Pressemitteilung Mittlerer Osten und Nordafrika 14. Januar 2015

Auspeitschung von Blogger Raif Badawi stoppen

Nächste Auspeitschung in Saudi-Arabien für Freitag geplant. Amnesty protestiert vor der Botschaft in Berlin

Berlin

Wann: Donnerstag, 15. Januar 2015, 11:30 - 12:30 Uhr

Wo: Vor der Botschaft Saudi-Arabiens, Tiergartenstr. 33-34, 10785 Berlin

Was: Aktion gegen die Auspeitschung des Bloggers Raif Badawi. Amnesty übergibt der saudi-arabischen Botschaft rund 50.000 Protestbriefe gegen das Urteil und die grausame Bestrafung von Badawi. Amnesty-Aktivistinnen und -Aktivisten halten Banner und Schilder mit Bildern von Raif Badawi und den Forderungen von Amnesty. Über Lautsprecher wird der Klang von Peitschenhieben eingespielt.

Trotz weltweiter Proteste wurde Raif Badawi am Freitag, 9. Januar 2015, öffentlich ausgepeitscht. Der saudi-arabische Blogger erhielt auf einem Platz vor der Al-Jafali-Moschee in Dschidda, Saudi-Arabien, 50 Hiebe. Insgesamt wurde Badawi zu 1.000 Hieben verurteilt, der nächste Teil der grausamen Strafe soll schon am kommenden Freitag, dem 16. Januar, vollstreckt werden. Auspeitschung verstößt gegen das völkerrechtliche Verbot von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung. Die saudi-arabischen Behörden müssen die Vollstreckung der Strafe sofort beenden.

Ein Strafgericht in Dschidda verurteilte Raif Badawi am 7. Mai 2014 zu zehn Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und weiteren Strafmaßnahmen. Badawi hatte die Webseite „Saudi-Arabische Liberale“ gegründet, eine Plattform zum öffentlichen Meinungsaustausch. Laut Anklage soll er Beiträge veröffentlicht haben, die „den Islam beleidigten“.

Raif Badawi ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der lediglich sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hat. Amnesty fordert Saudi-Arabien auf, die Vollstreckung der Strafe sofort zu stoppen und ihn unverzüglich und bedingungslos freizulassen. Amnesty International hat im Rahmen des weltweiten Briefmarathons Ende 2014 zur Freilassung von Raif Badawi aufgerufen. Weltweit haben sich dabei Hundertausende für ihn eingesetzt. Allein in Deutschland wurden in den letzten Wochen rund 50.000 Unterschriften gesammelt, die im Rahmen der Aktion der Botschaft Saudi-Arabiens in Berlin übergeben werden. Auch in zahlreichen anderen Ländern fordert Amnesty mit öffentlichen Aktionen Badawis Freilassung.

Vor Ort steht die Amnesty-Expertin für die Region, Ruth Jüttner, für Interviews zur Verfügung. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.

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