Türke aus der Haft entlassen und ausgewiesen

Karte Vereinigte Arabische Emirate

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Nachdem er 135 Tagen lang an einem unbekannten Ort festgehalten worden war, ist der türkische Geschäftsmann Dr. Amer al Shawa vom Staatssicherheitsapparat der Vereinigten Arabischen Emiraten aus der Haft entlassen und im Anschluss in die Türkei ausgewiesen worden.

Sachlage

Der Geschäftsmann Dr. Amer al Shawa ist am Morgen des 13. Februar aus der Haft entlassen worden. Beamte des Staatssicherheitsapparates gaben ihm seine Kleidung und seine Taschen zurück und sagten ihm, dass er nun nach Hause gebracht werde. Man flog ihn unverzüglich in die Türkei aus, ohne seine Ausreise jedoch in seinem Reisepass zu vermerken. Nach seiner Ankunft rief er bei seiner Ehefrau Emel Inal an, um sie über seine Freilassung zu informieren. Amer al Shawa gab an, während seiner 135 Tage andauernden Haft psychisch und physisch gefoltert und misshandelt worden zu sein. Ihm wurde mit dem Tod, mit Folter und Vergewaltigung gedroht. Außerdem wurden ihm gegen seinen Willen sechs Injektionen mit ihm unbekannten Substanzen verabreicht, in dessen Folge er die Orientierung und das Bewusstsein verlor.

Dr. Amer al Shawa wurde am 2. Oktober 2014 festgenommen, nachdem er mit dem Flugzeug aus Istanbul am Flughafen Dubai gelandet war. Er hatte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an einer Hochzeit teilnehmen wollen, wurde jedoch von Angehörigen des Staatssicherheitsapparats der VAE festgenommen. Er konnte noch zwei SMS-Nachrichten an einen Freund der Familie senden und ihn so alarmieren. Kurz darauf wurde sein Mobiltelefon konfisziert. Bis zum 14. Oktober hörte seine Familie nichts von Amer al Shawa. Dann erhielt seine Ehefrau Emel Inal einen Anruf von ihm. In dem kurzen Gespräch versicherte er ihr, dass es ihm gut gehe und dass die Personen, die ihn festhalten, ihn "wegen einiger Formalitäten noch ein paar Tage länger" dabehalten müssten. Seit diesem Tag hat seine Familie nichts mehr von ihm gehört. Auch wurde ihr kein Grund für seine Festnahme und Inhaftierung genannt, obwohl sie bei vielen offiziellen Stellen angefragt hatte, darunter bei der Polizei und beim Innenministerium.

Emel Inal versuchte daraufhin, einen Rechtsbeistand für ihren Ehemann zu engagieren. Alle neun Anwaltskanzleien, zu denen sie in Abu Dhabi Kontakt aufgenommen hatte, lehnten diesbezügliche Hilfe jedoch ab.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzwerkes sind nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.