Hinrichtung stoppen!

Todeskammer in Florida, in der die Giftspritze verabreicht wird

Todeskammer in Florida, in der die Giftspritze verabreicht wird

Der 65-jährige Robert Waterhouse soll am 15. Februar im US-Bundesstaat Florida hingerichtet werden. Er war schuldig befunden worden, im Januar 1980 einen Mord begangen zu haben. Robert Waterhouse hat bereits sein halbes Leben in der Todeszelle verbracht.

Appell an

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES FLORIDA
Governor Rick Scott
Office of the Governor
The Capitol, 400 S. Monroe St
Tallahassee, FL 32399-0001, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (001) 850 487 0801
E-Mail: Rick.scott@eog.Myflorida.com

Sende eine Kopie an

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 15. Februar 2012 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE

  • Ich bin mir der Schwere des Verbrechens bewusst, das Robert Waterhouse zur Last gelegt wird, und möchte in keiner Weise das dadurch verursachte Leid verharmlosen.

  • Es bereitet mir Sorge, dass Beweismaterial für dieses Verbrechen vernichtet worden ist und daher kein DNS-Test möglich ist.

  • Bitte bedenken Sie, dass durch die neuen Zeugenaussagen die Aussage einer im damaligen Prozess wichtigen Zeugin in Frage gestellt wird.

  • Ich bitte Sie eindringlich, das gegen Robert Waterhouse verhängte Todesurteil umzuwandeln.

Sachlage

Im September 1980 wurde Robert Waterhouse wegen Mordes ersten Grades (mit Vorsatz) zum Tode verurteilt. Der nackte Leichnam des Opfers, Deborah Kammerer, war acht Monate zuvor in den Feuchtgebieten bei Tampa Bay im Bundesstaat Florida gefunden worden. Robert Waterhouse wurde festgenommen und des Mordes an Deborah Kammerer angeklagt. Er befand sich damals auf Bewährung auf freiem Fuß, nachdem er 1966 in New York eines Tötungsdelikts zweiten Grades (nicht vorsätzlich) schuldig gesprochen worden war. 1988 ordnete das Oberste Gericht von Florida eine erneute Strafanhörung an (siehe englische Hintergrundinformationen). 1990 wurde Robert Waterhouse erneut zum Tode verurteilt.

2003 stellten die Rechtsbeistände von Robert Waterhouse beim bundesstaatlichen Gericht einen Antrag auf eine DNS Untersuchung der Beweismittel. Bei einer Anhörung im Jahr 2005 wurde festgestellt, dass alle Beweismittel vernichtet worden waren und somit nicht mehr auf DNS-Spuren untersucht werden konnten. Der Richter gab an, dass die Vernichtung des Beweismaterials versehentlich geschehen sei. In einem neuen Antrag führen die Rechtsbeistände von Robert Waterhouse aus, dass es gegen die Verfassung verstoßen würde, einen Gefangenen hinzurichten, der "durchweg und unentwegt seine Unschuld beteuert hat", der zudem einen DNS-Test gefordert hat (was zur Zeit der Verhandlung nicht möglich gewesen war), und dem dieses Recht verwehrt bleibt, da alle relevanten Beweise durch Leichtfertigkeit und Fahrlässigkeit von offizieller Seite aus vernichtet worden sind. Das Oberste Gericht von Florida hat für den 7. Februar einen Termin zur Anhörung mündlicher Argumente angesetzt.

Der Antrag beinhaltet außerdem eine neue Zeugenaussage von einem Mann, der angibt, am Abend des mutmaßlichen Mordes in der Bar gewesen zu sein, die Robert Waterhouse mit Deborah Kammerer verlassen haben soll. Diese Aussage beruht auf Angaben einer Barangestellten, die im ursprünglichen Verfahren als Hauptzeugin auftrat. In einer eidesstattlichen Aussage vom 9. Januar 2012 sagte der neue Zeuge (ebenfalls ein Mitarbeiter der Bar) aus, dass die Barangestellte den Ausgang der Bar von ihrem Arbeitsplatz aus gar nicht hätte sehen können. Er führte weiterhin aus, dass er an diesem Abend gesehen habe, wie Robert Waterhouse die Bar mit zwei weißen Männern verlassen hat und nicht mit Deborah Kammerer. Seinen Angaben zufolge wurde er damals von der Polizei vernommen und gab seine Beobachtungen auch zu Protokoll. Der Kriminalbeamte hätte jedoch "nicht interessiert" gewirkt und hätte den Zeugen daraufhin "beschuldigt, einen Mörder zu decken". Als Grund dafür, dass er gerade jetzt diese Aussage erneut mache, gab der Zeuge an, er habe am 5. Januar in einem Zeitungsartikel gelesen, dass Robert Waterhouse dabei beobachtet worden war, wie er die Bar mit Deborah Kammerer verlassen hatte, was seinen Angaben zufolge "nicht wahr" sei.

Die Rechtsbeistände von Robert Waterhouse berufen sich auf die Umwandlung des Todesurteils von Robin Lovitt durch den Gouverneur von Virginia im Jahr 2005. Als Grund nannte der Gouverneur damals die Vernichtung von biologischen und anderen Beweismitteln durch BeamtInnen. Er wies darauf hin, dass die Todesstrafe die "schwerste und endgültige Bestrafung" des Bundesstaates darstellt, und dass das System "absolut integer vorgehen muss". Die Vernichtung der Beweismittel habe das "öffentliche Vertrauen in das System erschüttert".

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE

  • Ich bin mir der Schwere des Verbrechens bewusst, das Robert Waterhouse zur Last gelegt wird, und möchte in keiner Weise das dadurch verursachte Leid verharmlosen.

  • Es bereitet mir Sorge, dass Beweismaterial für dieses Verbrechen vernichtet worden ist und daher kein DNS-Test möglich ist.

  • Bitte bedenken Sie, dass durch die neuen Zeugenaussagen die Aussage einer im damaligen Prozess wichtigen Zeugin in Frage gestellt wird.

  • Ich bitte Sie eindringlich, das gegen Robert Waterhouse verhängte Todesurteil umzuwandeln.

[APPELLE AN]

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES FLORIDA
Governor Rick Scott
Office of the Governor
The Capitol, 400 S. Monroe St
Tallahassee, FL 32399-0001, USA
(korrekte Anrede: Dear Governor / Sehr geehrter Herr Gouverneur)
Fax: (001) 850 487 0801
E-Mail: Rick.scott@eog.Myflorida.com

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
S.E. Herrn Philip D. Murphy
Pariser Platz 2
10117 Berlin
Fax: 030-83 05 10 50
E-Mail: über
http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort, so dass sie noch vor dem 15. Februar 2012 eintreffen. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN – AUF ENGLISCH]

In 1988, the Florida Supreme Court ordered a new sentencing for Robert Waterhouse consistent with a 1987 US Supreme Court decision relating to mitigation evidence in capital cases. At the re-sentencing hearing in 1990, Robert Waterhouse refused to allow the presentation of any mitigation evidence on his behalf. He said that his lawyer could have presented "at least half a dozen factors in mitigation" but that he would not allow him to do so because "I shouldn’t be up here begging for my life," and not presenting such evidence "spares my family the embarrassment, the trauma". He had wanted his lawyer to make a "lingering doubt" argument, but as this was not considered a mitigating factor under Florida law, the lawyer considered that he could not ethically do so.

The two lawyers who represented Robert Waterhouse at his original 1980 trial have seen the statement signed in January 2012 by the man who has come forward to question the trial evidence. These lawyers have themselves now signed statements asserting that he would have been in important witness for them to present at the trial in order to undermine the prosecution’s key witness, the bartender who had said Robert Waterhouse had left the bar with Deborah Kammerer. They state that although there is a "brief mention" of this witness in the police report which they had seen prior to the trial, the report indicated that he had "had no information about the evening in question". The lawyers assert that they did not contact this witness because they had "relied on this police report as being an accurate and truthful statement of what [the witness] told the police".

The death penalty in the USA is marked by arbitrariness, discrimination and error. One of the starkest statistics about the death penalty is that since the US Supreme Court ruled in 1976 that executions could resume under new capital statutes, more than 130 people have been released from death rows on the grounds of innocence. In more than 10 per cent of these innocence cases, DNA evidence played a substantial role in the exoneration.

Amnesty International opposes the death penalty in all cases, regardless of questions of guilt or innocence, the facts of the crime, or the method of execution. Today, some 140 countries are abolitionist in law or practice. The USA appears to be turning against the death penalty. There were 43 executions in the USA in 2011, compared to 46 in 2010 and 52 in 2009. A more marked decline can be seen in the annual death sentencing total which has fallen by about two-thirds since the mid-1990s. In 2011, the number of death sentences passed during the year fell below 100 for the first time since executions resumed in 1977.

There have been 1279 executions in the USA since judicial killing resumed there in 1977, including 71 in Florida. There have been two executions in the USA so far in 2012, carried out in Oklahoma and Texas.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Explaining that you are not seeking to downplay the seriousness of the crime, or the suffering caused.

  • Expressing concern that evidence from the crime has been destroyed, making DNA testing impossible.

  • Noting the new witness evidence calling into question the trial testimony of a key prosecution witness.

  • Urging the Governor to commute Robert Waterhouse's death sentence.