drei Männer verhängten Todesurteile um und erlassen Sie als ersten Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der Todesstrafe ein Hinrichtungsmoratorium.
- Ich bitte Sie, solange die Todesstrafe noch nicht vollständig abgeschafft ist, die internationalen Mindeststandards einzuhalten und die Todesstrafe nur bei den "schwersten Verbrechen" und nach einem fairen Verfahren, in dem ein angemessener Rechtsbeistand gewährt wurde, zu verhängen.
[APPELLE AN]
KÖNIG
His Majesty
King Abdullah Bin Abdul Aziz Al Saud
The Custodian of the two Holy Mosques
Office of His Majesty the King
Royal Court, Riyadh, SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Majesty/Majestät)
Fax: (00 966) 1 403 3125
(über das Innenministerium)
INNENMINISTER
His Royal Highness
Prince Naif bin Abdul Aziz Al Saud
Ministry of the Interior
P.O. Box 2933, Airport Road
Riyadh 11134, SAUDI-ARABIEN
(korrekte Anrede: Your Royal Highness/Königliche Hoheit)
Fax: (00 966) 1 403 3125
KOPIEN AN
VORSITZENDER DER MENSCHENRECHTSKOMMISISON
Bandar Mohammed 'Abdullah al-Aiban
Human Rights Commission
P.O. Box 58889, King Fahad Road
Building No. 373
Riyadh 11515, SAUDI-ARABIEN
Email: hrc@haq-ksa.org
BOTSCHAFT DES KÖNIGREICHS SAUDI-ARABIEN
S.E. Herrn
Prof. Dr. med Ossama Abdulmajed Ali Shobokshi
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179 oder 030-8892 5176
E-Mail: deemb@mofa.gov.sa
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Amnesty International ist in großer Sorge um mehr als 100 Gefangene, gegen die in Saudi-Arabien im Zusammenhang mit mutmaßlichen Drogendelikten Todesurteile verhängt wurden. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um ausländische Staatsangehörige, gegen die die Todesstrafe nach Prozessen verhängt worden sein soll, die den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren nicht genügten. Einigen der Angeklagten war offenbar das Recht auf einen Rechtsbeistand verwehrt worden.
In Saudi-Arabien ist ein beunruhigendes Muster der Diskriminierung gegenüber leicht angreifbaren Personen erkennbar. Unter den Hinrichtungsopfern der zurückliegenden Jahre befinden sich zahlreiche ausländische Staatsangehörige, zumeist ArbeitsmigrantInnen aus armen Staaten oder Entwicklungsländern. Im Jahr 2011 hat Amnesty International rund 80 Hinrichtungen registriert. Das sind etwa dreimal so viele wie noch 2010, als 27 Hinrichtungen verzeichnet wurden. Im Jahr 2009 sind mindestens 69 Menschen hingerichtet worden, 2008 waren es wenigstens 102, und 2007 mindestens 158.
In Saudi-Arabien wird die Todesstrafe bei einer Vielzahl von Straftaten verhängt. Die Verfahren entsprechen bei weitem nicht den internationalen Standards für faire Prozesse. Angeklagten wird das Recht auf Verteidigung durch einen Rechtsbeistand meist verwehrt, und oft werden sie nicht über den Stand des Gerichtsverfahrens informiert. Zudem sind Verurteilungen auf der Basis von durch Zwang oder Täuschung erzielten Geständnissen zulässig.
Amnesty International hebt in einem englischen Bericht aus dem Jahr 2008 die häufige Anwendung der Todesstrafe in Saudi-Arabien und die unverhältnismäßig hohe Anzahl an Exekutionen ausländischer StaatsbürgerInnen aus Entwicklungsländern hervor: Saudi Arabia: Affront to Justice: Death Penalty in Saudi Arabia vom 14. Oktober 2008, online unter: http://www.amnesty.org/en/news-and-updates/report/saudi-arabia-executions-target-foreign-nationals-20081014.
Amnesty International hat sich im Jahr 2009 schon einmal im Rahmen einer Eilaktion zugunsten von Ali Agirdas eingesetzt (siehe UA-302/2009). Auch für Sheikh Mastan und Hamza Abu Bakir wurde bereits 2007 eine Eilaktion gestartet (siehe UA-309/2007-3).