Israel/OPT: Rückehr nach Zanuta ermöglichen!
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Im Oktober 2023 mussten alle Menschen das palästinensische Dorf Zanuta im Westjordanland verlassen. Gewalttätige israelische Siedler*innen vertrieben sie mit Unterstützung von Behörden. In dem Dorf lebten 250 Menschen, darunter 100 Kinder. Die israelische Polizei und das Militär sorgen bisher nicht für eine sichere Rückkehr. Damit verstoßen sie gegen das Völkerrecht und gegen zwei Urteile des Obersten Gerichtshofs von Israel.
Setzt euch für die Rückehr der palästinensischen Bevölkerung nach Zanuta ein!
Hier kannst du deinen Brief ausdrucken, um ihn per Post oder Fax an die Behörden zu senden, oder ihn direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.
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Achtung: Bitte prüfe bei der Deutschen Post ob die Briefzustellung in das Zielland ungehindert möglich ist.
Appell an
Lieutenant General Eyal Zamir
Yitzhak Rabin Military Base
HaKirya
27 Kaplan Street
Tel Aviv 6473424
ISRAEL
Sende eine Kopie an
Botschaft des Staates Israel
S.E. Herrn Ron Prosor
Auguste-Viktoria-Straße 74–76
14193 Berlin
Fax: 030–89 04 55 55
E-Mail: botschaft@israel.de
Amnesty fordert:
- Bitte sorgen Sie für wirksame Abhilfemaßnahmen und Entschädigungen für den Schaden, der durch Siedler*innen und das Versäumnis der israelischen Behörden, Angriffe von Siedler*innen zu verhindern, verursacht wurde, und gewährleisten Sie die Rückkehr der Einwohner*innen in ihre Häuser, wie vom israelischen Obersten Gerichtshof angeordnet.
- Bitte stellen Sie sicher, dass die Palästinenser*innen aus Zanuta ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage und die Infrastruktur, darunter die Grundschule, wieder aufbauen können.
- Sorgen Sie bitte auch dafür, dass die rechtswidrigen Außenposten in der Nähe von Zanuta, darunter die Meitarim Farm, sofort aufgelöst werden.im Westjordanland sind im Oktober 2023 alle palästinensischen Bewohner*innen des Dorfes Zanuta aus ihrem Zuhause vertrieben worden. Verantwortlich waren gewalttätige israelische Siedler*innen, die mit Unterstützung der Behörden handelten. In der Ortschaft in den Bergen südlich von Hebron lebten 250 Menschen, darunter 100 Kinder. Die israelische Polizei und das Militär weigern sich bisher, die sichere Rückkehr der Bewohner*innen zu ermöglichen. Damit verstoßen sie gegen ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen sowie gegen zwei Urteile des Obersten Gerichtshofs Israels.
Sachlage
Zwischen dem 27. Oktober und dem 1. November 2023 mussten alle 250 Bewohner*innen von Zanuta aus dem Dorf fliehen, in dem ihre Vorfahren seit dem 19. Jahrhundert gelebt hatten. Grund waren wiederholte gewaltsame Überfälle und Angriffe durch israelische Siedler*innen aus einem nahegelegenen rechtswidrigen Außenposten. Fast drei Jahre später leben die Vertriebenen noch immer verstreut an verschiedenen Orten. Sie konnten bisher trotz zahlreicher Versuche nicht nach Zanuta zurückkehren.
Am 29. Juli 2024 wies der Oberste Gerichtshof Israels die israelische Polizei und das Militär an, die sichere Rückkehr der Einwohner*innen von Zanuta zu ermöglichen und sie vor Gewalt durch Siedler*innen zu schützen. Am 3. Februar 2025 wies das Gericht dieselben Behörden erneut an, den Menschen die Rückkehr zu ermöglichen, unbefugte Personen aus dem Dorf zu entfernen und den Bewohner*innen den Wiederaufbau der seit ihrer Vertreibung zerstörten Gebäude zu gestatten. Zwei Jahre später haben die israelischen Behörden diese Anordnungen noch immer nicht umgesetzt, und das Dorf Zanuta droht dauerhaft unbewohnbar zu werden.
Als Besatzungsmacht ist Israel verpflichtet, das Leben und die Lebensgrundlagen der Palästinenser*innen im Besetzten Palästinensischen Gebiet zu schützen – das gilt auch für die Menschen in Zanuta. Die Behörden haben Gewalt durch Siedler*innen zu verhindern und müssen die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgen. Die Präsenz israelischer Siedler*innen im besetzten Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, verstößt gegen das Völkerrecht. Israelische Siedlungen und Außenposten, die auch nach israelischem Recht illegal sind, müssen daher abgebaut werden.
Hintergrundinformation
Zanuta ist eine von 121 palästinensischen Gemeinden im besetzten Westjordanland, die überwiegend von Beduin*innen und Hirt*innen bewohnt sind bzw. waren und deren Bewohner*innen zwischen Januar 2023 und April 2026 durch Angriffe von Siedler*innen oder entsprechende Zugangsbeschränkungen ganz oder teilweise vertrieben wurden. Zu diesem Schluss kommt das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Zanuta ist darüber hinaus eine von 46 Gemeinden, aus denen in diesem Zeitraum alle palästinensischen Bewohner*innen vertrieben wurden.
Zwischen dem 27. Oktober und dem 1. November 2023 packten alle Einwohner*innen von Zanuta ihre Habseligkeiten zusammen und flohen aus dem Dorf. Zuvor war es wiederholt zu gewalttätigen Überfällen durch Siedler*innen aus einem nahegelegenen Außenposten namens "Meitarim Farm" gekommen war, die sich nach dem 7. Oktober 2023 erheblich verschärft hatten.
Vor ihrer Vertreibung lebten in Zanuta etwa 250 Palästinenser*innen, die seit dem 19. Jahrhundert in dem Dorf ansässig waren und ihren Lebensunterhalt mit Schafzucht, Milchwirtschaft und Ackerbau bestritten. Da ihre Lebensweise vollständig vom Zugang zu Land abhängt, lebten die Bewohner*innen unter Israels Apartheid-System und der staatlich unterstützten Gewalt von Siedler*innen seit Jahrzehnten in ständiger Unsicherheit. Zusätzlich zu den seit 2011 gegen die Häuser des Dorfes erlassenen Abrissverfügungen verschlimmerte sich ihre alltägliche Notlage durch die Errichtung von Siedlungsaußenposten rund um das Dorf ab 2021, insbesondere durch den Außenposten "Meitarim Farm". Damit begann eine anhaltende und sich stetig verschärfende Welle von Angriffen durch Siedler*innen auf die Palästinenser*innen in Zanuta. Die Schwere dieser Angriffe und die führende Rolle von Yinon Levi – dem Gründer der Meitarim-Farm – veranlassten das Vereinigte Königreich und die USA Sanktionen gegen ihn zu verhängen, darunter ein Einfrieren seiner Vermögenswerte und ein Reiseverbot sowie Sanktionen, die sich gegen den Außenposten Meitarim-Farm richteten. Diese Sanktionen haben sich als völlig unzureichend erwiesen, um diese Angriffe zu verhindern; stattdessen haben sie sich sogar noch verschärft.
Nach dem 7. Oktober 2023 nahm die Häufigkeit und die Schwere der Angriffe durch Yinon Levi und andere Siedler*innen dramatisch zu und es kam fast täglich zu Vorfällen. Die Einwohner*innen berichteten, dass Siedler*innen ihren Besitz, darunter Zelte und Klassenzimmer der Schule in Zanuta, in Brand gesteckt hätten. Sie seien in ihre Häuser eingebrochen, hätten ihre Kinder mit Gewehren geschlagen und absichtlich Abwasser auf ihre Felder gepumpt. Die Bewohner*innen baten die Polizei um Hilfe, aber sie erhielten keine Antwort. Bis zum 1. November 2023 hatte die gesamte Gemeinschaft aus Angst um ihre Sicherheit das Dorf verlassen und im nahegelegenen Dorf Al-Dhahiriya Zuflucht gesucht, wo sich der Großteil der Gemeinschaft trotz zahlreicher Versuche, nach Zanuta zurückzukehren, nach wie vor aufhält.