Hinrichtung vollstreckt

Amnesty-Mitglieder fordern die Abschaffung der Todesstrafe in Texas

Amnesty-Mitglieder fordern die Abschaffung der Todesstrafe in Texas

Timothy Adams ist am Abend des 22. Februar 2011 in Texas hingerichtet worden. Er war für schuldig befunden worden, im Jahr 2002 seinen kleinen Sohn ermordet zu haben.

Sachlage

Der Begnadigungsausschuss von Texas hatte sich am 18. Februar 2011 gegen die Umwandlung des Todesurteils gegen Timothy Adams ausgesprochen. Zuvor hatten mehr als 90 führende VertreterInnen verschiedener Glaubensgemeinschaften aus ganz Texas gemeinsam mit vielen anderen Menschen um Gnade für Timothy Adams gebeten. In einem Schreiben vom 16. Februar an den Begnadigungsausschuss von Texas und an Gouverneur Rick Perry hatten sie ausgeführt: "Wir als führende Vertreter unterschiedlichster Religionsgemeinschaften sind der festen Überzeugung, dass unser Rechtssystem darauf ausgerichtet sein sollte, das Leben der Menschen zu verbessern, nicht Menschenleben auslöschen. Wir setzen uns für eine Gesellschaft mit menschlichen Zügen ein, die Straftäter wieder in das Leben eingliedert. Zugleich ergreifen wir jede nur denkbare Maßnahme, um die Opfer von Verbrechen zu unterstützen und die Verarbeitung der Tat zu erleichtern... Wir schließen uns dem Appell der Familie des Mordopfers an und bitten Sie eindringlich, Herrn Adams vor dem Tod zu bewahren. Sie haben die seltene Gelegenheit, gegenüber einer Familie Barmherzigkeit walten zu lassen, die schon viel Leid hat ertragen müssen. Halten Sie den Wert des menschlichen Lebens aufrecht. Lassen Sie Timothy Adams leben."

Auch Familienmitglieder des Mordopfers sowie drei Geschworene aus dem Hauptverfahren hatten sich für eine Begnadigung von Timothy Adams ausgesprochen.

Die sieben Mitglieder des Begnadigungsausschusses hatten es einstimmig abgelehnt, einen Hinrichtungsaufschub zu gewähren oder dem Gouverneur von Texas die Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Freiheitsstrafe zu empfehlen. Zwar hätte Gouverneur Perry dessen ungeachtet die Hinrichtung aufhalten können, er machte jedoch von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.

Rund 30 Minuten, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA einen Aufschub der Hinrichtung abgelehnt hatte, wurde das Todesurteil an Timothy Adams durch Injektion eines tödliches Giftes vollstreckt. Der Gefangene gab keine letzte Erklärung ab.

Die Hinrichtung von Timothy Adams war seit Beginn des Jahres die zweite in Texas und die achte in den USA. Seit der Wiederaufnahme von Hinrichtungen im Jahr 1977 ist in den USA an 1242 Menschen die Todesstrafe vollstreckt worden. 466 dieser Hinrichtungen haben in Texas stattgefunden, darunter allein 116 Hinrichtungen, die auf im Bezirk Harris verhängte Todesurteile zurückgehen. Damit übertrifft die Zahl der vollstreckten Todesurteile im texanischen Bezirk Harris sogar die Anzahl von Hinrichtungen in jedem US-amerikanischen Bundesstaat.

Vielen Dank allen, die mit Appellschreiben versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.