Pressemitteilung 24. Juni 2011

"10 Jahre nach dem 11. September - wie weiter?"

Internationale Konferenz zu Terrorismusbekämpfung und Menschenrechten am 29. Juni in Berlin

BERLIN, 24.06.2011 - Experten aus den USA, Großbritannien und Deutschland bilanzieren die Missachtung der Rechtsstaatlichkeit und von Grundrechten bei der Terrorismusbekämpfung in den letzten 10 Jahren und diskutieren, wie sich die von westlichen Staaten begangene Menschenrechtsverletzungen wie Folter und gezielte Tötungen mit juristischen Mitteln bekämpfen lassen.

Amnesty International und das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) laden am 29. Juni 2011 in Berlin zu einer internationalen Konferenz über die menschenrechtlichen Folgen des 11. September 2001 ein. Sprechen werden auf der Konferenz internationale Experten wie Professor Manfred Nowak, der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Folter, Micheal Ratner, Präsident des New Yorker Center for Constitutional Rights und Cori Crider, von der Organisation Reprieve aus London, die Guantánamo-Häftlinge vertritt.

Nach wie vor sind zentrale Aspekte des „Kriegs gegen den Terror“ wie die Ausweitung geheimdienstlicher Tätigkeiten oder der zunehmende Einsatz präventiver Maßnahmen wie der sogenannten Terrorlisten in der Öffentlichkeit weitgehend unkommentiert. Anwälte, Experten und Wissenschaftler werden in ihren Beiträgen die wichtigen Fragen behandeln, die sich im Kontext der neuen Sicherheitsmaßnahmen stellen. Diskutiert werden soll dabei auch, mit welchen juristischen und politischen Strategien gegen die Einschränkung und Verletzung von Menschenrechten in diesem Zusammenhang vorgegangen werden kann.

Einen Schwerpunkt werden dabei die gezielten Tötungen durch Drohnen bilden, die von den USA unter Präsident Barack Obama vermehrt angeordnet wurden. Der Blick richtet sich aber nicht allein auf die USA: Auch die europäische Komplizenschaft bei den CIA-Entführungsflügen und beim Einsatz von Folter ist immer noch weitgehend unerforscht.

Weitere Informationen zum Programm und Kurzbiografien der Vortragenden finden Sie auf der Webseite www.tenyears.eu. Am Tag der Konferenz wird dort auch ein Audiostream angeboten.

Die Referenten stehen Ihnen gerne auf Anfrage für Interviews zur Verfügung. Mit Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die Amnesty Pressestelle: presse@amnesty.de, 030/420248-306.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte ebenfalls die Amnesty-Pressestelle oder ECCHR, Wolfgang Kaleck, info@ecchr.eu, Tel: 030/40048590

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