Kriegsdienstverweigerung

Ergebnis dieser Urgent Action

Dean Walcott darf in Kanada bleiben, bis das Bundesgericht des Landes entscheidet, ob sein Fall noch einmal geprüft wird. Bislang ist nicht bekannt, wann das Gericht darüber befinden wird. Am 30. Januar 2009 hätte Dean Walcott in die USA abgeschoben werden sollen. Hätte er Kanada verlassen müssen, wäre er Gefahr gelaufen, in den USA vor ein Militärgericht gestellt und für ein bis fünf Jahre inhaftiert zu werden. Amnesty International hätte ihn dann als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet.

Zeichnung einer Figur hinter Gefängnisgittern

Dean Walcott darf in Kanada bleiben, bis das Bundesgericht des Landes entscheidet, ob sein Fall noch einmal geprüft wird. Bislang ist nicht bekannt, wann das Gericht darüber befinden wird. Am 30. Januar 2009 hätte Dean Walcott in die USA abgeschoben werden sollen. Hätte er Kanada verlassen müssen, wäre er Gefahr gelaufen, in den USA vor ein Militärgericht gestellt und für ein bis fünf Jahre inhaftiert zu werden. Amnesty International hätte ihn dann als gewaltlosen politischen Gefangenen betrachtet.

Sachlage

Dean Walcott trat 2000 der US-Marineinfanterie bei. Er floh im Dezember 2006 nach Kanada, da er aus Gewissensgründen den Krieg im Irak ablehnte, und beantragte die Aufnahme als Flüchtling. Sein Antrag und auch seine anschließenden Versuche, ein Bleiberecht in Kanada zu erwirken, wurden abgelehnt. Daraufhin wies man ihn an, das Land zu verlassen.

Dean Walcott begann, die Gründe für die militärische Operation der USA im Irak während einer Stationierung in den USA im Juli 2003 in Frage zu stellen. Zu dieser Zeit erfuhr er, dass Angehörige der alliierten Streitkräfte im Irak Folterungen und andere Menschenrechtsverletzungen begangen hatten, und die Medien fingen an, darüber zu berichten, dass sich im Irak keine Massenvernichtungswaffen befänden.

Als Dean Walcott im März 2003 in der irakischen Stadt Safwan nahe der Grenze zu Kuwait stationiert war, hatte er gesehen, wie US-amerikanische und britische SoldatInnen irakische Kinder schlugen. Während seiner Stationierung im Armeekrankenhaus in Stuttgart im Jahr 2004 führte der Kontakt mit verletzten SoldatInnen, ihren Eltern und irakischen Kindern, die PatientInnen des Krankenhauses waren, dazu, dass ihn seine persönliche Beteiligung am Krieg zu quälen begann. Während er im Januar 2005 in den USA eine militärische Übung absolvierte, nahmen seine Einwände gegen den Krieg und die Gewissenskonflikte durch seine persönliche Beteiligung daran weiter zu, da er zu dem Schluss kam, dass keine Gründe vorlägen, die den Krieg rechtfertigten. Als seine Einheit im August 2005 in den Irak geschickt wurde, verursachte ihm dies emotionale Probleme, und er versuchte, mit ÄrztInnen darüber zu sprechen. Seine Bemühungen, dies zu tun, wurden von der Befehlsstruktur durchkreuzt. Im März 2006 wurde Walcott in den USA stationiert und konnte dort professionelle Hilfe suchen. Zwei zivile PsychologInnen bescheinigten ihm ein posttraumatisches Stresssyndrom. Zu seinen Aufgaben gehörte es in dieser Zeit, ReservistInnen zu schulen, die man in den Irak schicken wollte. Er empfand dies als moralisch verwerflich und fing an, sich darüber kundig zu machen, wie er sich von seinen Armeepflichten befreien lassen könnte; er informierte sich auch über die Kriegsdienstverweigerung.

Dean Walcott beantragt aus mehreren Gründen den Flüchtlingsstatus in Kanada. Bei einer Rückführung zu seiner Truppe in den USA liefe er Gefahr, gemobbt und in anderer nicht-juristischer Form bestraft zu werden. Es ist außerdem bekannt, dass einige andere KriegsdienstverweigerInnen, die zu ihren Einheiten zurückgebracht wurden, dort Misshandlungen wie unverhältnismäßig harter Arbeit und körperlichem Missbrauch ausgesetzt wurden.

In Kanada hat sich Dean Walcott öffentlich gegen den bewaffneten Konflikt im Irak ausgesprochen. Er ist Mitglied der kanadischen Organisation "War Resisters Support Campaign", die sich dafür einsetzt, dass die kanadische Regierung Angehörigen der US-Armee Zuflucht gewährt, die wegen ihrer Ablehnung des bewaffneten Konflikts im Irak nach Kanada kommen.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.