Saudi-Arabien: Jalal Labbad hingerichtet
Diese Urgent Action ist beendet.
Am 21. August 2025 wurde Jalal Labbad wegen Verbrechen hingerichtet, die er begangen haben soll, als er noch minderjährig war. Die Festnahme von Jalal Labbad erfolgte im Zusammenhang mit seiner Teilnahme an Protesten in den Jahren 2011 und 2012. Er protestierte damals gegen die Behandlung der schiitischen Minderheit Saudi-Arabiens in Al-Qatif. Zudem hatte er an Beerdigungen von Personen teilgenommen, die von Sicherheitskräften getötet wurden. Am 1. August 2022 wurde er vom Sonderstrafgericht (SCC) wegen Straftaten, die er im Alter von 16 und 17 Jahren begangen haben soll, zum Tode verurteilt.
Jalal Labbad wurde im August 2025 in Saudi-Arabien hingerichtet (undatiertes Foto).
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Vielen Dank allen, die versucht haben, die Hinrichtung zu verhindern.
Sachlage
Am 21. August 2025 haben die saudischen Behörden Jalal Labbad wegen Verbrechen hingerichtet, die er begangen haben soll, als er noch keine 18 Jahre alt war. Der am 3. April 1995 geborene Jalal Labbad war im Zusammenhang mit seiner Teilnahme an Protesten in den Jahren 2011 und 2012 gegen die Behandlung der schiitischen Minderheit Saudi-Arabiens in Al-Qatif (Ostprovinz) sowie mit seiner Teilnahme an Beerdigungen von Personen, die von Sicherheitskräften getötet wurden, festgenommen worden.
Am 1. August 2022 wurde er vom Obersten Gericht wegen vermeintlicher Straftaten, die er im Alter von 16 und 17 Jahren begangen hatte, in einem unfairen Prozess ohne Verfahrensgarantien zum Tode verurteilt. Er hatte während seiner Untersuchungshaft keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand und gab vor Gericht an, dass er gefoltert wurde, um zu "gestehen". Das Gericht hat seine Vorwürfe über Folter und andere Misshandlungen jedoch nicht untersucht.
Am 4. Oktober 2022 bestätigte ein Berufungsgericht das gegen Jalal Labbad verhängte Todesurteil. Im Oktober 2023 erhielt Amnesty International glaubwürdige Informationen, dass der Oberste Gerichtshof Saudi-Arabiens sein Todesurteil im Geheimen bestätigt hatte. Der Bruder von Jalal Labbad, Fadel Labbad, wurde 2019 hingerichtet. Ein dritter Bruder, Mohammad Labbad, wurde im Oktober 2022 zum Tode verurteilt. Nach einem Wiederaufnahmeverfahren wurde er im Februar 2025 erneut zum Tode verurteilt.
Die Behörden verhängen immer wieder Todesurteile gegen Angehörige des schiitischen Islam, um Personen, die in der Ostprovinz Saudi-Arabiens abweichende Meinungen äußern, zum Schweigen zu bringen. Während die schiitische Gemeinschaft schätzungsweise 10-12 % der Gesamtbevölkerung ausmacht, entfielen auf sie zwischen Januar 2014 und Juni 2025 rund 42 % (120 von 286) aller Hinrichtungen im Zusammenhang mit "Terrorismus".
Die saudische Menschenrechtskommission teilte Amnesty International in einem Schreiben vom Mai 2023 mit, dass "die Verhängung der Todesstrafe gegen Jugendliche für Ta'zir-Verbrechen vollständig abgeschafft worden ist". Bei den Ta'zir-Verbrechen, für die Jalal Labbad zum Tode verurteilt wurde, handelt es sich um Verbrechen, für die die Todesstrafe nach islamischem Recht nicht vorgesehen ist.
Die Hinrichtung von Jalal Labbad zeigt die rücksichtslose Anwendung der Todesstrafe durch die saudischen Behörden unter Missachtung des Verbots, diese Strafe gegen Menschen anzuwenden, die das ihnen zur Last gelegte Verbrechen als Minderjährige begangen haben.
Vielen Dank allen, die versucht haben, die Hinrichtung von Jalal Labbad zu verhindern. Amnesty setzt sich mit einer neuen Urgent Action für Abdullah al-Derazi und weitere minderjährige Straftäter ein, die in Saudi-Arabien in den Todeszellen einsitzen. (UA-086/2025)