Dank an Amnesty
Ergebnis dieser Urgent Action
Die Nichtregierungsorganisation AACADE (Associação de apoio aos asentamientos e comunidades quilombolas), die auf der Quirino-Farm im brasilianischen Bundesstaat Paraíba lebende Familien unterstützt, hat am 20. Juli 2009 folgendes Schreiben an Amnesty International gesendet:
Die Nichtregierungsorganisation AACADE (Associação de apoio aos asentamientos e comunidades quilombolas), die auf der Quirino-Farm im brasilianischen Bundesstaat Paraíba lebende Familien unterstützt, hat am 20. Juli 2009 folgendes Schreiben an Amnesty International gesendet:
Sachlage
"Die Appelle von Amnesty International zeigten sofortige Wirkung. Dank dieser Eilaktion wurde ein Ermittler der Polizei zur weiteren Untersuchung der Überfälle auf die Familie da Silva bestellt. Dies war aufgrund verschiedener Schritte der bundes- und bundesstaatlichen Behörden möglich, die Briefe von UnterstützerInnen von Amnesty International aus der ganzen Welt erhalten hatten. Eine weitere Folge der Eilaktion war ein am 14. April 2009 ausgestrahltes Fernsehprogramm mit dem Titel "I want justice". Zum ersten Mal wurde darin über den Fall [der Quirino-Farm] detailliert und unparteiisch berichtet. Und schließlich, was noch viel wichtiger ist, werden die Morddrohungen weniger.
Durch die Unterstützung von Amnesty International ist es uns außerdem gelungen, Mutter, Vater und den drei Kindern [die alle Opfer des Überfalls waren] ein Jahr lang psychologische Unterstützung und medizinische Behandlung bereitzustellen. Zudem gab es zwei Treffen mit allen auf der Quirino-Farm lebenden Kleinbauern und Familien, um so die ganze Gemeinschaft zu unterstützen, da der Angriff auf Familie da Silva ... [auch darauf abzielte,] alle dort Lebenden einzuschüchtern. Die Behandlung der Familie zeigt sichtbare Ergebnisse. Sie spielt eine entscheidende Rolle dabei, die familiären Bindungen und das Verhältnis innerhalb der Gemeinschaft wieder aufzubauen, und sie hat auch bei der Fortführung des Prozesses geholfen. Im April und Mai dieses Jahres fanden mehrere Anhörungen statt, bei denen die Opfer mehrmals vor den Angreifern aussagen mussten. Die Qualität ihrer Aussagen ist auf diese mit Unterstützung von Amnesty International ermöglichte [psychologische und medizinische] Betreuung der Familie zurückzuführen.
Das Gerichtsverfahren dauert noch an und geht zügiger voran ... Dabei war die Hilfe von Amnesty International aus Sicht der AACADE, der Familie, der Gemeinschaft und aus Sicht [der kirchlichen Organisation] Comissão Pastoral da Terra ein entscheidender Aspekt bei der Sicherstellung, dass der Prozess nicht zugunsten der Angreifer verläuft. Dafür möchten wir uns bei den UnterstützerInnen und MitarbeiterInnen von Amnesty International bedanken und darum bitten, dass sie den Fall weiter verfolgen."
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
José Luís da Silva, seine Frau Severina dos Santos Silva und ihre 25-jährige Tochter Edisandra hatten Morddrohungen erhalten. Die Drohungen standen offenbar in Zusammenhang mit einem Prozess gegen vier Männer, die an einem Raubüberfall auf die Familie im Dezember 2007 beteiligt gewesen sein sollen. Die Familie glaubt, dass sie gezielt angegriffen wurde, weil sie sich für Landrechte einsetzt. Ihr Engagement hatte eine anhaltende Auseinandersetzung mit einem lokalen Farmbesitzer ausgelöst.
Die Familie lebt seit über 20 Jahren auf der Quirino-Farm in einer Kleinbauerngemeinde. Nachdem der Besitzer des Ackerlandes der Gemeinde 1998 gedroht hatte, sie zu vertreiben, entschied das Institut für Agrarreformen der brasilianischen Regierung (Instituto Nacional de Colonização e Reforma Agrária – INCRA), dass im Rahmen der Agrarreformen das Land den dort lebenden Kleinbauern übertragen werden solle. Seither ficht der Besitzer diese Entscheidung in den Gerichten an und droht währenddessen offenbar den Siedlern (posseiros) und schüchtert sie ein. Einige von ihnen leben bereits seit bis zu 50 Jahren auf diesem Land.
Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind zurzeit nicht erforderlich. Amnesty International wird die Lage weiter beobachten. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.