Drohungen
Aktion von Amnesty Spanien für Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien, Oktober 2009
© Amnesty International
Im nordkolumbianischen Barrancabermeja wurden Gloria Amparo Suárez und Yolanda Becerra von der Frauenrechtsorganisation OFP damit bedroht, dass man ihren Kindern Gewalt antun würde.
Appell an
PRÄSIDENT
Señor Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
GENERALSTAATSANWALT
Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Dear Attorney General / Estimado Sr. Fiscal General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Sende eine Kopie an
FRAUENRECHTSORGANISATION
Organización Femenina Popular
Cra 36E No 53 – 37
Barrancabermeja, Santander
KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Fax: (00 57) 1 570 2000 oder (00 57) 1 570 2020 oder (00 57) 1 570 2023
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. März 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Sachlage
Am 11. Februar kam ein Mann in das Büro der Volksfrauenorganisation (Organización Feminina Popular, OFP) und bat um Informationen über die Anforderungen für den Sekundarschulabschluss (bachillerato) für Erwachsene. Als sich die rechtliche Vertreterin der OFP, Gloria Amparo Suárez, ihm zuwandte, fragte er sie: "Warum kümmert ihr euch nicht darum, anstatt euch auf Landesebene einzumischen und Theater zu machen?" (Por qué no se dedican a esto en vez de estar jodiendo a nivel nacional y estar formando alborotos?)
Der Mann fragte Gloria Amparo Suárez, ob sie wüsste, wo ihre Kinder seien. Dann zeigte er ihr Bilder von ihren Söhnen auf seinem Mobiltelefon und sagte: "Wir schon" (Nosotros sí). Er zeigte ihr auch ein Foto von Yolanda Becerra, der Vorsitzenden der OFP. Auf dem Bild ist zu sehen, wie sie aus ihrem Auto aussteigt, das sie im Zuge eines Regierungsschutzprogramms erhalten hatte. Er sagte: "Sag Becerra, […] wir beobachten all ihre Bewegungen. Also ihr wisst ja, hört auf mit dem Scheiß und seid ruhig. Wir wollen euch nicht aufmischen müssen." (Dígale a Becerra […] que sabemos todos sus movimientos así que ya saben paren esa mierda y calladitas que no las queremos joder.)
Gloria Amparo Suárez und Yolanda Becerra setzen sich im Rahmen regionaler und nationaler Prozesse für das Recht von Opfern auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung ein. Sie erhalten immer wieder Drohungen von Paramilitärs.
[BITTE SCHREIBEN SIE]
FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
-
Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Gloria Amparo Suárez, ihren Kindern, Yolanda Becerra und anderen Mitgliedern der OFP angesichts der Drohungen gegen sie. Bitte ergreifen Sie in Abstimmung mit ihren Wünschen Maßnahmen zu ihrem Schutz.
-
Leiten Sie bitte eine vollständige und unabhängige Untersuchung der Drohungen ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse dieser Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.
- Ich möchte Sie daran erinnern, dass Kolumbien Vertragsstaat der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern aus dem Jahr 1998 ist und Sie somit die Pflicht haben, MenschenrechtlerInnen zu schützen.
[APPELLE AN]
PRÄSIDENT
Señor Presidente Juan Manuel Santos
Presidente de la República, Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Fax: (00 57) 1 596 0631
GENERALSTAATSANWALT
Eduardo Montealegre
Fiscalía General de la Nación
Diagonal 22B No. 52-01 (Ciudad Salitre)
Bloque C Piso 4
Bogotá
KOLUMBIEN
(Anrede: Dear Attorney General / Estimado Sr. Fiscal General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
KOPIEN AN
FRAUENRECHTSORGANISATION
Organización Femenina Popular
Cra 36E No 53 – 37
Barrancabermeja, Santander
KOLUMBIEN
BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de
Fax: (00 57) 1 570 2000 oder (00 57) 1 570 2020 oder (00 57) 1 570 2023
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. März 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.
Hintergrundinformation
Die OFP wurde 1972 gegründet und engagiert sich seitdem für Frauenrechte in der Region Magdalena Medio im Departamento Santander, unter anderem auch in Barrancabermeja. Seit 2000 ist die OFP auch in den Städten Bogotá und Neiva aktiv. Mitglieder der OFP werden immer wieder bedroht und angegriffen. Es hat bereits fast140 Übergriffe auf Mitglieder der OFP gegeben. Die Täter werden in dem meisten Fällen straffrei bleiben, da die Behörden die Vorfälle nicht als Teil einer systematischen Anschlagsserie gegen die Organisation untersuchen.
Viele FrauenrechtsaktivistInnen, einschließlich GemeindesprecherInnen, sind aufgrund ihres Einsatzes für die Rechte von Frauen und gegen Gewalt anhaltenden Drohungen ausgesetzt. Manche von ihnen werden sogar getötet. Dabei handelt es sich nicht nur um Vergeltungsakte für ihre Arbeit als MenschenrechtsverteidigerInnen oder GemeindesprecherInnen, man versucht auch, sie zum Schweigen zu bringen, wenn sie Missbrauchsfälle aufdecken. In den vergangenen Jahren sind FrauenrechtlerInnen und GemeindesprecherInnen, die mit vertriebenen Gemeinschaften arbeiten, sowie Personen, die sich für die Rückgabe von gestohlenem Land einsetzen, ebenfalls oft bedroht und auch getötet worden, meist von Paramilitärs. Einige der Frauen fallen auch sexueller Gewalt zum Opfer.
Im Laufe des langwierigen bewaffneten Konflikts in Kolumbien sind MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen besonders häufig Drohungen und Mordanschlägen ausgesetzt. Meist sollen Paramilitärs für diese Übergriffe verantwortlich sein. MenschenrechtlerInnen, GewerkschafterInnen und andere GesellschaftsaktivistInnen stehen aber auch im Visier von Guerillagruppen, wenn diese in ihnen eine Bedrohung ihrer Interessen sehen.