Morddrohungen

Sandra Viviana Cuellar Gallego

Sandra Viviana Cuellar Gallego

Hildebrando Vélez, ein Umweltschützer, der sich dafür einsetzt, den Aufenthaltsort der ebenfalls als Umweltschützerin tätigen Sandra Viviana Cuellar Gallego zu ermitteln, ist mit dem Tod bedroht worden. Sandra Viviana Cuellar Gallego verschwand am 17. Februar im westkolumbianischen Cali; es wird befürchtet dass sie Opfer des "Verschwindenlassens" wurde.

Appell an

PRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No.7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 596 0631
(korrekte Anrede: Dear President Santos/
Excmo. Sr. Presidente Santos)

INNEN- UND JUSTIZMINISTER
Sr. Germán Vargas Lleras
Ministerio Del Interior y De Justicia
Carrera 9a. No. 14-10
Bogotá,
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro Vargas)
Fax: (00 57) 1 599 8961

Sende eine Kopie an

STAATSANWÄLTIN
Sra. Viviane Morales
Fiscal General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, PISO 4
Bogotá,
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimada Sra. Fiscal General)
FAX: (00 57) 1 570 2091

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Mai 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit von Hildebrando Vélez.

  • Außerdem bin ich um die Sicherheit von Sandra Viviana Cuellar Gallego besorgt.

  • Ich bitte Sie eindringlich darum, eine vollständige und unparteiische Untersuchung einzuleiten, die sowohl die Drohungen gegen Hildebrando Vélez als auch den Diebstahl seines Computers und weiterer technischer Geräte, die wichtige Informationen enthielten, zum Gegenstand hat. Stellen Sie sicher, dass die Ergebnisse veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

  • Bitte leiten Sie eine vollständige und unparteiische Untersuchung zur Ermittlung des Aufenthaltsortes von Sandra Viviana Cuellar Gallego ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich möchte Sie zudem an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern, derzufolge MenschenrechtsverteidigerInnen das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkung und Angst vor Repressalien auszuführen.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of Hildebrando Vélez;

  • Expressing concern for the safety of Sandra Viviana Cuellar Gallego;

  • Calling on the authorities to undertake full and impartial investigations into the threats against Hildebrando Vélez and the theft of equipment containing information from his home, that the results be made public and all those responsible brought to justice;

  • Calling on the authorities to do everything necessary to establish the whereabouts of Sandra Viviana Cuellar Gallego, and to guarantee her safety and to order a full and impartial investigation into her possible enforced disappearance, publish the results and bring those responsible to justice;

  • Reminding them to fulfil their obligations regarding the situation of human rights defenders, as laid out in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.

Sachlage

Am Abend des 9. April kehrte Hildebrando Vélez gegen 19 Uhr zu seinem Haus in Cali im Departamento Valle del Cauca zurück und entdeckte, dass die Festplatte seines Computers, sein Mobiltelefon und sein USB-Stick gestohlen worden waren. Die entwendeten Geräte enthielten Informationen zum Fall des mutmaßlichen "Verschwindenlassens" von Sandra Viviana. Das Haus von Hildebrando Vélez ist als Zentrale der Umweltschutzorganisation Surviviendo registriert, die von Sandra Viviana geleitet wird.

Zuvor hatte Hildebrando Vélez bereits eine Reihe von Morddrohungen auf sein Mobiltelefon erhalten. Die jüngste davon ging ihm am 8. April zu: "Alle schlechten Menschen – Satan und seine Armee – werden sehr bald und sehr schnell zerstört und für immer ausgelöscht werden; sie werden nie wieder existieren" ("todas las personas malas…Satanás y su ejército… muy pronto y en breve serán destruidos y aniquilados para siempre, y nunca jamás volverán a la existencia").

Hildebrando Vélez meldete diese Drohungen bei der Anti-Entführungseinheit der Sicherheitskräfte (Grupos de Acción Unificada por la Libertad Personal – GAULA). Die jüngsten Drohungen lassen noch größere Befürchtungen aufkommen, dass Sandra Viviana Opfer des "Verschwindenlassens" wurde.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich mache mir große Sorgen um die Sicherheit von Hildebrando Vélez.

  • Außerdem bin ich um die Sicherheit von Sandra Viviana Cuellar Gallego besorgt.

  • Ich bitte Sie eindringlich darum, eine vollständige und unparteiische Untersuchung einzuleiten, die sowohl die Drohungen gegen Hildebrando Vélez als auch den Diebstahl seines Computers und weiterer technischer Geräte, die wichtige Informationen enthielten, zum Gegenstand hat. Stellen Sie sicher, dass die Ergebnisse veröffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

  • Bitte leiten Sie eine vollständige und unparteiische Untersuchung zur Ermittlung des Aufenthaltsortes von Sandra Viviana Cuellar Gallego ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Ich möchte Sie zudem an Ihre Verpflichtung aus der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern von 1998 erinnern, derzufolge MenschenrechtsverteidigerInnen das Recht haben, ihre Arbeit ohne Einschränkung und Angst vor Repressalien auszuführen.

[APPELLE AN]

PRÄSIDENT
Sr. Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No.7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 596 0631
(korrekte Anrede: Dear President Santos/
Excmo. Sr. Presidente Santos)

INNEN- UND JUSTIZMINISTER
Sr. Germán Vargas Lleras
Ministerio Del Interior y De Justicia
Carrera 9a. No. 14-10
Bogotá,
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimado Sr. Ministro Vargas)
Fax: (00 57) 1 599 8961

KOPIEN AN
STAATSANWÄLTIN
Sra. Viviane Morales
Fiscal General de la Nación
Diagonal 22B (Av. Luis Carlos Galán No. 52-01) Bloque C, PISO 4
Bogotá,
KOLUMBIEN
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimada Sra. Fiscal General)
FAX: (00 57) 1 570 2091

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
I. E. Frau Dr. Maria Dora Victoriana Mejía Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Mai 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Umweltschützerin Sandra Viviana Cuellar Gallego war für die Nichtregierungsorganisation CENSAT Agua Viva/ Friends of the Earth Colombia tätig. Derzeit ist sie die Leiterin der Nichtregierungsorganisation Surviviendo, die sich für Wasserschutz, den Schutz von Flussbetten und die Erhaltung von Feuchtgebieten im Departamento Valle del Cauca im Süd-Westen Kolumbiens einsetzt. MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich für den Umweltschutz engagieren, sind in der Vergangenheit häufig bedroht oder Opfer des "Verschwindenlassens" geworden. Einige wurden getötet.

Sandra Viviana Cuellar Gallego hatte in den 15 Tagen vor ihrem Verschwinden gemeinsam mit der örtlichen Gemeinschaft einen Umweltschutzplan für die Gemeinde Yumbó im Departamento Valle del Cauca ausgearbeitet. Zudem hatte sie mit der indigenen Gemeinschaft Yanacona am Fluss Cauca zusammengearbeitet und Interviews zur Unterstützung der Arbeit der Gemeinschaft gegeben, die sich für den Schutz ihres Flusses einsetzt. Sandra Viviana Cuellar Gallego wurde zuletzt am 17. Februar gesehen; einen Tag später sollte sie an einer Gesprächsrunde zur Situation der Gewässer in Cali teilnehmen. Die Familie von Sandra Viviana Cuellar Gallego wurde am 19. Februar über den Fund ihres Ausweises informiert. Der Ausweis lag nahe der Haltestelle, von der aus die Aktivistin den Bus zur Universität nehmen wollte. Später wurde das Handy der Frau ebenfalls in der Umgebung entdeckt. Amnesty International hat angesichts der Tatsache, dass MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich für den Umweltschutz in Kolumbien engagieren, in der Vergangenheit bedroht, getötet und Opfer des "Verschwindenlassens" geworden sind, Grund zur Annahme, dass auch Sandra Viviana Cuellar Gallego ebendieser Praxis zum Opfer gefallen ist.

Nichtregierungsorganisationen und MenschenrechtsverteidigerInnen werden in Kolumbien aufgrund ihrer Arbeit zum Schutz ihrer Siedlungsgebiete, ihrer Bodenschätze, der Umwelt und des Rechts auf ein Leben in Würde häufig bedroht. Oftmals sind dabei Projekte unter Beteiligung Angehöriger indigener oder afro-kolumbianischer Gemeinden betroffen (siehe UA: 237/10 vom 12. November 2010).