Drohendes "Verschwindenlassen"
Vier Flüchtlinge aus Äquatorialguinea sollen in Benin von äquatorialguineischen Sicherheitskräften entführt und in ihr Heimatland rückgeführt worden sein. Die Behörden haben bislang weder den Aufenthaltsort der vier Männer bestätigt noch gesagt, ob sie die Männer festhalten. Dies schürt die Sorge, dass den Männern "Verschwindenlassen" droht. Sie laufen Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.
Appell an
STAATSPRÄSIDENT VON ÄQUATORIALGUINEA
General Teodoro Obiang Nguema Mbasogo
Presidente de la República
Gabinete del Presidente de la República
Malabo, ÄQUATORIALGUINEA
(korrekte Anrede: Excelencia/Your Excellency)
Fax: (00 240) 09 3313 oder 09 3334
GENERALSTAATSANWALT
Sr Don Carlos Mangue
Fiscal General de la República
Fiscalía General de la República
Malabo, ÄQUATORIALGUINEA
(korrekte Anrede: Sr. Fiscal/Dear Attorney General)
Fax: (00 240) 09 1338
MINISTER FÜR INNERE SICHERHEIT
Sr Don Nicolás Obama Nchama
Ministro de Seguridad Nacional
Dirección General de Seguridad Nacional
Malabo, ÄQUATORIALGUINEA
(korrekte Anrede: Sr. Ministro/Dear Minister)
Fax: (00 240) 09 8259
Sende eine Kopie an
VIZEPREMIERMINISTER UND MENSCHENRECHTSBEAUFTRAGTER
Salomón Nguema Owono
Presidencia del Gobierno
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA
Fax: (00 240) 09 9544
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ÄQUATORIALGUINEA
S.E. Herr Cándido Muatetema Rivas
Rohlfsstraße 17 – 19
14195 Berlin
Fax: 030-8866 3879
E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch, Spanisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. April 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE
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Calling on the authorities to publicly reveal the whereabouts of José Abeso, Miguelín Eyegue and two other men, who are feared to have been abducted from Benin by Equatorial Guinean security personnel;
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Calling for the four men to be given immediate access to a lawyer, relatives and any necessary medical care;
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If the four are in Equatorial Guinean custody, urging that they are treated humanely, and are not tortured or otherwise ill-treated;
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Calling for an investigation into the alleged abduction, the result made public and those found to be responsible brought to justice;
- Urging the authorities to end the practice of abducting Equatorial Guinean citizens from other countries.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE
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Fordern Sie die Behörden auf, den Aufenthaltsort von José Abeso, Miguelín Eyegue und den beiden anderen Männern bekannt zu machen, von denen befürchtet wird, dass sie in Benin von äquatorialguineischen Sicherheitskräften entführt wurden.
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Dringen Sie darauf, dass die vier Männer sofortigen Zugang zu einer rechtlichen Vertretung, ihren Familien sowie jeglicher benötigter medizinischer Versorgung erhalten.
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Fordern Sie die Behörden auf, wenn sich die vier Männer in Haft befinden sollten, sicherzustellen, dass sie menschlich behandelt und nicht gefoltert oder in anderer Weise misshandelt werden.
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Drängen Sie auf eine Untersuchung der mutmaßlichen Entführung. Fordern Sie weiterhin, dass die Ergebnisse öffentlich gemacht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
- Dringen Sie bei den Behörden darauf, nicht länger äquatorialguineische BürgerInnen aus dem Ausland zu entführen.
Sachlage
Die vier Männer sind ehemalige Soldaten, die Äquatorialguinea Anfang der 1990er Jahre verlassen hatten. Seitdem lebten sie in Benin, wo sie Flüchtlingsstatus besitzen.
Äquatorialguineischen Quellen zufolge wurden die Männer um den 28. Januar 2010 herum von Angehörigen der Sicherheitskräfte entführt. Sie sollen am darauf folgenden Tag in das "Playa Negra"–Gefängnis in der Hauptstadt Malabo überstellt worden sein. Es gibt Grund zur Annahme, dass sie ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten werden. Berichten zufolge sollen die Männer gefoltert worden sein. Die Behörden haben bislang nicht bestätigt, dass sie die vier Männer festhalten.
Amnesty International lagen bereits vor diesem Vorfall mehrere Berichte über die Entführung äquatorialguineischer Flüchtlinge aus Nachbarländern durch Angehörige der Sicherheitskräfte Äquatorialguineas vor.
Hintergrundinformation
Amnesty International hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Informationen über die Entführung äquatorialguineischer Flüchtlinge aus Nachbarländern durch Angehörige der Sicherheitskräfte Äquatorialguineas erhalten. Dies geschieht oft mit dem Wissen der Sicherheitskräfte dieser Länder. Im Jahr 2004 wurden fünf ÄquatorialguineanerInnen in Libreville, der Hauptstadt von Gabun, festgenommen und den äquatorialguineischen Behörden übergeben. Nachdem man sie zwei Jahre lang ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten hatte, klagte man sie wegen Gefährdung der Staatssicherheit und wegen Verrats an. Sie wurden in unfairen Gerichtsverfahren zu Gefängnisstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt.
2005 nahmen äquatorialguineische Sicherheitskräfte vier in Benin und Nigeria lebende äquatorialguineische Flüchtlinge fest und entführten sie mit dem Wissen der nigerianischen Sicherheitskräfte. Obwohl sie sich im Land befanden, wurden sie im September 2005 in Abwesenheit in einem unfairen Gerichtsverfahren zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Eine Person wurde im Juni 2008 vom Präsidenten begnadigt und freigelassen. Die drei anderen wurden jedoch bis Ende Januar 2010 im "Playa Negra"–Gefängnis ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten. Danach wurden sie in Zellen verlegt, die sie mit anderen Häftlingen teilen, und sie erhalten jetzt die gleiche Behandlung wie alle anderen Häftlinge.
Am 8. Oktober 2008 wurde Cipriano Nguema, ein Flüchtling, der sich in Kamerun aufhielt, rechtswidrig durch Angehörige der kamerunischen Sicherheitskräfte festgenommen. Er wurde dann äquatorialguineischen Sicherheitskräften übergeben und in das "Playa Negra"–Gefängnis überstellt. Die Behörden Äquatorialguineas haben seine Inhaftierung bislang nicht bestätigt. Cipriano Nguema wurde jedoch vom UN-Sonderberichterstatter über Folter bei dessen Besuch des Gefängnisses im November 2008 gesehen. Zwei weitere Männer wurden im Dezember 2008 in Nigeria entführt und nach Äquatorialguinea in das Gefängnis von Bata gebracht. Die Behörden haben ihre Inhaftierung bislang nicht bestätigt.