Menschenrechtler tot aufgefunden

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Zeichnung einer Figur in gestrichelten Linien

Die mexikanischen Behörden haben am 20. November den Leichnam des indigenen Menschenrechtsverteidigers Arnulfo Cerón Soriano gefunden. Er lag in einem geheimen Grab nahe der Stadt Tlapa im Bundesstaat Guerrero. Arnulfo Cerón war Mitglied der Organisationen Frente Popular de la Montaña und der Bewegung für die Freilassung der Politischen Gefangenen in Guerrero (MOLPEG). Er verschwand am 11. Oktober auf dem Weg zu einem Treffen in der Stadt Tlapa. Die Behörden müssen ihre Bemühungen verstärken, um das Verschwinden und den Tod von Arnulfo Cerón aufzuklären, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Sicherheit von Arnulfo Ceróns Familie und den Organisationen, die ihn unterstützen, zu garantieren.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Gouverneur,

mit Entsetzen habe ich vom Verschwindenlassen und dem Tod des Menschenrechtsverteidigers Arnulfo Cerón erfahren.

Ich möchte Sie dringend bitten, sicherzustellen, dass die bundesstaatlichen Behörden eine zielführende Untersuchung des Verschwindenlassens und des Todes von Arnulfo Cerón durchführen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Bitte gewährleisten Sie zudem die Sicherheit der Mitglieder von MOLPEG, der Familienangehörigen von Arnulfo Cerón und der Mitarbeiter_innen des Menschenrechtszentrum Tlachinollan.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Governor,

I am shocked at the discovery of the dead body of Arnulfo Cerón Soriano. During 2019, Arnulfo and members of MOLPEG had received threatening phone calls and messages relating to their activism work. Following the arrest of suspects in Arnulfo´s disappearance, family members received threatening messages, MOLPEG members noted strange persons outside their residences and Tlachinollan Human Rights Centre has observed unknown subjects staying watch outside their offices.

Yesterday state authorities announced an investigation into the death, and continuation of the investigation into Arnulfo´s disappearance. These investigations must consider his work as a human rights defender in ensuring a robust enquiry. 

I urge you to ensure state authorities carry out an effective investigation into the disappearance and death of Arnulfo Cerón and bring those responsible to account while guaranteeing the safety of MOLPEG members, family members of Arnulfo Cerón and staff of Tlachinollan Human Rights Centre.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 30.12.2019

Appell an:

Gouverneur des Bundesstaates Guerrero

Héctor Astudillo Flores

Palacio de Gobierno

Boulevard René Juárez No. 62, Col. De los Servicios

Chilpancingo, Guerrero

MEXIKO

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Rogelio Granguillhome Morfin
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23 700
E-Mail: mexale@sre.gob.mx

Amnesty fordert:

  • Ich möchte Sie dringend bitten, sicherzustellen, dass die bundesstaatlichen Behörden eine zielführende Untersuchung des Verschwindenlassens und des Todes von Arnulfo Cerón durchführen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
  • Bitte gewährleisten Sie zudem die Sicherheit der Mitglieder von MOLPEG, der Familienangehörigen von Arnulfo Cerón und der Mitarbeiter_innen des Menschenrechtszentrum Tlachinollan.

Sachlage

Arnulfo Cerón Soriano wurde am 20. November tot aufgefunden. Im Laufe des Jahres 2019 erhielten Arnulfo Cerón und Mitglieder von MOLPEG wegen ihres Engagements immer wieder Drohanrufe und -nachrichten. Nach der Festnahme von Verdächtigen des Verschwindenlassens von Arnulfo Cerón gingen bei Familienangehörigen Drohanrufe ein, Mitglieder von MOLPEG bemerkten Personen vor ihren Wohnhäusern und das Menschenrechtszentrum Tlachinollan beobachtete, dass Unbekannte vor ihren Büroräumen Posten stehen.

Am 20. November kündigten die Behörden eine Untersuchung seines Todes und weitere Untersuchungen zu seinem Verschwinden an. Diese Untersuchungen müssen seine Menschenrechtsarbeit einbeziehen, um eine belastbare Ermittlung sicherzustellen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Arnulfo Cerón Soriano war ein Angehöriger der indigenen Nahua und Menschenrechtsverteidiger. Er kämpfte in mehreren Organisationen und sozialen Bewegungen in der Bergregion des Bundesstaates Guerrero jahrzehntelang für die Rechte der indigenen Bevölkerung. 1995 arbeitete er zwei Jahre lang im Menschenrechtszentrum Tlachinollan. Anschließend arbeitete er als selbständiger Anwalt und unterstützte dabei die indigene Bevölkerung in der Region. 2000 zeigte eine Organisation gegen Folter (Acción de los Cristianos para la Abolición de la Tortura – ACAT) die willkürliche Inhaftierung und Folter von Arnulfo Cerón durch Ermittlungsbeamt_innen des Bundesstaates an. Nach eineinhalb Jahren im Gefängnis wurde er freigelassen. Arnulfo Cerón war auch sehr aktiv in der Bewegung, die Gerechtigkeit für die 43 verschwundenen Studierenden aus Ayoztinapa fordert.  

Nach Informationen, die das Menschenrechtszentrum Tlachinollan dokumentiert hat, verließ Arnulfo Cerón Soriano am 11. Oktober 2019 gegen 20 Uhr das Haus, um in einem Reha-Zentrum der Anonymen Alkoholiker (AA) im Stadtteil Caltitlán der Stadt Tlapa de Comonfort einen Vortrag zu halten. Er kam dort nie an und blieb von da an verschwunden. Am 12. Oktober gegen Mitternacht tauchte der Lieferwagen, den er benutzt hatte, verlassen in einem anderen Teil der Stadt auf. Der Schlüssel steckte noch im Zündschloss. Bei der Familie ging keine Lösegeldforderung ein.

Die Behörden des Bundesstaates nahmen anfangs nur widerwillig die Suche und Ermittlungen zu dem Verschwinden von Arnulf Cerón auf, nahmen dann jedoch zwei mögliche Tatverdächtige in Haft, einen am 23. Oktober, den anderen am 6. November.

Ab dem 12. November waren Angehörige der Bundesbehörde für Vermisste Comisión Nacional de Búsqueda de Personas Desaparecidas an der Suche beteiligt. Am 20. November, nach dem Auffinden des Leichnams von Arnulfo Cerón kündigten die Behörden des Bundesstaates an, dass sie eine Mordermittlung aufgenommen haben und auch das Verschwindenlassen weiter untersuchen. 

Der Bundesstaat Guerrero ist für seine schwachen Institutionen und die tiefverwurzelten Verflechtungen zwischen dem Organisierten Verbrechen und den Sicherheitskräften, sowohl auf bundesstaatlicher als auch auf kommunaler Ebene, berüchtigt. Die Verbrechen Verschwindenlassen und Tötung von Menschenrechtsverteidiger_innen ziehen eigentlich nie eine Strafverfolgung nach sich.