Morddrohungen
Bertha Oliva
© Amnesty
Bertha Oliva, Koordinatorin bei der Menschenrechtsorganisation "Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras – COFADEH, hat Morddrohungen erhalten. Die Drohungen könnten mit ihrer Arbeit beim COFADEH im Zusammenhang stehen, im Besonderen mit einer Kampagne für die Zahlung von Wiedergutmachungen an die Angehörigen der honduranischen "Verschwundenen", die in den letzten Monaten landesweite Aufmerksamkeit erregt hat. Bertha Oliva und ihre KollegInnen könnten in großer Gefahr sein.
Appell an
MINISTER FÜR INNERE SICHERHEIT
Coronel (R) Jorge Alberto Rodas Gamero
Ministro
Ministerio de Seguridad Pública,
Cuartel Casa Mata,
Tegucigalpa
HONDURAS
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro/Dear Minister)
Fax: (00 504) 237 9070
GENERALSTAATSANWALT
Abogado Leonidas Rosa Bautista
Fiscal General des Estado
Ministerio Público,
Lomas del Guijarro,
Tegucigalpa,
HONDURAS
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal General/Dear Attorney General)
Fax: (00 504) 221 5667
Sende eine Kopie an
ÖRTLICHE MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras (COFADEH)
Barrio La Plazuela,
Avenida Cervantes, Casa No. 1301
Apartado Postal 1243
Tegucigalpa, HONDURAS
BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S.E. Herr Roberto Augusto Martinez Castańeda,
Cuxhavener Straße 14,
10555 Berlin
Fax: 030- 397 49 712
E-Mail: informacion@embahonduras.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 18. März 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH OR YOUR OWN LANGUAGE
-
expressing concern for the safety of Bertha Oliva and her colleagues at COFADEH, following two death threats received on 27 January;
-
urging the authorities to ensure that immediate, effective and appropriate measures are taken to guarantee their safety in strict accordance with their wishes;
-
calling on the Attorney General to order a swift, full and impartial investigation into these threats, to make the results of such investigation public and to bring those responsible to justice;
- reminding the authorities of the right of human rights defenders to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals, as set out in the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms.
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
-
Ihre Sorge um die Sicherheit von Bertha Oliva und ihren KollegInnen des COFADEH zum Ausdruck bringen, die am 27. Januar 2009 zwei Morddrohungen erhielten;
-
die honduranischen Behörden um die Zusicherung bitten, dass in Absprache mit Bertha Oliva und ihren KollegInnen umgehend angemessene und wirksame Maßnahmen zu ihrem Schutz getroffen werden;
-
den Generalstaatsanwalt auffordern, umgehend eine rasche, vollständige und unabhängige Untersuchung der Morddrohungen durchzuführen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die TäterInnen vor Gericht zu stellen;
- die Behörden daran erinnern, dass MenschenrechtsverteidigerInnen das Recht haben, ihre legitimen Aktivitäten ohne Einschränkungen und Angst vor Repressalien auszuüben, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.
Sachlage
Am 27. Januar 2009 erhielt Bertha Oliva zwei SMS, in denen man ihr drohte. Die erste lautete: "Du willst wissen, wer ich bin. Es ist besser für dich, wenn du es nicht weißt. Ich will nicht, dass ihr mich weiter anruft oder ich werde euch eure Mäuler auf andere Weise stopfen und du weißt schon, was ich damit meine". Die zweite lautete: "Wie geht es dir heute morgen? Ich hoffe gut. Denn wenn ich es will, wirst du mit einem Mund voller Würmer aufwachen. Und in einer Mülltüte".
Am selben Tag wurden im Stadtpark der Hauptstadt Tegucigalpa Flyer verteilt, in denen die Kampagne des COFADEH für eine landesweite Entschädigungspolitik für die Angehörigen "Verschwundener" kritisiert wurde und man Bertha Oliva und ihre KollegInnen der Korruption beschuldigte.
COFADEH und andere Nichtregierungsorganisationen setzen sich besonders aktiv für viele der ungefähr 200 Personen ein, die in den 1980er Jahren im Gewahrsam der honduranischen Sicherheitskräfte dem "Verschwindenlassen" zum Opfer fielen. Am 5. Dezember 2008 erließ der Präsident von Honduras eine Verfügung, die Rahmenbedingungen für Wiedergutmachungszahlungen für Opfer von Menschenrechtsverletzungen, darunter das "Verschwindenlassen", in den Jahren 1980 bis 1993 schaffte.
Hintergrundinformation
Bertha Oliva und COFADEH tauchten auf einer Liste mit 135 AktivistInnen und ihre Organisationen auf, die man am 10. September 2008 bei zwei in Zivil gekleideten Polizeibeamten fand. Sie beobachteten gerade eine Gewerkschaft und hatten auch einen Fotoapparat mit Fotos der Büros einiger Nichtregierungsorganisationen, darunter COFADEH, dabei. Die beiden PolizistInnen sind inhaftiert und es ist ein Verfahren gegen sie anhängig. Der stellvertretende Direktor der Informations- und Analyseabteilung der Polizei ist seit dem Vorfall suspendiert.