Weiter in Gefahr

Bertha Oliva

Bertha Oliva

Bertha Oliva wurde am 11. März 2009 von einem Mann beobachtet. Er floh, als er bemerkte, dass er gesehen worden war. Seit dem 14. März erhält Bertha Oliva Polizeischutz, der jedoch unzureichend ist. Sie und ihre KollegInnen sind immer noch in Gefahr.

Appell an

MINISTER FÜR INNERE SICHERHEIT
Coronel (R) Jorge Alberto Rodas Gamero
Ministro
Ministerio de Seguridad Pública,
Cuartel Casa Mata,
Tegucigalpa
HONDURAS
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Ministro/Dear Minister)
Fax: (00 504) 237 9070

GENERALSTAATSANWALT
Abogado Leonidas Rosa Bautista
Fiscal General des Estado

Ministerio Público,
Lomas del Guijarro,
Tegucigalpa,
HONDURAS
(korrekte Anrede: Estimado Sr. Fiscal General/Dear Attorney General)
Fax: (00 504) 221 5667

Sende eine Kopie an

ÖRTLICHE MENSCHENRECHTSORGANISATION
Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras (COFADEH)
Barrio La Plazuela,
Avenida Cervantes, Casa No. 1301
Apartado Postal 1243
Tegucigalpa, HONDURAS

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S.E. Herr Roberto Augusto Martinez Castańeda,
Cuxhavener Straße 14,
10555 Berlin
Fax: 030- 397 49 712
E-Mail: informacion@embahonduras.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 8. Mai 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN SPANISH, ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:

  • expressing concern for the safety of Bertha Oliva and her colleagues at COFADEH, following two death threats received on 27 January and an act of surveillance carried out on 11 March;

  • expressing concern that the police protection provided to Bertha Oliva since 14 March could be strengthened;

  • urging the Minister of Public Safety to ensure that immediate, effective and appropriate measures are taken to guarantee her safety and that of her colleagues at COFADEH, in strict accordance with their wishes;

  • calling on the Attorney General to order a swift, full and impartial investigation into the 27 January death threats, the 11 March attempt to keep her under surveillance and other recent incidents, publish the results and bring those responsible to justice;

  • reminding the authorities that human rights defenders have the right to carry out their activities without any restrictions or fear of reprisals, as set out in the UN Declaration on the Rights and Responsibilities of Individuals, Groups and Institutions to Promote and Protect Universally Recognized Human Rights and Fundamental Freedoms.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

  • Ihre Sorge um die Sicherheit von Bertha Oliva und ihren KollegInnen des COFADEH zum Ausdruck bringen, die am 27. Januar 2009 zwei Morddrohungen erhielten und am 11. März überwacht wurden;

  • Ihre Sorge darüber ausdrücken, dass der Polizeischutz, den Bertha Oliva seit dem 14. März erhält, nicht ausreicht;

  • beim Minister für Innere Sicherheit darauf dringen, dass in Absprache mit Bertha Oliva und ihren KollegInnen sofortige, wirkungsvolle und angemessene Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit von Bertha Oliva und die ihrer KollegInnen des COFADEH zu gewährleisten;

  • den Generalstaatsanwalt auffordern, umgehend eine rasche, vollständige und unabhängige Untersuchung der Morddrohungen vom 27. Januar, des Überwachungsversuchs vom 11. März sowie weiterer kürzlicher Vorfälle, anzuordnen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und die TäterInnen vor Gericht zu stellen;

  • die Behörden daran erinnern, dass MenschenrechtsverteidigerInnen das Recht haben, ihre legitimen Aktivitäten ohne Einschränkungen und Angst vor Repressalien auszuüben, wie es in der UN-Erklärung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern festgeschrieben ist.

Sachlage

Am 11. März befand sich Bertha Oliva mit einem Kollegen und einem Verwandten zum Abendessen in einem Restaurant in der Hauptstadt Tegucigalpa. Laut Berichten betrat um ca. 20.45 Uhr ein Mann das Restaurant und hielt sich ungefähr eine Minute lang nahe der Eingangstür auf, von wo aus er Bertha Oliva beobachtete. Dann verließ er das Restaurant und fuhr in einem Auto davon. Weder Bertha Oliva noch ihre Begleiter bemerkten den Mann.

Ungefähr fünf Minuten später hielt derselbe Mann in einem anderen Auto vor dem Restaurant. Er hielt neben Bertha Olivas geparktem Auto und spähte hinein. Als er bemerkte, dass er beobachtet wurde, fuhr er davon. Bertha Oliva rief die Polizei, die etwa 40 Minuten später eintraf. Die Polizeibeamten vernahmen an diesem Abend keine der im Restaurant Anwesenden.

Der Generalstaatsanwalt hat bisher nicht über Fortschritte in den Untersuchungen zu diesem Fall oder hinsichtlich der Morddrohungen, die Bertha Oliva am 27. Januar erhalten hatte, berichtet.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Bertha Oliva, einige ihrer KollegInnen und die Büros von COFADEH waren vorher bereits ins Visier genommen worden. Bertha Oliva und COFADEH tauchten auf einer Liste mit 135 AktivistInnen und deren Organisationen auf, die man am 10. September 2008 bei zwei in Zivil gekleideten Polizeibeamten fand. Diese beobachteten gerade eine Gewerkschaft und hatten auch einen Fotoapparat mit Fotos der Büros einiger Nichtregierungsorganisationen, darunter COFADEH, bei sich. Die beiden Polizeibeamten sind zunächst festgenommen, nun jedoch freigelassen worden.

Am 6. Juli 2008 wurden Bertha Oliva und ihre Tochter von zwei Männern verfolgt. Am 31. August wurde ein Kollege von Bertha Oliva von zwei weiteren Männern verfolgt. Am 3. Juli und am 5. August wurde in die Büros von COFADEH eingebrochen. Beide Male wurden Akten mit vertraulichen Informationen und einige Wertgegenstände gestohlen. Bis heute sind keine Ermittlungen aufgenommen worden.